Vatikan: Papst Franziskus bezieht gesamten Strom aus Sonnenenergie

Der Vatikan geht mit gutem Beispiel voran und setzt verstärkt auf erneuerbare Energien. Papst Franziskus hat angeordnet, dass der Vatikan in Zukunft seinen gesamten Strom aus Sonnenenergie bezieht. In einem Schreiben an „Bruder Sonne“ hat der Papst persönlich diese Entscheidung getroffen, die als „Motu proprio“ gekennzeichnet ist, was bedeutet, dass sie auf einer persönlichen Entscheidung des Papstes beruht.

Um dieses Vorhaben umzusetzen, soll auf dem außerhalb des Vatikans gelegenen Gebiet Santa Maria di Galeria eine Solaranlage installiert werden. Dieses Areal umfasst eine Fläche von 424 Hektar und beherbergt bereits eine Sendeanlage des Vatikans, die für den Auslandsrundfunk Radio Vaticana genutzt wird. Die geplante Solaranlage soll sowohl diese Einrichtung als auch den Vatikan selbst mit Strom versorgen.

Das Schreiben des Papstes enthält jedoch keine konkreten Angaben zur Größe oder zum Zeitpunkt des Baus der Solaranlage. Es verweist aber auf die Enzyklika „Laudato Si“ aus dem Jahr 2015, in der der Papst die menschliche Verantwortung für den Klimawandel betont und die Menschen dazu aufruft, ihren Lebensstil zu ändern, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Insbesondere die Verwendung fossiler Brennstoffe zählt zu den maßgeblichen Faktoren, die den Klimawandel verursachen.

Diese Entscheidung des Papstes, den Vatikan auf Sonnenenergie umzustellen, reiht sich ein in eine Reihe von Maßnahmen, die der Vatikan bereits in den letzten Jahren ergriffen hat, um umweltbewusster zu handeln. So trat der Vatikan nach sieben Jahren dem Pariser Klimaabkommen bei und kündigte im darauffolgenden Jahr an, seinen Fuhrpark auf elektrische Fahrzeuge umzustellen. Zudem wurden bereits vor der geplanten Solaranlage weitere Photovoltaikanlagen im Vatikan installiert.

Bereits im Jahr 2008 erhielt der Vatikanstaat den Europäischen Solarpreis für eine Anlage mit 2400 Modulen auf der päpstlichen Audienzhalle. Diese Anlage wurde vom deutschen Unternehmen Solarworld als Geschenk für den damaligen deutschen Papst bereitgestellt und erzeugt jährlich 300.000 kWh Strom. Damit wird der Energiebedarf der Audienzhalle für Beleuchtung, Heizung und Kühlung abgedeckt. Das Ziel dieses Projekts, das bereits 2007 gestartet wurde, war es, eine größere Unabhängigkeit von der Stromversorgung in Italien zu erreichen. Schon damals wurde darüber diskutiert, auch Santa Maria di Galeria und die päpstliche Villa in Castel Gandolfo mit Photovoltaikanlagen auszustatten.

Mit der Entscheidung des Papstes, den gesamten Strombedarf des Vatikans zukünftig aus Sonnenenergie zu decken, setzt das Kirchenoberhaupt ein wichtiges Zeichen für den Klimaschutz und unterstreicht seine Überzeugung, dass der Mensch eine Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung trägt. Es bleibt abzuwarten, wie schnell die geplante Solaranlage in Santa Maria di Galeria umgesetzt wird und welchen Beitrag sie zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes des Vatikans leisten wird. Mit dieser Entscheidung zeigt der Vatikan, dass er bereit ist, aktiv zum Klimaschutz beizutragen und hoffentlich andere Institutionen und Länder zu inspirieren, dem Beispiel zu folgen.

Schlagwörter: Santa Maria di Galeria + Vatikanstadt + Sonne

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  • 28. Juni 2024