{"id":1451,"date":"2023-11-10T16:03:19","date_gmt":"2023-11-10T16:03:19","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2023\/11\/10\/chimaeren-premiere-leuchtendes-affenbaby-erregt-aufsehen-in-der-wissenschaft\/"},"modified":"2023-11-10T16:03:19","modified_gmt":"2023-11-10T16:03:19","slug":"chimaeren-premiere-leuchtendes-affenbaby-erregt-aufsehen-in-der-wissenschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=1451","title":{"rendered":"Chim\u00e4ren-Premiere: Leuchtendes Affenbaby erregt Aufsehen in der Wissenschaft"},"content":{"rendered":"<p>Da schaut man nichtsahnend in die Zeitung und pl\u00f6tzlich springt einem ein leuchtendes Affenbaby entgegen. Ja, richtig gelesen, ein Baby mit fluoreszierenden Augen und Fingerkuppen. Da fragt man sich doch unweigerlich, was da in der Wissenschaft wieder f\u00fcr verr\u00fcckte Sachen abgehen.<\/p>\n<p>Wie sich herausstellt, handelt es sich bei diesem kleinen Wunder um die erste Chim\u00e4re in der Welt der Primaten. Und nein, hier geht es nicht um mythische Mischwesen aus der griechischen Mythologie. Kein Ziegen-Pferde-Schlangen-Dreikopf-Monster. Diese Chim\u00e4re ist das Ergebnis der Vereinigung zweier genetisch unterschiedlicher Embryonen derselben Affenart, n\u00e4mlich den Javaner-Affen.<\/p>\n<p>Ein Forscherteam aus Shanghai hat im Labor Stammzellen eines jungen Affenembryos mit Stammzellen eines anderen jungen Affenembryos zusammengebracht. Klingt nach einer Art genetischer Partnersuche in der Petrischale. Die Stammzellen wurden vorher durch gentechnische Methoden in pluripotente Stammzellen umprogrammiert, die sich in so ziemlich jedes Gewebe im K\u00f6rper entwickeln k\u00f6nnen. Muskelgewebe, Herzgewebe, Nerven, Eizellen &#8211; you name it.<\/p>\n<p>Damit nicht genug, haben die Forscher auch noch den genetischen Code f\u00fcr ein gr\u00fcn leuchtendes Protein in die Zellen des Spenderembryos integriert. Warum? Na, um zu sehen, wie die pluripotenten Stammzellen sich w\u00e4hrend der Entwicklung des Embryos entwickeln. Kurz gesagt, sie wollten wissen, wie viele von diesen magischen Allesk\u00f6nner-Zellen da drin stecken.<\/p>\n<p>Das Ganze wurde dann an Affenweibchen implantiert und von \u00fcber 200 genetisch ver\u00e4nderten Primatenembryonen wiesen etwa 70 Merkmale von Chimeren auf. Von den zw\u00f6lf Tr\u00e4gerinnen wurden tats\u00e4chlich zwei schwanger und am Ende blieben zwei chim\u00e4re Jungtiere \u00fcbrig. Eines davon kam lebend zur Welt, w\u00e4hrend das andere leider schon im Mutterleib verstarb. Der Anteil der leuchtenden Biomarker variierte zwischen 21 und 92 Prozent &#8211; je nachdem, welches Gewebe man sich genauer angesehen hat. Die Forscher haben da wirklich alles getestet, von Kopf bis Fu\u00df.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es immer wieder Diskussionen \u00fcber die ethischen Aspekte solcher Experimente. Schlie\u00dflich sollte man auch das Wohl der beteiligten Tiere und das m\u00f6gliche Leid, das diesen Chim\u00e4ren zugef\u00fcgt werden k\u00f6nnte, in Betracht ziehen. Das hat zumindest der Sozialethiker Michael Coors von der Universit\u00e4t Z\u00fcrich in einem Artikel in der S\u00fcddeutschen Zeitung gefordert. Aber was soll man sagen, die Wissenschaftler machen halt, was die Wissenschaftler machen.<\/p>\n<p>Und was ist nun mit dem leuchtenden Affenbaby? Leider geh\u00f6rt es mittlerweile der Vergangenheit an. Nach nur zehn Tagen erlitt es einen Zusammenbruch und wurde daraufhin euthanasiert. Eine traurige Geschichte f\u00fcr das kleine gr\u00fcn leuchtende Wesen.<\/p>\n<p>Na ja, wer wei\u00df, vielleicht hat die Wissenschaft ja noch mehr solcher \u00dcberraschungen auf Lager. Vielleicht bekommen wir in Zukunft leuchtende Hunde oder gl\u00fchende Katzen zu sehen. Oder am Ende sogar leuchtende Menschen. Aber bis dahin bleibt es wohl noch ein weiter Weg. In der Zwischenzeit k\u00f6nnen wir uns ja mit gr\u00fcn leuchtenden Affenbabys begn\u00fcgen.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Chim\u00e4re + Stammzellen + Ethik<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da schaut man nichtsahnend in die Zeitung und pl\u00f6tzlich springt einem ein leuchtendes Affenbaby entgegen. Ja, richtig gelesen, ein Baby mit fluoreszierenden Augen und Fingerkuppen. Da fragt man sich doch unweigerlich, was da in der Wissenschaft wieder f\u00fcr verr\u00fcckte Sachen abgehen. 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