{"id":2611,"date":"2023-12-07T21:55:49","date_gmt":"2023-12-07T21:55:49","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2023\/12\/07\/zivilgesellschaftliche-organisation-weist-auf-schwierigkeiten-im-jugendschutz-hin\/"},"modified":"2023-12-07T21:55:49","modified_gmt":"2023-12-07T21:55:49","slug":"zivilgesellschaftliche-organisation-weist-auf-schwierigkeiten-im-jugendschutz-hin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=2611","title":{"rendered":"Zivilgesellschaftliche Organisation weist auf Schwierigkeiten im Jugendschutz hin"},"content":{"rendered":"<p>Die zivilgesellschaftliche Organisation Reset.tech hat in einer Untersuchung auf Schwierigkeiten im Bereich Jugendschutz hingewiesen. Die Experten von Reset.tech haben dabei die Moderations- und Filtersysteme, die Verst\u00e4ndlichkeit der Nutzungsbedingungen f\u00fcr junge Nutzer sowie die Empfehlungsalgorithmen von Plattformen wie TikTok, X und Instagram \u00fcberpr\u00fcft. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass diese sozialen Netzwerke m\u00f6glicherweise gegen den Digital Services Act (DSA) versto\u00dfen k\u00f6nnten. Sollte die EU-Kommission dieser Bewertung zustimmen, drohen den Betreibern ernsthafte Sanktionen.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Analyse haben die Forscher gemeinsam mit einer Psychologin insgesamt 200 Beitr\u00e4ge mit Bildern und Videos identifiziert, die Essst\u00f6rungen, Selbstverletzungen oder Suizid verharmlosen oder sogar glorifizieren. Anschlie\u00dfend haben sie die Betreiber der jeweiligen Plattformen \u00fcber diese jugendgef\u00e4hrdenden Inhalte informiert. \u00dcber einen Zeitraum von vier Wochen hinweg haben die Forscher beobachtet, ob die Beitr\u00e4ge gel\u00f6scht, mit einer Warnung versehen oder unver\u00e4ndert im Internet verblieben.<\/p>\n<p>Laut den k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Ergebnissen weist Instagram die h\u00f6chste L\u00f6schrate auf, insbesondere bei Beitr\u00e4gen, die sich mit Themen wie Suizid und Selbstverst\u00fcmmelung befassen und Bilder von Wunden oder Narben enthalten. Das Unternehmen, das zum Meta-Konzern geh\u00f6rt, hat 30 Prozent dieser Beitr\u00e4ge entfernt. Bei diesen Inhalten weist X eine L\u00f6schquote von 13 Prozent auf, w\u00e4hrend sie bei TikTok lediglich etwa ein Prozent betr\u00e4gt. Die Betreiber reagierten in noch geringerem Ma\u00dfe auf Aufnahmen, die Hinweise auf Gewichtsverlust enthielten, wie zum Beispiel hervorstehende Rippen und R\u00fcckenknochen, und l\u00f6schten im Durchschnitt nur jeden zehnten Beitrag. Das Angebot X blieb noch unterhalb dieser Quote, da es deutlich kleiner ist.<\/p>\n<p>Die Untersuchung zeigt auch, dass das automatisierte Empfehlungssystem dazu beitr\u00e4gt, dass Inhalte aus allen drei Kategorien verbreitet werden. Selbst Hashtags, die mit Suizid und Selbstverletzungen in Verbindung stehen, werden \u00fcberm\u00e4\u00dfig stark gef\u00f6rdert. Dar\u00fcber hinaus sind die Experten der Meinung, dass ein 13-J\u00e4hriger zum Zeitpunkt der Anmeldung bei allen drei Plattformen m\u00f6glicherweise die rechtlichen Aspekte wie die Nutzungsbedingungen oder die Cookie-Hinweise nicht versteht. Einige dieser Informationen sind nur in bestimmten Sprachen verf\u00fcgbar. Zus\u00e4tzlich verwenden X und Instagram Designtricks (Dark Patterns), um potenzielle Nutzer dazu zu bewegen, eine Mitgliedschaft abzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Reset.tech hat auch die Werbesysteme von Google, TikTok und Meta genauer untersucht, wobei der Fokus auf dem Jugendschutz lag. Dabei wurden verschiedene bedenkliche Praktiken im Zusammenhang mit dem DSA und der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) festgestellt. Zum Beispiel hat TikTok in seinem Anzeigenmanager Pangle die M\u00f6glichkeit zur gezielten Ausrichtung auf Minderj\u00e4hrige mithilfe von Altersparametern nicht vollst\u00e4ndig entfernt. Bei allen drei Werbeplattformen besteht die M\u00f6glichkeit einer direkten Durchf\u00fchrung eines impliziten Targetings basierend auf Gruppen wie &#8222;Elternteil&#8220; oder durch Assoziation mit Interessen, beispielsweise bei der Suche nach der Kinder-Zeichentrickserie &#8222;Paw Patrol&#8220;, \u00fcber Identit\u00e4tsanbieter. Benutzerdefinierte Zielgruppen, die aufgrund hochgeladener personenbezogener Daten erstellt werden, erm\u00f6glichen eine direkte Ansprache von minderj\u00e4hrigen Nutzern. Bei Google gibt es interne Richtlinien, die eine Unterscheidung zwischen IP-Adressen und anderen identifizierenden Informationen vornehmen.<\/p>\n<p>Reset.tech fordert die Betreiber der Plattformen sowie die EU-Kommission dazu auf, die Jugendschutzma\u00dfnahmen zu verbessern und die Einhaltung des DSA und der DSGVO zu gew\u00e4hrleisten. Es bleibt abzuwarten, wie die Betreiber und die EU-Kommission auf die Ergebnisse der Untersuchung reagieren werden. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet ist von gro\u00dfer Bedeutung und erfordert effektive Ma\u00dfnahmen, um ihre Sicherheit zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Jugendschutz + Digital Services Act + Verbreitung jugendgef\u00e4hrdender Inhalte<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zivilgesellschaftliche Organisation Reset.tech hat in einer Untersuchung auf Schwierigkeiten im Bereich Jugendschutz hingewiesen. Die Experten von Reset.tech haben dabei die Moderations- und Filtersysteme, die Verst\u00e4ndlichkeit der Nutzungsbedingungen f\u00fcr junge Nutzer sowie die Empfehlungsalgorithmen von Plattformen wie TikTok, X und Instagram \u00fcberpr\u00fcft. 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