Das BSI setzt Frist für klassische Kryptographie: Quantencomputer im Visier der Sicherheitsstrategen
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hebt in seiner jährlichen Aktualisierung der kryptografischen Empfehlungen (TR-02102) erstmals ein Ablaufdatum für klassische asymmetrische Verschlüsselungsverfahren fest. Die Entscheidung spiegelt die zunehmende Bedrohung durch Quantencomputer und deren potenzielle Fähigkeit wider, heutige kryptografische Standards zu knacken. Bis Ende 2031, für besonders sensible Anwendungen bereits ab Ende 2030, sollen diese klassischen Verfahren nicht mehr allein eingesetzt werden. Stattdessen empfiehlt das BSI eine hybride Lösung, die klassische asymmetrische Verschlüsselung mit Post-Quanten-Kryptographie kombiniert. Diese hybriden Systeme dienen als Brücke zur Zukunft der Kryptographie, indem sie die Vorteile bewährter Verfahren mit den robusten Eigenschaften post-quantenfähiger Algorithmen vereinen. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der Integration von Post-Quanten-Kryptographie in bestehende Infrastrukturen und Prozesse. Klassische Signaturverfahren sind ebenfalls betroffen, deren alleiniger Einsatz bis Ende 2035 nicht mehr vorgesehen ist. Die BSI-TR-02102 erzielt internationale Anerkennung als Referenz für den aktuellen Stand der Technik in der Kryptographie. Zahlreiche Produkte, besonders im Bereich der Verarbeitung sensibler Informationen wie Verschlusssachen, müssen die Konformität mit dieser Richtlinie gewährleisten. Diese weithin beachtete Empfehlung des BSI stellt einen deutlichen Schritt in Richtung einer zukünftigen, quantenresistenten Kryptographie dar. Die Entscheidung für ein zeitgebundenes Ende klassischer Verfahren wird von BSI-Präsidentin Claudia Plattner als alternativlos bezeichnet, und die Technische Richtlinie (TR-02102) liefert somit konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Organisationen. Die Umstellung auf Post-Quanten-Kryptographie wird als unumgängliche Maßnahme zur Gewährleistung der langfristigen Sicherheit digitaler Informationen angesehen. Der Wegfall klassischer Verfahren zwingt zur aktiven Adaption an neue Standards und Technologien, um zukünftigen Sicherheitsrisiken im Kontext von Quantencomputing zu begegnen.
Schlagwörter: BSI + TR-02102 + Claudia Plattner
Wie bewerten Sie den Schreibstil des Artikels?
