{"id":2589,"date":"2023-12-07T12:57:13","date_gmt":"2023-12-07T12:57:13","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2023\/12\/07\/volkswagen-audit-anstieg-des-aktienkurses-aber-kritik-bleibt\/"},"modified":"2023-12-07T12:57:13","modified_gmt":"2023-12-07T12:57:13","slug":"volkswagen-audit-anstieg-des-aktienkurses-aber-kritik-bleibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=2589","title":{"rendered":"Volkswagen-Audit: Anstieg des Aktienkurses, aber Kritik bleibt"},"content":{"rendered":"<p>Der Pr\u00fcfungsbericht zum Thema Zwangsarbeit bei Volkswagen in Xinjiang hatte bereits vor seiner Ver\u00f6ffentlichung Auswirkungen auf den Aktienkurs des Unternehmens. Am Nikolaustag stiegen die VW-Aktien um etwa f\u00fcnf Prozent und z\u00e4hlten zu den Gewinnern im Deutschen Aktienindex. Dies zeigt die hohe Bedeutung des Audits f\u00fcr Anleger und Investoren, die seit Monaten auf die Ergebnisse gewartet hatten.<\/p>\n<p>Der Bericht wurde von Markus L\u00f6ning, ehemaliger Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung, zusammengefasst. Er konnte keinerlei Anzeichen oder Nachweise f\u00fcr Zwangsarbeit bei den Mitarbeitenden finden. L\u00f6ning hat nun sein eigenes Beratungsunternehmen namens L\u00f6ning Human Rights &#038; Responsible Business gegr\u00fcndet. Trotz dieser Ergebnisse wird die Kritik an der Situation in Xinjiang voraussichtlich nicht verstummen.<\/p>\n<p>Das Volkswagen-Werk in Xinjiang sollte urspr\u00fcnglich die Beziehungen zur chinesischen Regierung und den Kunden in dieser Region st\u00e4rken. Im Westen erwies es sich jedoch als finanzielles Risiko. Der US-Finanzdienstleister MSCI warnte potenzielle Anleger, indem er die VW-Aktien mit einer Red Flag kennzeichnete. Die Fondsgesellschaft Deka schloss die Papiere aus ihrem nachhaltigen Portfolio aus und Union Investment entschied, dass das Papier nur in ihrem Nachhaltigkeitsfonds verbleiben darf, wenn es eine Pr\u00fcfung besteht. Auch mit Privatanlegern gab es erhebliche Schwierigkeiten.<\/p>\n<p>Auf der Hauptversammlung von Volkswagen im Mai 2023 hatte der Dachverband Kritischer Aktion\u00e4re seine Redezeit dem Weltkongress der Uiguren (WUC) zur Verf\u00fcgung gestellt. Einen Monat sp\u00e4ter reichte die Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) beim Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Beschwerde gegen VW, BMW und Mercedes ein. Die Konzerne konnten nicht nachweisen, angemessen auf das Risiko der Zwangsarbeit in Xinjiang reagiert zu haben. Seit dem 1. Januar 2023 sind sie gesetzlich dazu verpflichtet, dies gem\u00e4\u00df dem Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz (LkSG) zu tun.<\/p>\n<p>Es gibt umfangreiche Beweise f\u00fcr Zwangsarbeit in Xinjiang, wo die Uiguren leben. Die zust\u00e4ndige Wirtschaftskommission plant, die Region zu einem wichtigen Standort f\u00fcr die Automobilproduktion auszubauen. Bisher wurden 87 verschiedene Subventionsma\u00dfnahmen eingeleitet, darunter Verg\u00fcnstigungen bei Strom und Mieten, Infrastrukturprojekte und niedrige Lohnkosten. Diese Ma\u00dfnahmen haben positive Auswirkungen gezeigt, jedoch sind auch Anzeichen f\u00fcr Zwangsarbeit erkennbar.<\/p>\n<p>Das von VW ver\u00f6ffentlichte Audit lenkt die Aufmerksamkeit von den eigentlichen Problemen ab. Die ernsthaften Herausforderungen der uigurischen Zwangsarbeit in den Lieferketten des Unternehmens, f\u00fcr die es klare Beweise gibt, werden weiterhin ignoriert. Das Audit mag vorerst f\u00fcr einen ruhigen Abschluss des Jahres gesorgt haben, doch Volkswagen hat das Problem noch nicht dauerhaft gel\u00f6st.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Pr\u00fcfungsbericht + Zwangsarbeit + Volkswagen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Pr\u00fcfungsbericht zum Thema Zwangsarbeit bei Volkswagen in Xinjiang hatte bereits vor seiner Ver\u00f6ffentlichung Auswirkungen auf den Aktienkurs des Unternehmens. Am Nikolaustag stiegen die VW-Aktien um etwa f\u00fcnf Prozent und z\u00e4hlten zu den Gewinnern im Deutschen Aktienindex. 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