{"id":11119,"date":"2024-12-17T15:34:49","date_gmt":"2024-12-17T15:34:49","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2024\/12\/17\/lizenzstreit-eskaliert-arm-klagt-qualcomm-wegen-nuvia-technik\/"},"modified":"2024-12-17T15:34:49","modified_gmt":"2024-12-17T15:34:49","slug":"lizenzstreit-eskaliert-arm-klagt-qualcomm-wegen-nuvia-technik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=11119","title":{"rendered":"Lizenzstreit eskaliert: ARM klagt Qualcomm wegen Nuvia-Technik"},"content":{"rendered":"<p>Der milliardenschwere Technologiekampf um CPU-Lizenzen hat einen neuen H\u00f6hepunkt erreicht: Die eng miteinander verbundenen Gesch\u00e4ftspartner ARM und Qualcomm lassen ihren Lizenzkonflikt vor einem US-Bundesgericht in Delaware verhandeln. Im Fokus steht die \u00dcbernahme des Prozessor-Start-ups Nuvia durch Qualcomm im Jahr 2021, nach der sich ARM benachteiligt sieht. Am Montag fand der erste Gerichtstermin (Aktenzeichen 1:22-cv-01146) statt, in dem beide Seiten ihre Argumente vor einem Geschworenenpanel darlegen.<\/p>\n<p>ARM behauptet, dass Qualcomm die von Nuvia entwickelten CPU-Kerne mit ARM-Architektur unerlaubt in eigenen Prozessoren einsetzt, obwohl ein spezifisches Lizenzabkommen f\u00fcr diese Kerntypen existiert. Die Entwickler bei Nuvia hatten unter anderem fortschrittliche ARMv9-basierte Kerne geschaffen, die in Qualcomms aktuellen Prozessoren jedoch noch nicht vollst\u00e4ndig genutzt werden. ARM sieht darin einen Versto\u00df gegen die vereinbarten Auflagen und fordert Schadensersatz sowie eine zuk\u00fcnftige Lizenzierung f\u00fcr diese speziellen Kerne.<\/p>\n<p>Qualcomm hingegen argumentiert, dass sie innerhalb der bestehenden Lizenzvereinbarungen agieren und die Nuvia-Kerne unter den Rahmenbedingungen lizenziert verwenden d\u00fcrfen. Im Gerichtssaal wurde von Qualcomms Anwaltsteam zudem ein indirekter Vorwurf gegen ARM erhoben: Das Unternehmen soll eigene Chips entwerfen und produzieren wollen, was andere Lizenznehmer wie Qualcomm benachteiligen w\u00fcrde \u2013 eine mutma\u00dfliche Wettbewerbsverzerrung. Der ARM-Chef Rene Haas bestreitet diese Behauptung und betont, dass ARM keine eigenen Chips herstellt, aber verschiedene strategische Optionen in Erw\u00e4gung zieht.<\/p>\n<p>Ein besonders brisantes Element im Verfahren ist die Ank\u00fcndigung von ARM an zahlreiche Qualcomm-Kunden, dass der Rechtsstreit m\u00f6glicherweise zum Abbruch der Produktion mit Nuvia-Technik f\u00fchren k\u00f6nnte. Haas rechtfertigt diese Vorgehensweise damit, dass viele Partner und Kunden nachgefragt h\u00e4tten. Diese \u00c4u\u00dferung sorgt jedoch f\u00fcr Unsicherheit in der Branche und wird von Qualcomm als Druckmittel missverstanden.<\/p>\n<p>Die Gerichtsverhandlung, die bereits am ersten Tag kontrovers verlief, zieht weitere Akteure in ihren Bann: Apple und Ampere Computing sind als Zuschauer mit Anw\u00e4lten vor Ort vertreten. Apple hat zudem beantragt, dass sein Lizenzabkommen mit ARM geheim gehalten wird. Die Entscheidung des Gerichts ist f\u00fcr kommenden Donnerstag vorgesehen. Bis dahin bleibt die Zukunft der Nuvia-Technologie und die strategische Zusammenarbeit zwischen ARM und Qualcomm ungewiss.<\/p>\n<p>Ein Detail zeigt zudem die Dynamik des Marktes: Qualcomm arbeitet bereits an einer neuen Prozessorgeneration mit Nuvia-Technik auf ARMv9-Stand, obwohl das aktuelle Verfahren noch l\u00e4uft. Dies deutet darauf hin, dass beide Unternehmen trotz des Konflikts weiterhin an innovativen L\u00f6sungen arbeiten und sich langfristig auf den ARM-Standard verlassen.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: ARM Qualcomm + Qualcomm + Nuvia<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der milliardenschwere Technologiekampf um CPU-Lizenzen hat einen neuen H\u00f6hepunkt erreicht: Die eng miteinander verbundenen Gesch\u00e4ftspartner ARM und Qualcomm lassen ihren Lizenzkonflikt vor einem US-Bundesgericht in Delaware verhandeln. Im Fokus steht die \u00dcbernahme des Prozessor-Start-ups Nuvia durch Qualcomm im Jahr 2021, nach der sich ARM benachteiligt sieht. 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