Visuelle Programmierung: Erfolg durch Fokus auf Entwicklerbedürfnisse und Visualisierung

Visuelle Programmierumgebungen haben in der professionellen Softwareentwicklung bisher selten Verwendung gefunden. Doch dies könnte sich ändern, wenn ein neuer Ansatz verwendet wird, der sich auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Entwickler in Bezug auf Visualisierung konzentriert.

Bisher ist es der visuellen Programmierung nicht gelungen, den erhofften Erfolg in der professionellen Softwareentwicklung zu erzielen. Eine aktuelle Analyse von Sebastian Bensusan zeigt, dass der Grund dafür darin liegt, dass visuelle Programmierumgebungen versuchen, die Codesyntax und Geschäftslogik zu ersetzen. Erfahrene Entwickler beherrschen diese Bereiche jedoch bereits effizient in textueller Form.

Bensusan zufolge liegt der Schlüssel zum Erfolg der visuellen Programmierung darin, dass sie sich auf die Aspekte konzentriert, die Entwickler tatsächlich visualisieren möchten. Dazu gehören unter anderem der Übergang von Zuständen in Zustandsmaschinen, das Layout von Speichern, Netzwerkanfragen und -topologien, die Visualisierung der Codebasis sowie der Ablauf von Protokollen in Swimlane-Diagrammen.

Da diese Bereiche oft implizit sind und schwer zu verstehen, greifen Entwickler häufig auf eigens erstellte Visualisierungen zurück, um sie zu veranschaulichen. Bensusan betont, dass diese Visualisierungen in der Regel spontan erstellt werden und selten in Standard-Workflows integriert sind. Als erfolgreiche Beispiele für gelungene Integrationen nennt er den DOM-Element-Inspektor, Flamegraphs in Profilern und SQL-Tabellendiagramme. Seiner Meinung nach könnten ähnliche Visualisierungstools für andere Aspekte der Softwareentwicklung einen erheblichen Mehrwert bieten.

Bensusan empfiehlt, dass Entwickler von Visualisierungstools ihre Aufmerksamkeit auf diese praxisnahen Bereiche richten sollten, anstatt den gesamten Programmierprozess zu visualisieren. Er erkennt ein hohes Potenzial in der automatischen Generierung solcher Visualisierungen aus bereits bestehenden Codebasen, Typdefinitionen oder Testsuiten. Der Einsatz dieses Ansatzes könnte nicht nur zu einer Steigerung der Produktivität und des Verständnisses in komplexen Softwareprojekten führen, sondern auch den lang ersehnten Durchbruch für die visuelle Programmierung in professionellen Entwicklungsumgebungen bedeuten.

Schlagwörter: Sebastian Bensusan + State Machines + topologien

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  • 18. Juli 2024