{"id":1845,"date":"2023-11-20T12:53:04","date_gmt":"2023-11-20T12:53:04","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2023\/11\/20\/ki-vs-krebs-fortschritte-aber-noch-keine-experten-alternative\/"},"modified":"2023-11-20T12:53:04","modified_gmt":"2023-11-20T12:53:04","slug":"ki-vs-krebs-fortschritte-aber-noch-keine-experten-alternative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=1845","title":{"rendered":"KI vs. Krebs: Fortschritte, aber noch keine Experten-Alternative!"},"content":{"rendered":"<p>Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz in der personalisierten Krebstherapie: Wenn Maschinen zu Onkologen werden<\/p>\n<p>Die Behandlung von Krebs ist eine komplexe Angelegenheit. Es m\u00fcssen viele Entscheidungen getroffen werden, und je mehr wir \u00fcber die Biologie von Tumoren verstehen, desto vielf\u00e4ltiger werden die Behandlungsm\u00f6glichkeiten. Um eine individuell angepasste Therapie f\u00fcr Patient:innen anbieten zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen verschiedene Daten ausgewertet und interpretiert werden. Und wer macht das? Na klar, K\u00fcnstliche Intelligenz!<\/p>\n<p>Ein Team von schlauen K\u00f6pfen an der Charit\u00e9 \u2013 Universit\u00e4tsmedizin Berlin und der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin hat k\u00fcrzlich untersucht, ob K\u00fcnstliche Intelligenz, wie zum Beispiel ChatGPT, bei der personalisierten Krebstherapie helfen kann. Das Projekt geh\u00f6rt zu einer Reihe von Initiativen an der Charit\u00e9, bei denen die M\u00f6glichkeiten von KI f\u00fcr die Patientenversorgung analysiert werden.<\/p>\n<p>Wenn der K\u00f6rper bestimmte Gen-Mutationen nicht selbst reparieren kann, kann das zu unkontrolliertem Zellwachstum f\u00fchren, was letztendlich zur Bildung eines Tumors f\u00fchrt. Die Pr\u00e4zisionsonkologie nutzt dieses Wissen, um gezielt \u00fcberaktive Onkogene mit spezifischen Arzneimitteln zu deaktivieren. Daf\u00fcr wird eine genetische Analyse des Tumorgewebes durchgef\u00fchrt, um die geeigneten Gen-Mutationen f\u00fcr die Behandlung zu finden. \u00c4rztinnen und \u00c4rzte geben dann individuelle Therapieempfehlungen ab. Das klingt komplex, oder? Deshalb gibt es an der Charit\u00e9 ein molekulares Tumorboard (MTB) aus Expert:innen der Pathologie, Molekularpathologie, Onkologie, Humangenetik und Bioinformatik, die gemeinsam die vielversprechendsten Therapieans\u00e4tze identifizieren.<\/p>\n<p>Jetzt kommt die KI ins Spiel! Dr. Damian Rieke, ein Arzt an der Charit\u00e9, Prof. Dr. Ulf Leser und Xing David Wang von der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin sowie Dr. Manuela Benary, eine Bioinformatikerin an der Charit\u00e9, haben sich gefragt, ob K\u00fcnstliche Intelligenz bei der Entscheidungsfindung in der Therapie unterst\u00fctzen kann. In einer aktuellen Ver\u00f6ffentlichung im Fachmagazin JAMA Network Open haben sie die Potenziale und Einschr\u00e4nkungen von ChatGPT und anderen KI-Modellen untersucht. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Die KI-Modelle konnten personalisierte Therapieoptionen erkennen, allerdings waren sie nicht so gut wie menschliche Expertinnen und Experten. Aber hey, immerhin haben sie es versucht!<\/p>\n<p>F\u00fcr das Experiment wurden zehn fiktive Tumorprofile erstellt und ein Facharzt sowie vier KI-Modelle wurden beauftragt, eine individualisierte Behandlungsoption zu identifizieren. Die Ergebnisse wurden den Mitgliedern des Tumorboards zur Begutachtung vorgelegt, ohne dass sie wussten, ob die Empfehlungen von einem Menschen oder einer Maschine stammten. Es stellte sich heraus, dass die KI-Modelle \u00fcberraschend gute Therapieoptionen identifizierten, aber eben nicht so gut wie die menschlichen Expert:innen. Dennoch sind die verbesserten KI-Modelle ein Hoffnungsschimmer f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch Herausforderungen beim Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz in der realen Patientenversorgung. Datenschutz und Reproduzierbarkeit sind wichtige Aspekte, die ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen. Dr. Damian Rieke bleibt dennoch optimistisch und glaubt, dass KI in der Medizin eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen wird. Die Charit\u00e9 ist ebenfalls auf dem KI-Trip und forscht nicht nur in der Krebstherapie, sondern auch in anderen Bereichen wie der Pflege oder der Vorhersage von Schlaganf\u00e4llen.<\/p>\n<p>Alles in allem zeigt die Studie also, dass K\u00fcnstliche Intelligenz durchaus hilfreich sein kann, aber immer noch von menschlichen Expertinnen und Experten \u00fcberwacht werden sollte. Denn am Ende des Tages sind es immer noch wir Menschen, die die Entscheidungen treffen. Also weiterhin Daumen hoch f\u00fcr die Forschung an der Charit\u00e9 und m\u00f6ge die KI-Kraft mit uns sein!<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: K\u00fcnstliche Intelligenz KI in der Krebstherapie + Large Language Models in der medizinischen Forschung + Einsatzm\u00f6glichkeiten von KI in der Patientenversorgung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz in der personalisierten Krebstherapie: Wenn Maschinen zu Onkologen werden Die Behandlung von Krebs ist eine komplexe Angelegenheit. Es m\u00fcssen viele Entscheidungen getroffen werden, und je mehr wir \u00fcber die Biologie von Tumoren verstehen, desto vielf\u00e4ltiger werden die Behandlungsm\u00f6glichkeiten. 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