Globaler IT-Ausfall legt Fluggesellschaften lahm: Tausende gestrandete Reisende und ein heilloses Durcheinander
IT-Ausfälle sind immer ärgerlich, aber wenn sie ganze Fluggesellschaften lahmlegen, wird es richtig ungemütlich. So geschehen am Freitag, als ein globaler IT-Ausfall dazu führte, dass die Computersysteme vieler Fluggesellschaften weltweit ihren Dienst verweigerten. Das Ergebnis? Tausende gestrandete Reisende und lange Warteschlangen an den Flughäfen.
Der Ausfall scheint auf ein Software-Update zurückzuführen zu sein, das von der US-amerikanischen Cybersicherheitsfirma CrowdStrike veröffentlicht wurde. Diese Firma wird von den meisten großen Fluggesellschaften zur Sicherheitsverwaltung auf Windows-PCs genutzt. Ironischerweise sollte dieses Update die Sicherheit verbessern, aber stattdessen sorgte es für ein heilloses Durcheinander.
An zahlreichen Flughäfen weltweit, darunter Hongkong, Berlin, Amsterdam, Denver und Manchester, gab es lange Warteschlangen und gestresste Reisende, die in die Abflugbereiche strömten. Die Check-out-Computer waren offline und ließen sich nicht nutzen, was zu Chaos und Verzögerungen führte. Ein Video auf TikTok zeigte sogar die Anzeigecomputer hinter den Check-in-Schaltern, die den berüchtigten Blue Screen of Death darstellten. Wer hätte gedacht, dass der Blue Screen auch im Flughafenalltag für Aufregung sorgen kann?
Um dem Ausfall entgegenzuwirken, mussten einige Fluggesellschaften auf traditionellere Methoden zurückgreifen. In Indien berichtete ein Reisender auf TikTok begeistert von seiner handgeschriebenen Bordkarte. Manchmal sind die alten Wege eben die besten.
Die Federal Aviation Administration (FAA) überwachte die Situation aufmerksam und stand in Kontakt mit den betroffenen Fluggesellschaften, um bei Bodenstopps zu helfen, bis der Ausfall behoben war. Doch bis dahin blieb die Misery Map von FlightAware nicht gerade erfreulich. Allein in den USA gab es insgesamt 1.401 Verspätungen und 365 Flugstornierungen. Der Flughafen mit den meisten Störungen war der Hartsfield-Jackson International Airport in Atlanta, wo es zu 170 Verspätungen und 73 Flugstornierungen kam. Weltweit wurden insgesamt 20.465 Verspätungen verzeichnet.
Delta Air Lines, eine der betroffenen Fluggesellschaften, konnte einige Flugabflüge wieder aufnehmen, nachdem das technische Problem bei einem Dienstleister behoben wurde. Dennoch wurden für den restlichen Freitag weitere Verzögerungen und Flugstreichungen erwartet. Als Entschädigung bot Delta seinen Kunden eine Reisefreistellung für alle am 19. Juli gebuchten Flüge an. Die Kunden hatten die Möglichkeit, ihre Reisepläne über die Website delta.com und die mobile Anwendung Fly Delta zu verwalten. Delta versprach, dass bei Umbuchungen im selben Servicebereich wie ursprünglich gebucht, keine zusätzlichen Kosten anfallen würden. Bei Umbuchungen nach dem 24. Juli würde der Unterschied im Ticketpreis zwischen dem ursprünglichen und dem neuen Ticket jedoch in Rechnung gestellt werden. Es war also wichtig, die Reisepläne im Blick zu behalten und eventuelle Änderungen rechtzeitig vorzunehmen.
Selbst United Airlines blieb von dem Ausfall nicht verschont. Auch hier hatte ein weltweiter Ausfall einer Software eines externen Anbieters Auswirkungen auf die Computersysteme. United setzte einige Flüge fort, warnte jedoch vor weiteren Beeinträchtigungen im Flugplan. Um den Kunden die Anpassung ihrer Reisepläne zu erleichtern, ermutigte United sie, Änderungen über die Website united.com oder die United App vorzunehmen.
Im Gegensatz dazu konnte American Airlines seine Operationen ab 5 Uhr ET wieder aufnehmen. Auch hier gab es ein weitreichendes technisches Problem bei einem Anbieter, das sich auf mehrere Fluggesellschaften auswirkte. Die Teams von American arbeiteten intensiv daran, die Angelegenheit zu lösen und sich um ihre Kunden zu kümmern. Ab 5 Uhr Eastern Time konnten sie den Betrieb sicher wieder aufnehmen. Dennoch warnte die Fluggesellschaft vor weiteren Beeinträchtigungen im Flugplan und forderte ihre Kunden auf, die American Airlines App oder die Webseite aa.com zu überprüfen, um den aktuellen Flugstatus abzurufen.
Southwest Airlines blieb von dem Ausfall verschont und weigerte sich, einen Kommentar abzugeben. Anscheinend waren ihre Flugsysteme nicht betroffen, aber es wird noch daran gearbeitet. Hoffen wir, dass sie ihre Systeme im Griff haben, denn niemand möchte auf dem Flughafen festsitzen, während alle anderen schon längst in der Luft sind.
IT-Ausfälle sind immer ärgerlich, vor allem wenn sie die Reisepläne von tausenden Menschen durcheinanderbringen. In einer zunehmend digitalen Welt sind wir jedoch abhängig von funktionierender Technologie. Hoffen wir, dass die Fluggesellschaften aus diesem Vorfall lernen und ihre IT-Systeme in Zukunft noch besser schützen, um solche Ausfälle zu vermeiden. Und bis dahin sollten wir uns vielleicht lieber eine handgeschriebene Bordkarte wünschen.
Schlagwörter: Delta + Atlanta + Juli
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