KI in britischen Universitäten: Wie stark ist das Prüfungssystem gefährdet? Studie enthüllt erschreckende Ergebnisse.

Das Prüfungssystem an britischen Universitäten ist darauf ausgelegt, die Fähigkeiten der Studierenden zu testen und sicherzustellen, dass sie die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten erworben haben. Doch wie widerstandsfähig ist dieses System gegenüber KI-gestützten Antworten?

Ein Experiment an der Universität Reading hat überraschende Ergebnisse geliefert. Peter Scarfe und sein Team integrierten mehr als 30 von ChatGPT-4 generierte Texte in das Prüfungssystem. Diese Texte wurden über verschiedene Studienjahre hinweg in fünf Bachelor-Module im Fach Psychologie eingespeist. Das Ergebnis war verblüffend: 94 Prozent der KI-basierten Eingaben blieben unbemerkt. Die nicht informierten Prüfer vergaben sogar Noten, die im Durchschnitt eine halbe Stufe höher lagen als die von echten Studierenden.

Insgesamt zeigte sich, dass die KI-Einreichungen in 83,4 Prozent der Fälle besser abschnitten als eine zufällige Auswahl von echten Antworten. Diese Ergebnisse wurden nun in der Online-Fachzeitschrift PLOS One veröffentlicht.

Die Studie identifizierte zwei verschiedene Prüfungsarten, bei denen KI zum Einsatz kam. Zum einen waren Kurzantworten gefordert, bei denen vier von sechs Fragen mit jeweils 200 Wörtern beantwortet werden mussten. Zusätzlich wurden Aufgaben gestellt, die das Verfassen eines 1500-Wörter-Essays erforderten. Die Studierenden hatten dabei unterschiedliche Zeitfenster zur Bearbeitung.

Interessanterweise fanden die Forscher heraus, dass die KI bei den Kurzantworten oft zu viele Wörter und bei den Aufsätzen zu wenige Wörter produzierte. Daher entschieden sie sich, die Wortgrenzen anzupassen, um die Ergebnisse dem angestrebten Ziel anzupassen.

Es ist wichtig anzumerken, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung im Sommer 2023 der Einsatz von KI zur Bearbeitung von Prüfungen an der Universität untersagt war. Die Softwaresysteme zur Einreichung und Bewertung der Prüfungen waren nicht mit einem KI-Erkennungssystem ausgestattet. Die Mitarbeiter erhielten jedoch standardisierte Richtlinien zur Erkennung von unzureichenden akademischen Praktiken und Fehlverhalten.

Die Ergebnisse dieser Studie werfen Fragen zur Sicherheit und Integrität des Prüfungssystems auf. Es ist klar, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber KI-gestützten Antworten zu verbessern und einen fairen und zuverlässigen Bewertungsprozess sicherzustellen. Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Schritte von den Universitäten unternommen werden, um diesem Problem entgegenzuwirken.

Schlagwörter: KI + GPT-4 + Peter Scarfe

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  • 30. Juni 2024