Neue Masche auf Social Media: Kriminelle locken mit gefälschten Promi-Artikeln zu betrügerischen Investmentseiten
Kriminelle haben wieder einmal eine neue Masche entwickelt, um ahnungslose Social-Media-Nutzer abzuzocken. Diesmal nutzen sie gefälschte Interviews und Artikel über Prominente, um ihre betrügerischen Investment- und Krypto-Seiten zu bewerben. Die Watchlist Internet, das ACR-Institut und die Internet Ombudsstelle des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) haben gemeinsam Untersuchungen zu diesem Thema durchgeführt und alarmierende Ergebnisse gefunden.
Laut den Ermittlungen werden in Österreich täglich rund 200.000 Menschen über Facebook und Instagram von den Betrügern mit gefälschten Artikeln und Beiträgen erreicht. Das ist eine ziemlich beeindruckende Zahl, wenn man bedenkt, dass Österreich insgesamt nur etwa 9 Millionen Einwohner hat. Die Kriminellen nutzen diese gefälschten Inhalte, um ihre betrügerischen Seiten zu bewerben und ihre Opfer dazu zu bringen, ihr hart verdientes Geld zu investieren – nur um es dann zu verlieren.
Die Masche der Betrüger ist nicht neu und wird bereits seit einigen Jahren angewendet. Sie nutzen nicht nur Social Media, sondern auch Anzeigen auf vertrauenswürdigen Websites, um ihre Opfer zu erreichen. Die Watchlist Internet, die regelmäßig über betrügerische Werbeanzeigen informiert wird, hat bereits zahlreiche Fälle von österreichischen Prominenten entdeckt, die angeblich diese betrügerischen Investmentplattformen bewerben. Dabei handelt es sich jedoch um Fälschungen, die nur dazu dienen, potenzielle Opfer anzulocken und finanziellen Schaden anzurichten.
Die Ermittlerinnen der Watchlist Internet haben innerhalb von nur 48 Stunden ganze 246 betrügerische Anzeigen in der Meta-Werbebibliothek entdeckt. Diese Anzeigen verwendeten Fotos und Namen von bekannten Persönlichkeiten wie Barbara Fleißner, einer Moderatorin von Puls4, und Gerald Grosz, einem ehemaligen Politiker und oe24-Kommentator. Diese gefälschten Anzeigen erreichten eine hohe Reichweite von mehreren tausend Personen.
Auch ZIB-Moderatorin Nadja Bernhard wurde zum Ziel der Betrüger. Insgesamt wurden acht gefälschte Anzeigen mit ihrem Namen geschaltet, die eine große Anzahl von Personen erreichten. Zwischen Januar und April 2024 wurden insgesamt 9000 betrügerische Anzeigen entdeckt, die in diesem Zeitraum Impressionen erzielten. Die Betrüger verwendeten insgesamt 25 Namen bekannter Persönlichkeiten, um die Wirksamkeit ihrer Werbung zu testen.
Die Betrüger locken ihre Opfer mit emotionalen Ansätzen auf gefälschte Internetseiten, die den echten Nachrichtenportalen stark ähneln. Sie verwenden Designelemente und Logos von bekannten Medienhäusern wie oe24.at, Kronen Zeitung und Zeit im Bild, um ihre Seiten authentisch aussehen zu lassen. Doch wer genauer hinschaut, erkennt schnell anhand der URL, dass es sich um gefälschte Seiten handelt. Nachdem man auf den Link geklickt hat, wird deutlich, dass die Seite in Wahrheit für betrügerische Investmentplattformen wirbt.
Trotz der Prüfmechanismen der Social-Media-Plattformen schaffen es die Kriminellen immer wieder, ihre betrügerischen Inhalte zu verbreiten. Die analysierten Anzeigen stammten von insgesamt 27 unterschiedlichen Profilen, von denen die meisten verifizierte Konten mit einer großen Anzahl von Followern waren. Diese Konten wurden gehackt, um den internen Überprüfungsprozess der Plattformen zu umgehen oder zumindest zu erschweren.
Die Werbung wird oft durch Links getarnt oder führt zu scheinbaren Zeitungsartikeln, die über die Investmentplattform berichten. Obwohl auch diese Nachrichten gefälscht sind, ist für die Bewerbung von Nachrichtenartikeln keine Genehmigung von der Finanzmarktaufsicht erforderlich, im Gegensatz zur Bewerbung von Finanzprodukten. Das macht es den Betrügern leicht, ihre Opfer mit gefälschten Nachrichten in die Falle zu locken.
Obwohl Meta bereits einige betrügerische Anzeigen entfernt hat, sind immer noch viele davon online, teilweise sogar von den gleichen Accounts. Die Watchlist Internet empfiehlt den Personen, die auf einer der betrügerischen Plattformen investiert haben, die Werbung auf den entsprechenden Plattformen zu melden, eine Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten und ihre Bank zu kontaktieren, um möglicherweise eine Rückerstattung des Geldes zu erreichen. Eine erhöhte Aufmerksamkeit bei der Bewerbung solcher Plattformen durch Prominente sowie bei vermeintlich lukrativen Gewinnen bietet bereits im Vorhinein Schutz.
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