Sicheres Programmieren von speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) erreicht neues Niveau

Dank der cleveren Echtzeitkorrektur in Codesys wird ein neues Niveau des sicheren Programmierens von speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) erreicht. Das Fraunhofer IEM hat in einer bahnbrechenden Zusammenarbeit erstmals statische Codeanalysemethoden in die weit verbreitete Entwicklungsumgebung Codesys integriert. Diese Integration ermöglicht es Softwareentwicklern in der Automatisierungsbranche, wertvolle Hinweise auf Fehler in ihrem Code in Echtzeit zu erhalten und diese bereits während des Entwicklungsprozesses zu beheben.

Seit dem 23. April 2024 ist die Lösung in die Codesys Static Analysis Version 5.0.0.0 integriert. Ähnlich wie eine Rechtschreibprüfung zeigt die statische Codeanalyse frühzeitig Fehler und potenzielle Risiken im Programmcode auf. Darüber hinaus deckt sie unbeabsichtigte Datenflüsse und die inkorrekte Verwendung von Programmierschnittstellen auf. Softwareentwickler haben die Möglichkeit, ihren Code während der Programmierung zu überprüfen und zu verbessern, ohne ihn kompilieren oder ausführen zu müssen.

Im Bereich der SPS-Programmierung stellt die statische Codeanalyse-Technologie eine revolutionäre Neuheit dar. In anderen Industriezweigen findet sie bereits weit verbreitete Anwendung. Jan Martin Persch, ein Wissenschaftler am Fraunhofer IEM, betont, dass diese Integration von distributiven Analyseframeworks mit geringem Speicherverbrauch zu effizienteren und vor allem sichereren Entwicklungsprozessen führt.

Die durchgeführten Analysen bieten den Programmierern vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten und können sowohl auf die Codesys-Programmierschnittstelle als auch auf eingebundene Drittbibliotheken angewendet werden. Die Automatisierungsbranche profitiert von den Vorteilen, da speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) zur Grundausstattung gehören. Mit der zunehmenden Vernetzung von Maschinen und Anlagen werden SPS-Programmierer jedoch vor neue Herausforderungen gestellt: Die Wahrscheinlichkeit für sicherheitskritische Entwicklungsfehler nimmt zu.

Um Orientierung zu bieten, versuchen Richtlinien wie die europäische Norm IEC 61131-3 einzusetzen. Allerdings ist die Anwendung dieser Richtlinien zeitaufwendig und erfordert spezielle Fachkenntnisse. Das Verfassen von SPS-Programmcode stellt daher eine anspruchsvolle Aufgabe für Softwareentwickler dar, die mit Komplexität verbunden ist. Die Codeanalyse bietet eine Lösung für dieses Problem, indem sie Fehler beim Verfassen des Programmcodes aufdeckt und ermöglicht, dass diese frühzeitig behoben werden können.

Die führende hardwareunabhängige IEC 61131-3-Automatisierungssoftware zur Projektierung und Entwicklung von Steuerungsanwendungen, Codesys, ist ab sofort in der aktuellen Version verfügbar. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IEM hat Codesys erkannt, wie wertvoll die statische Codeanalyse für ihre Software ist. Laut Bernhard Werner, dem Leiter der Kerntechnologie bei Codesys Development, wird das SPS-Programmieren zukünftig erheblich fehlerfreier sein. Nach dem Forschungsprojekt hat das Unternehmen die Lösung weiterentwickelt und auf den Markt gebracht. Ab sofort ist die statische Codeanalyse in der Codesys Static Analysis im Release 5.0.0.0 vollständig integriert.

Die Kooperation zwischen der Codesys Development GmbH und dem Fraunhofer IEM wurde im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) finanziell unterstützt. Diese Zusammenarbeit hat gezeigt, dass durch die Integration der statischen Codeanalyse in Codesys ein neues Niveau des sicheren Programmierens von speicherprogrammierbaren Steuerungen erreicht werden kann. Die Automatisierungsbranche profitiert von dieser Innovation, da sie zu effizienteren und vor allem sichereren Entwicklungsprozessen führt.

Schlagwörter: Codesys Static Analysis + Codesys + SPS

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  • 3. Mai 2024