Apples App Store: Mehr Werbung ab März 2023 – Ein neuer Blick auf Suchergebnisse

Ab März 2023 wird sich das Erscheinungsbild der Suchergebnisse in Apples App Stores deutlich verändern. Apple kündigte auf seiner offiziellen Ads-Seite an, dass ab diesem Zeitpunkt die Anzahl der eingeblendeten Werbeanzeigen in den Suchergebnissen sukzessive erhöht wird. Diese Erweiterung, ursprünglich für 2026 geplant, wurde im Laufe des letzten Jahres angekündigt, nun aber mit einem konkreten Startdatum versehen. Bis Ende März soll die Implementierung abgeschlossen sein. Aktuell beschränkt sich die Anzeige auf eine einzige Werbung an der Spitze der Suchergebnisse. Zukünftig werden weitere Anzeigen in den Suchergebnissen erscheinen, wobei Apple genaue Details zur Anzahl und Positionierung noch nicht öffentlich gemacht hat.

Dieser Schritt ist für Apple mit dem Ziel verbunden, seine Dienstesparte durch steigende Einnahmen zu unterstützen. Aus Apples eigenen Angaben geht hervor, dass die Nutzer die Werbeanzeigen offenbar gut aufnehmen. Die durchschnittliche Conversion-Rate für Anzeigen an der Top-Position liegt bei 60 Prozent – über die Hälfte der Personen, die die Anzeige sehen, interagieren mit ihr, sei es durch Anklicken oder sogar durch Installation der beworbenen App. Anzeigenkunden zahlen Apple entweder auf Basis von Klicks (Cost-per-Tap) oder Installationen (Cost-per-Acquisition).

Die Ausweitung der Werbung wird jedoch in Indie-Developer-Kreisen kritisch betrachtet. Es besteht die Sorge, dass finanzstärkere App-Entwickler durch erhöhte Sichtbarkeit im Suchbereich Vorteile erlangen, während kleinere Entwickler in den Hintergrund geraten könnten. Die Wettbewerbsdynamik innerhalb des App Stores könnte sich dadurch verändern.

Ein zusätzliches Element des politischen Kontextes ist die laufende Untersuchung der Europäischen Kommission hinsichtlich Apples Anzeigenaktivitäten. Es wird geprüft, ob Apples Reichweite im Bereich Werbung so groß ist, dass diese unter das Regelwerk des Digital Markets Act (DMA) fällt. Eine Einordnung unter das DMA würde zu einer stärkeren Regulierung führen, da dieser Gesetzesakt auf die Beschränkung der marktbeherrschenden Stellung großer Tech-Unternehmen abzielt. Apple hatte selbst das mögliche Überschreiten eines relevanten Schwellenwertes bei der EU gemeldet, was die aktuelle Untersuchung auslöste.

Die neuen Anzeigenpositionen erfordern auf Nutzerseite mindestens iOS 16.2 bzw. iPadOS 16.2 auf dem jeweiligen iPhone oder iPad. Darüber hinaus werden auch Anzeigeneinblendungen im Today-Tab, am Ende von App-Produktseiten sowie in der Liste vorgeschlagener Apps innerhalb des Such-Tabs integriert.

Die Veränderungen im App Store signalisieren eine stärkere Ausrichtung auf Werbung als Umsatzmodell und werfen sowohl wirtschaftliche als auch regulatorische Fragen auf, die in den kommenden Monaten und Jahren weiter diskutiert und geklärt werden müssen.

Schlagwörter: Apples App Stores + DMA + EU

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  • 27. Januar 2026