In einem überraschenden Schlag gegen die dunkle Seite des Internets ist es den Aktivist:innen von Anonymous gelungen, die Kontrolle über die Server des Darknet-Upload-Dienstes PedoBum (PB) zu erlangen. Statt kinder- und jugendpornografische Bilder zu sehen, präsentiert die Website den Besucher:innen nun ein Bekennervideo von Anonymous. PedoBum hatte sich über einen langen Zeitraum hinweg als zentrale Plattform für den Austausch von Bildern in Pädophilen-Chats und sogenannten Image-Boards etabliert. Statt Bilder einzeln im Chat oder Forum hochzuladen, wurde auf das entsprechende Bildarchiv auf den Servern von PedoBum verlinkt.
In dem uns zugespielten Bekennervideo warnt das Hackerkollektiv davor, die Daten der Nutzer:innen an die Strafverfolgungsbehörden weiterzuleiten. Sie bezeichnen den Administrator des Darknet-Dienstes als „Clown“, da er den Hackern die Arbeit leicht gemacht habe. Diese Bedrohung sollte ernst genommen werden. Unsere Informanten haben berichtet, dass PedoBum in der Vergangenheit bewusst auf JavaScript und andere aktive Inhalte verzichtet haben soll. Mittlerweile ist die Seite jedoch mit schädlichem JavaScript infiziert und es wird sogar versucht, eine Java-Anwendung nachzuladen. Es wird vermutet, dass es sich dabei um den Versuch handelt, die Benutzer:innen im Darknet trotz der Anonymisierung durch den Tor-Browser zu identifizieren.
Im Zuge ihrer Operation #OpPedoBum, die am 29. Juni gestartet wurde, haben die Hacker von Anonymous auch die Link-Austausch-Plattform Yet Another Topic Link (YATL) erfolgreich übernommen. Auch in diesem Fall wird angeblich nur noch das Bekennervideo der Hacker angezeigt. Es ist unklar, ob Anonymous auch für die Abschaltung anderer Link-Sammlungen und Pädo-Chats verantwortlich ist oder ob die Betreiber:innen vorsorglich ihre Server offline genommen haben, um nicht ins Visier der Anonymous-Hacker zu geraten.
Die Aktion von Anonymous zeigt einmal mehr ihre Entschlossenheit, gegen illegale Aktivitäten im Darknet vorzugehen. Es bleibt abzuwarten, wie die Behörden und die Betreiber:innen der betroffenen Plattformen auf diese Übernahmen reagieren werden. Die Tatsache, dass PedoBum und YATL offenbar Schwächen in ihrer Sicherheitsarchitektur hatten, verdeutlicht die Notwendigkeit, immer wieder auf die Bedeutung von effektiven Sicherheitsmaßnahmen hinzuweisen, um solche Hacks zu verhindern. Anonymous hat erneut gezeigt, dass sie die dunklen Ecken des Internets nicht ungestraft lassen und dass sie diejenigen zur Verantwortung ziehen werden, die solche schrecklichen Verbrechen unterstützen.
Schlagwörter: PedoBum + Anonymous + PB
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