KT unter Verdacht: Internetdienstanbieter installiert Schadsoftware zur Beeinträchtigung von BitTorrent-Verkehr
Der südkoreanische Internetdienstanbieter KT steht unter Verdacht, absichtlich Schadsoftware auf den Computern seiner Kunden installiert zu haben, um den BitTorrent-Verkehr zu beeinträchtigen. Die Enthüllung kam durch einen Bericht der koreanischen Zeitung JBTC ans Licht und hat für großes Aufsehen gesorgt.
KT, früher bekannt als Korea Telecom, soll diese Maßnahmen ergriffen haben, da seine Kunden eine hohe Anzahl von Downloads durchführten. In Südkorea ist Filesharing immer noch weit verbreitet, allerdings unterscheidet sich die verwendete Technologie von der in anderen Ländern. Hier sind kostenpflichtige Dienste, sogenannte Webhard-Dienste, besonders beliebt, die BitTorrent unterstützen. Diese Dienste bieten dedizierte Web-Seeds an, um sicherzustellen, dass Dateien jederzeit verfügbar sind. Die Verteilung basiert auf Peer-to-Peer-Netzwerken, die in Zeiten hoher Auslastung die Bandbreite stark beanspruchen können.
Die Manipulation wurde entdeckt, als zahlreiche Webhard-Benutzer, die Kunden von KT waren, ausschließlich Fehlermeldungen erhielten. Eine Untersuchung von JBTC ergab, dass der Internetdienstanbieter anscheinend Malware auf Computern mit Webhard-Diensten installiert hatte. Mehr als 600.000 Kunden waren von der Schadsoftware betroffen.
Die Polizei hat daraufhin den Hauptsitz und das Rechenzentrum von KT durchsucht und umfangreiche Beweismittel sichergestellt. KT und mehrere verbundene Unternehmen stehen nun unter dem Verdacht, die Malware gezielt eingesetzt zu haben, um Abonnenten auszuspionieren und den Datentransfer zu beeinträchtigen. Es wird vermutet, dass mindestens 13 Personen, darunter Mitarbeiter von KT und ehemalige Mitarbeiter von Partnerunternehmen, in die Aktionen involviert waren. Eine Gruppe war für die Erstellung der schädlichen Software verantwortlich, während eine andere Gruppe für die Verbreitung der Programme zuständig war und den Betrieb sowie die Auswertung der gesammelten Daten durchführte. Diese Maßnahmen wurden über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahren durchgeführt.
KT gibt an, dass sein Ziel lediglich darin bestand, den Datenverkehr in seinem Netzwerk zu verwalten, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Die Behauptungen gegen KT werfen jedoch Fragen zur Vertrauenswürdigkeit und Transparenz von Internetdienstanbietern auf. Kunden legen großen Wert darauf, dass ihre Daten sicher und geschützt sind. Ein solcher Vorfall könnte das Vertrauen in KT und andere Unternehmen dieser Art nachhaltig beeinträchtigen.
Es bleibt abzuwarten, wie die Untersuchungen und rechtlichen Konsequenzen in diesem Fall ausfallen werden. Die Behörden haben eine wichtige Aufgabe, die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen und sicherzustellen, dass solche Vorfälle nicht wieder vorkommen. Kunden sollten ihre Internetdienstanbieter kritisch hinterfragen und auf die Sicherheit ihrer Daten achten.
Schlagwörter: KT + JBTC + Malware
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