{"id":1443,"date":"2023-11-10T14:39:34","date_gmt":"2023-11-10T14:39:34","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2023\/11\/10\/bill-gates-kuendigt-windows-update-an-neue-software-behebt-dos-einschraenkungen\/"},"modified":"2023-11-10T14:39:34","modified_gmt":"2023-11-10T14:39:34","slug":"bill-gates-kuendigt-windows-update-an-neue-software-behebt-dos-einschraenkungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=1443","title":{"rendered":"Bill Gates k\u00fcndigt Windows-Update an: Neue Software behebt DOS-Einschr\u00e4nkungen"},"content":{"rendered":"<p>Bill Gates und Paul Allen traten am 10. November 1983 vor Journalisten im New Yorker Plaza Hotel auf, um eine bedeutende Ank\u00fcndigung zu machen. Sie enth\u00fcllten, dass die Ver\u00f6ffentlichung eines neuen Produkts namens Microsoft Windows f\u00fcr April 1984 geplant war. Dieses neue Betriebssystem sollte Benutzern, die unter den Einschr\u00e4nkungen von DOS zu leiden hatten, die M\u00f6glichkeit bieten, zwischen verschiedenen Fenstern und Programmen zu wechseln.<\/p>\n<p>Kurz nach der Ank\u00fcndigung begann die Computermesse Comdex, auf der Microsoft eine bisher ungekannte Werbeoffensive f\u00fcr Software startete. Obwohl die Ver\u00f6ffentlichung von Microsoft Windows erst am 20. November 1985 erfolgte, erhielt Bill Gates den Titel &#8222;Viscount of Vaporware&#8220; aufgrund der vorzeitigen Ank\u00fcndigung des Produkts.<\/p>\n<p>Um die Bedeutung dieser Ank\u00fcndigung im historischen Kontext zu verstehen, muss man wissen, dass damals der Software-Gigant Visicorp den Markt beherrschte. Mit der ersten Tabellenkalkulation VisiCalc erzielte das Unternehmen einen Umsatz, der 15-mal h\u00f6her war als der von Microsoft. Visicorp arbeitete an einer grafischen Benutzeroberfl\u00e4che namens VisiON, die Ende 1983 erscheinen sollte. Bill Gates war sich dessen bewusst, da er selbst eine Demo der Software ausprobiert hatte. Au\u00dferdem war er \u00fcber Apples Lisa informiert, einem Konkurrenzprodukt, das ebenfalls mit einer grafischen Benutzeroberfl\u00e4che ausgestattet war. Zu guter Letzt waren auch Programmierer von Microsoft an dem geheimen Projekt beteiligt, das im Jahr 1984 den Macintosh auf den Markt brachte.<\/p>\n<p>Gates war sich also der Konkurrenz bewusst und wusste, dass IBM, der wichtigste Partner von Microsoft, bereits Pl\u00e4ne f\u00fcr ein eigenes System namens Topview hatte. Um nicht den Anschluss zu verlieren, beschlossen Gates und Allen, eine Taktik zu verwenden, die bei IBM ber\u00fcchtigt war: die Vorank\u00fcndigung, um die Konkurrenz zu entmutigen. Sie k\u00fcndigten also eine Software an, die bisher nur vage skizziert worden war: Microsoft Windows sollte den Programmwechsel erleichtern und auf herk\u00f6mmlichen PCs mit begrenztem Arbeitsspeicher und zwei Diskettenlaufwerken lauff\u00e4hig sein.<\/p>\n<p>Diese Ank\u00fcndigung stellte eine Herausforderung f\u00fcr Visicorp dar, da VisiON mindestens doppelt so viel Arbeitsspeicher und eine Festplatte als virtuellen Speicher ben\u00f6tigte. Dar\u00fcber hinaus erm\u00f6glichte es Windows-Entwicklern, ihre Software direkt am PC zu entwickeln, w\u00e4hrend bei Visicorp die Entwicklung auf einem VAX-System von Digital Equipment stattfinden musste.<\/p>\n<p>Am 10. November 1983 gab Bill Gates in New York die Ank\u00fcndigung von Microsoft Windows bekannt und versammelte die Unternehmen, die das neue Betriebssystem mit ihren PCs b\u00fcndeln wollten. Die Liste der Partnerunternehmen umfasste namhafte Firmen wie Columbia Data, Compaq, Convergent, Data General, Digital Equipment, Eagle, Hewlett Packard, Radio Shack, Seequa, Wang und Zenith. Diese beeindruckende Allianz beeindruckte auch die Fachpresse.<\/p>\n<p>Laut der Pressemitteilung zur Windows-Gala wurde versichert, dass Microsoft Windows als OEM-Produkt verf\u00fcgbar sein wird und jeder OEM seine eigene Preisgestaltung haben wird. Der Verkauf von Microsoft Windows sollte \u00e4hnlich wie bei MS-DOS erfolgen und nur geringe oder keine zus\u00e4tzlichen Kosten f\u00fcr ein Computersystem verursachen. Microsoft erwartete, dass pro System zwischen 8 und 24 US-Dollar berechnet werden w\u00fcrden. Die OEMs sollten einen B\u00fcndelvertrag abschlie\u00dfen, der zwischen 20.000 und 60.000 Lizenzen pro Kategorie von Computern umfasste.<\/p>\n<p>Doch was genau zeigte Bill Gates eigentlich in New York? Intern als &#8222;Smoke and Mirrors Demo&#8220; bezeichnet, war Windows nichts weiter als eine Zusammenstellung von Screenshots, die sich an der Men\u00fcstruktur von Multiplan orientierten. Die Demo wurde in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Byte ver\u00f6ffentlicht, die zuvor ausf\u00fchrlich \u00fcber VisiON berichtet hatte. In der abschlie\u00dfenden Beurteilung wurde deutlich, dass die Kombination aus der Desktop-Metapher und der Maus das Potenzial hatte, nicht-technischen Menschen Computerkenntnisse n\u00e4herzubringen und eine breite Zielgruppe anzusprechen. Microsoft Windows sollte als erster gro\u00dfer Testlauf f\u00fcr diese Desktop-Metapher dienen und die beabsichtigten Nutzer erreichen, bevor ein \u00fcberraschendes Produkt einer anderen Firma vorgestellt wurde.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Microsoft Windows + Ank\u00fcndigung + Konkurrenz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bill Gates und Paul Allen traten am 10. 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