{"id":2187,"date":"2023-11-28T04:06:37","date_gmt":"2023-11-28T04:06:37","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2023\/11\/28\/uruguay-plant-aenderung-des-urheberrechts-mit-folgen-fuer-musiker-und-spotify\/"},"modified":"2023-11-28T04:06:37","modified_gmt":"2023-11-28T04:06:37","slug":"uruguay-plant-aenderung-des-urheberrechts-mit-folgen-fuer-musiker-und-spotify","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=2187","title":{"rendered":"Uruguay plant \u00c4nderung des Urheberrechts mit Folgen f\u00fcr Musiker und Spotify"},"content":{"rendered":"<p>Uruguay steht vor einer dringenden Herausforderung im Bereich des Urheberrechts, insbesondere im Online-Gesch\u00e4ft. Derzeit gibt es keine Regelung, die Musiker vor dem Verlust von Tantiemen sch\u00fctzt. W\u00e4hrend Komponisten, Textautoren, Musikverlage und Plattenlabels im Allgemeinen Anspruch auf Bezahlung haben, wenn ihre Werke gestreamt oder heruntergeladen werden, gehen die Musiker, die an den Aufnahmen beteiligt sind, leer aus &#8211; es sei denn, sie sind gleichzeitig Komponisten oder Textautoren.<\/p>\n<p>Um dieses Problem zu beheben, plant Uruguay eine Gesetzes\u00e4nderung. Allerdings hat diese \u00c4nderung auch negative Auswirkungen. Die Unsicherheit der neuen Rechtslage ist so gro\u00df, dass Spotify beschlossen hat, das Land zu verlassen. Ab Anfang 2024 wird der Streamingdienst sein Angebot in Uruguay einstellen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus entzieht die geplante Gesetzes\u00e4nderung den uruguayischen Musikern die \u00fcblichen weltweiten Exklusivrechte f\u00fcr ihre Arbeit. Stattdessen sollen sie ein vages Recht auf faire und angemessene Verg\u00fctung erhalten, das sie jedoch nicht eigenst\u00e4ndig durchsetzen k\u00f6nnen. Es scheint, dass dies nur noch durch staatlich autorisierte Verwertungsgesellschaften m\u00f6glich sein wird.<\/p>\n<p>Die vage formulierte Novelle wird voraussichtlich den uruguayischen Musikern auch die M\u00f6glichkeit nehmen, verschiedene Vertr\u00e4ge f\u00fcr die Nutzung ihrer Arbeit im Rundfunk, auf Tontr\u00e4gern, bei Veranstaltungen oder im Internet abzuschlie\u00dfen. Sobald Musiker einen Vertrag mit einer Verwertungsgesellschaft abgeschlossen haben, k\u00f6nnen sie gezwungen sein, jede Verwendung ihrer Aufnahmen zu akzeptieren, unabh\u00e4ngig davon, wer sie in welchem Kontext verwendet oder missbraucht.<\/p>\n<p>Es ist nicht klar, welche Auswirkungen der Wegfall der \u00fcblichen Exklusivrechte auf internationale Vertr\u00e4ge haben wird, die uruguayischen K\u00fcnstlern bisher eine Beteiligung an Tantiemen f\u00fcr die Nutzung ihrer Werke im Ausland garantierten.<\/p>\n<p>Das Gesetz untersagt klar und deutlich die Vergabe von Lizenzen ohne Bezahlung der Musiker. Selbst wenn ein Musiker freiwillig auf Geld verzichten m\u00f6chte, kann er dies nicht rechtskr\u00e4ftig tun. Auch Verwertungsgesellschaften m\u00fcssen stets Geld eintreiben, selbst wenn der Musiker dies nicht w\u00fcnscht oder nicht bekannt ist. Dies hat zur Folge, dass gemeinfreie Lizenzen sowie Creative Commons ihre Wirksamkeit verlieren. Eine Person, die in Uruguay auf solche Vereinbarungen vertraut, k\u00f6nnte mit einer betr\u00e4chtlichen Rechnung konfrontiert werden. Das Gesetz l\u00e4sst jedoch unklar, wer f\u00fcr die Zahlung verantwortlich ist.<\/p>\n<p>Selbst das Setzen eines Hyperlinks, der zu einem Youtube-Video f\u00fchrt, k\u00f6nnte die Verpflichtung zur Zahlung ausl\u00f6sen &#8211; sowohl f\u00fcr Youtube als auch f\u00fcr die Person, die den Link weitergegeben hat. Da es keine Ausnahmen f\u00fcr Bildung oder nicht-kommerzielle Nutzung gibt, betrifft dieses Risiko beispielsweise auch Lehrer, die ihren Sch\u00fclern eine Aufnahme vorspielen oder einfach nur den Link zu einem Online-Video teilen.<\/p>\n<p>Auch Personen, die eigene Kreationen ver\u00f6ffentlichen, in denen fremde Aufnahmen enthalten sind, droht die Pflicht zur Zahlung, selbst wenn sie kein kommerzielles Interesse haben und die Ver\u00f6ffentlichung auf einer Plattform erfolgt, die bereits entsprechende Lizenzen bezahlt.<\/p>\n<p>Dies betrifft auch den Fall des von Nutzern generierten Inhalts. Selbst digitale Bibliotheken versto\u00dfen pl\u00f6tzlich gegen das Gesetz. Es ist nicht \u00fcberraschend, dass der Verband der Bibliotheken Uruguays den Gesetzesentwurf stark bem\u00e4ngelt. Jedoch bleibt der Ruf nach Ausnahmen f\u00fcr Bildung sowie Bibliotheken und andere nicht-kommerzielle Nutzung im Parlament unbeachtet.<\/p>\n<p>Aufgrund der unklaren Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Zahlungen bef\u00fcrchtet Spotify, dass das Gesetz dazu f\u00fchrt, dass sie erneut zur Kasse gebeten werden. Schon fast 70 Prozent der Einnahmen des Streamingdienstes werden derzeit an Plattenlabels und Musikverlage f\u00fcr entsprechende Lizenzvertr\u00e4ge \u00fcberwiesen. Es ist eine lokale Eigenart in Uruguay, dass die Lizenzgeber ihre Einnahmen zwar mit Komponisten und Textautoren teilen, jedoch nicht mit den Musikern. Die Gesetzes\u00e4nderung in Uruguay l\u00e4sst offen, ob die Plattenlabels verpflichtet sind, ihre Einnahmen anders zu verteilen oder ob Streamingdienste m\u00f6glicherweise zus\u00e4tzliche Zahlungen leisten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Urheberrecht + Gesetzesnovelle + Musikerverg\u00fctung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Uruguay steht vor einer dringenden Herausforderung im Bereich des Urheberrechts, insbesondere im Online-Gesch\u00e4ft. Derzeit gibt es keine Regelung, die Musiker vor dem Verlust von Tantiemen sch\u00fctzt. 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