In der Welt der Softwareentwicklung ist immer was los. Ständig tauchen neue Tools und Begriffe auf, als gäbe es ein Gewinnspiel für die meisten Neuschöpfungen. DevOps war lange Zeit der heiße Scheiß, aber jetzt wird es langsam von Platform Engineering abgelöst. Ein bisschen wie ein Popstar, der von einem aufstrebenden Newcomer verdrängt wird.
Bei der Online-Konferenz PlatformCon haben tausende Teilnehmer aus verschiedenen Ländern über die Zukunft der Softwareentwicklung diskutiert. Die DevOps-Community ist bekannt für ihre Offenheit und ihre fehlende Bereitschaft, sich in In- und Out-Groups zu spalten. SRE und Platform Engineering werden eher als Erweiterungen des DevOps-Toolkits betrachtet, um Unternehmen bei der Verbesserung ihrer Anwendungs-Deployments und der Steigerung der Produktivität ihrer Entwicklungsteams zu unterstützen.
Man könnte sagen, dass die Produktivität der Schlüssel zum Glück ist, zumindest am Arbeitsplatz. Besonders im Kontext der Developer Experience sind Faktoren wie Arbeitsbelastung und kognitive Beanspruchung der Entwicklungsteams entscheidend für die Zufriedenheit. Platform Engineering beschäftigt sich mit einem Problem, das erst kürzlich ins Rampenlicht gerückt ist: der wachsenden Komplexität bei der Softwarebereitstellung. Das Ziel von Platform Engineering ist es, die Produktivität der Teams zu steigern und ihre Arbeitszufriedenheit zu verbessern. Kein Wunder also, dass es gerade so beliebt ist.
Aber ist Platform Engineering wirklich der neue DevOps? Wahrscheinlich nicht. Dank DevOps hat die IT-Community bereits ein umfangreiches Arsenal an Tools und Prinzipien zur Hand, das ständig verbessert und erweitert wird. DevOps hat auch eine starke kulturelle Komponente. Zum Beispiel sind Blameless Post-Mortems (also Retrospketiven ohne Schuldzuweisungen) ein wichtiger Bestandteil, um Burnouts zu vermeiden und organisatorische Silos aufzubrechen. DevOps betrachtet viele organisatorische Aspekte, während die aktuellen Konzepte eher spezifische Dimensionen genauer betrachten: DevSecOps konzentriert sich auf Sicherheit, während SRE moderne Betriebsmodelle in den Vordergrund stellt.
Platform Engineering hingegen zielt darauf ab, Teams mit den technischen Fähigkeiten auszustatten, um mit der wachsenden Komplexität umzugehen. Es erweitert den Fokus auf die Entwickler-Community und berücksichtigt Unternehmensinteressen wie Sicherheit und Infrastrukturbetrieb. Die Bereitstellung von Anwendungen und IT-Infrastruktur ist heute viel komplexer als vor 15 Jahren. Damals gab es vierteljährliche Software-Releases und Entwickler mussten nur ein paar Systeme bereitstellen. Heutzutage haben wir Cloud-native Technologien und eine unüberschaubare Anzahl von Open-Source-Komponenten, die zu vielen transitive Abhängigkeiten führen und den Sourcecode vervielfachen. Die Veröffentlichungszyklen sind kürzer geworden und es gibt eine Vielzahl von Tools in den Bereichen Test, Builds, Release und Infrastruktur. Die Freiheit der Teams, ihre eigenen Werkzeuge auszuwählen, hat zu einer deutlichen Vielfalt an Tools geführt, was die Komplexität erhöht hat.
Bei Platform Engineering dreht sich alles um die Bedürfnisse der Nutzer und Kunden. Es wird ein umfassender Ansatz verfolgt, um die Akzeptanz der Plattform zu steigern. Die Stakeholder der Plattform tragen die Verantwortung für Prozesse und Standards wie Sicherheit und Infrastruktur. Um eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten funktioniert, muss das Platform-Entwicklungsteam zwischen den verschiedenen Interessengruppen vermitteln. So ähnlich wie ein Streitschlichter auf dem Schulhof, nur dass es hier um die Zukunft der Softwareentwicklung geht.
Also, obwohl Platform Engineering gerade im Rampenlicht steht, wird DevOps weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Es hat bereits die Grundlage für eine effiziente und kollaborative Arbeitsweise geschaffen. Aber wer weiß, vielleicht taucht in ein paar Jahren schon das nächste große Ding auf. Bis dahin können wir uns ja noch ein bisschen an Platform Engineering erfreuen und schauen, wohin die Reise geht.
Schlagwörter: DevOps + SRE + PlatformCon
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