{"id":1821,"date":"2023-11-19T13:35:05","date_gmt":"2023-11-19T13:35:05","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2023\/11\/19\/dafta-2022-ki-und-datenschutz-im-fokus-chancen-risiken-und-haftung\/"},"modified":"2023-11-19T13:35:05","modified_gmt":"2023-11-19T13:35:05","slug":"dafta-2022-ki-und-datenschutz-im-fokus-chancen-risiken-und-haftung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=1821","title":{"rendered":"DAFTA 2022: KI und Datenschutz im Fokus &#8211; Chancen, Risiken und Haftung"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln war in diesem Jahr der Gastgeber f\u00fcr die 47. Datenschutzfachtagung (DAFTA). Das Hauptthema der Tagung war die Auswirkungen von K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) auf den betrieblichen Datenschutz. Es ist ja auch schon erstaunlich, was heutzutage alles mit KI m\u00f6glich ist. Von selbstfahrenden Autos bis hin zur Vorhersage von Krankheiten &#8211; die Technologie entwickelt sich rasant weiter und hat Auswirkungen auf alle Bereiche unseres Lebens.<\/p>\n<p>Bei der Tagung warnte Prof. Tobias Keber, der Landesbeauftragte f\u00fcr Datenschutz und Informationsfreiheit Baden-W\u00fcrttemberg, in seiner Rede vor einer Vermenschlichung von KI-Systemen. Denn obwohl KI in der Lage ist, menschen\u00e4hnliche F\u00e4higkeiten zu entwickeln, bleibt sie dennoch ein technisches System, das klare datenschutzrechtliche Verantwortlichkeiten erfordert. Es ist wichtig, hier klare Grenzen zu setzen und den Datenschutz weiterhin zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Ein weiteres wichtiges Thema, das bei der Diskussion \u00fcber K\u00fcnstliche Intelligenz oft \u00fcbersehen wird, ist der Personenbezug. Dr. Marit Hansen, Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, und Tobias Haar, General Counsel des KI-Startups Aleph Alpha, betonten bei einer Podiumsdiskussion die Wichtigkeit eines individuellen Ansatzes bei der Bewertung des datenschutzrechtlichen Einsatzes von KI in Unternehmen. Denn bei der Verwendung von KI-Systemen m\u00fcssen wir immer im Blick behalten, dass es um personenbezogene Daten geht und der Schutz dieser Daten oberste Priorit\u00e4t hat.<\/p>\n<p>Besonderes Augenmerk lag bei der Tagung auf der Frage der Haftung, die sich aus der Entwicklung von KI-Systemen ergibt. Wer ist verantwortlich, wenn ein KI-System Schaden anrichtet oder falsche Entscheidungen trifft? Diese Frage ist noch immer nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt und wird in Zukunft sicherlich noch f\u00fcr Diskussionen sorgen.<\/p>\n<p>Neben den Risiken und Haftungsfragen wurden auf der DAFTA auch die positiven Aspekte von KI hervorgehoben. Es wurde betont, dass Machine Learning dazu beitragen kann, die IT-Sicherheit zu st\u00e4rken. Durch die Erkennung von Anomalien, Intrusion Detection und Seitenkanalangriffen kann KI helfen, Bedrohungen fr\u00fchzeitig zu erkennen und abzuwehren. Das ist nat\u00fcrlich eine gute Nachricht f\u00fcr alle, die sich um ihre Daten und ihre Sicherheit sorgen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Thema, das auf der Tagung diskutiert wurde, war der Fortschritt des Gesetzgebungsverfahrens f\u00fcr die europ\u00e4ische KI-Verordnung (AI Act). Kai Zenner, der Digitalreferent im Europ\u00e4ischen Parlament, gab ein Update und sch\u00e4tzte die Wahrscheinlichkeit einer politischen Einigung in diesem Jahr auf 50:50 ein. Das zeigt, dass das Thema K\u00fcnstliche Intelligenz und Datenschutz unter gro\u00dfem Zeitdruck steht und es noch einige H\u00fcrden zu \u00fcberwinden gibt, bevor konkrete Regelungen festgelegt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auf der DAFTA wurden auch vier Wissenschaftspreise von der Gesellschaft f\u00fcr Datenschutz und Datensicherheit (GDD) verliehen. Dr. Gordian Konstantin Ebner erhielt eine Auszeichnung f\u00fcr seine Dissertation \u00fcber die Informationspflichten der DSGVO. Er kam zu dem Schluss, dass diese zwar wichtig sind, aber in ihrer aktuellen Form zu umfangreich und komplex sind. Weniger, aber besser gestaltete Informationen k\u00f6nnten effektiver sein.<\/p>\n<p>Dr. Robin L. M\u00fchlenbeck wurde ebenfalls ausgezeichnet f\u00fcr seine Dissertation \u00fcber anonyme und pseudonyme Daten. Er erarbeitete eine erweiterte Interpretation des Personenbezugs und definierte die wesentlichen rechtlichen Anforderungen f\u00fcr die Bewertung des Personenbezugs, der Pseudonymit\u00e4t und Anonymit\u00e4t von Daten.<\/p>\n<p>Dr. Scott Thiebes erhielt einen Preis f\u00fcr seine Dissertation \u00fcber die genetische Privatsph\u00e4re und den Austausch genetischer Daten. Er betonte, dass das Spannungsfeld zwischen dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung und den Datenschutzrisiken, die durch das Teilen genetischer Daten entstehen, nicht allein technisch oder durch Gesetze gel\u00f6st werden kann.<\/p>\n<p>Jessica Hertenstein wurde f\u00fcr ihre Masterarbeit mit dem F\u00f6rderpreis ausgezeichnet. Ihre Arbeit besch\u00e4ftigte sich mit der Risikobeurteilung in der Datenschutz-Folgenabsch\u00e4tzung im Zusammenhang mit Seniorenpflegeeinrichtungen. Hier stehen Pflegeeinrichtungen vor der Herausforderung, eine Risikobeurteilung f\u00fcr die Datenverarbeitung durchzuf\u00fchren, und Hertenstein entwickelte eine Methode, um dies umfassend zu tun.<\/p>\n<p>Der Journalist und Autor J\u00f6rg Schieb erhielt den GDD-Datenschutzpreis f\u00fcr seine herausragenden Leistungen in den Medien sowie sein Fachwissen in den Bereichen Digitalisierung und Datenschutz. Die GDD w\u00fcrdigte seine F\u00e4higkeit, komplexe Datenschutzthemen verst\u00e4ndlich einem breiten Publikum zu vermitteln und betonte seinen Beitrag zur F\u00f6rderung von Transparenz und Verbraucherinteressen im Bereich Datenschutz.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Datenschutzverantwortlichkeiten + Personenbezug bei KISystemen + Positive Auswirkungen von KI auf ITSicherheit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6ln war in diesem Jahr der Gastgeber f\u00fcr die 47. Datenschutzfachtagung (DAFTA). 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