{"id":2690,"date":"2023-12-17T14:00:59","date_gmt":"2023-12-17T14:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2023\/12\/17\/die-verbreitung-und-verarbeitung-von-gendaten-potenziale-und-risiken\/"},"modified":"2023-12-17T14:00:59","modified_gmt":"2023-12-17T14:00:59","slug":"die-verbreitung-und-verarbeitung-von-gendaten-potenziale-und-risiken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=2690","title":{"rendered":"Die Verbreitung und Verarbeitung von Gendaten: Potenziale und Risiken"},"content":{"rendered":"<p>Die Verbreitung und Verarbeitung von Gendaten hat in den letzten zwanzig Jahren ordentlich Fahrt aufgenommen. Fr\u00fcher war das Ganze mehr so ein Nischen-Ding f\u00fcr die Forschung, aber mittlerweile sind Gendaten in vielen Bereichen anzutreffen, sei es im Gesundheitswesen, bei der Strafverfolgung oder sogar im Endverbrauchermarkt. Da gibt es Unternehmen wie 23andMe oder Ancestry, die direkt an Verbraucher gerichtete Gentests f\u00fcr Ahnenforschung, Vaterschaftstests und Gesundheitsberichte anbieten. Das klingt ja alles ganz nett, aber wie so oft gibt es auch dunkle Seiten.<\/p>\n<p>Ja, richtig geraten, ich spreche von Hackern. Diese Schlawiner haben erst k\u00fcrzlich die Stammbaumdaten von Millionen Kunden des renommierten Gentest-Anbieters 23andMe geklaut und zum Verkauf angeboten. Da sieht man mal wieder, dass es immer Leute gibt, die das gute Zeug f\u00fcr ihre eigenen Zwecke missbrauchen.<\/p>\n<p>Im Gesundheitswesen werden Gendaten beispielsweise dazu verwendet, pr\u00e4symptomatische Verwandte von Krebspatienten auf genetische Mutationen zu untersuchen, die Krankheiten verursachen k\u00f6nnen. In der Strafverfolgung sind Gentests mittlerweile auch ganz normal, um T\u00e4ter bei schweren Verbrechen wie Mord oder Vergewaltigung zu identifizieren. Das ist schon ziemlich beeindruckend, was man mit diesen Gen-Schnipseln so alles anstellen kann.<\/p>\n<p>Aber mal im Ernst, Gendaten sind echt faszinierend. Sie k\u00f6nnen uns so viel \u00fcber die Gesundheit und das Verhalten von Personen verraten. Spezifische genetische Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnen beispielsweise auf ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Brustkrebs hinweisen. Das ist schon krass, oder? Im Gegensatz zu vielen anderen gesundheitsbezogenen Daten behalten Gendaten ihren Informationsgehalt im Laufe der Zeit und werden sogar immer aussagekr\u00e4ftiger. Unser Verst\u00e4ndnis der menschlichen DNA w\u00e4chst und die Analyseverfahren werden immer besser. Da bleibt einem ja fast die Spucke weg.<\/p>\n<p>Aber das ist noch nicht alles. Gendaten sind auch einzigartige Identifikationsmerkmale. Die genetische Sequenz einer Person \u00e4ndert sich im Laufe der Zeit nur minimal und die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Personen die exakt gleiche genetische Sequenz haben, ist \u00e4u\u00dferst gering. Selbst bei eineiigen Zwillingen k\u00f6nnen genetische Unterschiede auftreten. Das bedeutet, dass wir anhand unserer eigenen Gendaten direkte Schl\u00fcsse auf Verwandtschaftsverh\u00e4ltnisse und die Gesundheit unserer Verwandten ziehen k\u00f6nnen. Ich meine, ist das nicht der Wahnsinn?<\/p>\n<p>Aber wie so oft im Leben gibt es auch hier einen Haken. Die vielen Vorteile, die Gendaten bieten, haben nat\u00fcrlich auch ihre Schattenseiten. Ein ber\u00fchmtes Beispiel ist der Fall des Golden State Killers, Joseph James DeAngelo. Obwohl DeAngelo seine eigenen Gendaten nie \u00f6ffentlich gemacht hatte, konnten Ermittler DNA-Proben von Tatorten auf einer frei zug\u00e4nglichen Gendaten-Website hochladen und so entfernte Verwandte von DeAngelo identifizieren. Das hat letztendlich zur Ergreifung und Verurteilung von DeAngelo gef\u00fchrt, \u00fcber 30 Jahre nach seinen Verbrechen. Das ist einerseits nat\u00fcrlich super, andererseits wirft es aber auch Fragen bez\u00fcglich des Schutzes der genetischen Privatsph\u00e4re auf.<\/p>\n<p>Eine Studie aus dem Jahr 2018 hat gezeigt, dass etwa 60 Prozent der wei\u00dfen US-amerikanischen Bev\u00f6lkerung anhand einer anonymisierten DNA-Probe identifiziert werden k\u00f6nnten, selbst wenn sie ihre eigenen Gendaten noch nie mit einer Ahnenforschungsdatenbank oder einer Beh\u00f6rde geteilt haben. Das ist schon beunruhigend, oder? Es ist also klar, dass der Schutz der genetischen Privatsph\u00e4re eine gro\u00dfe Rolle spielt, wenn es um den Austausch von Gendaten geht.<\/p>\n<p>Aber hey, lasst uns nicht die positiven Aspekte vergessen. Gendaten spielen eine essenzielle Rolle in der biomedizinischen Forschung und haben bereits zu bedeutenden wissenschaftlichen Errungenschaften gef\u00fchrt. Die M\u00f6glichkeit, auf eine vielf\u00e4ltigere Bev\u00f6lkerung von Gendaten zuzugreifen, l\u00e4sst Hoffnung auf weitere medizinische Fortschritte in der Zukunft aufkommen. Deshalb ist es wichtig, dass das Patientendatenschutzgesetz die M\u00f6glichkeit der Datenspende, insbesondere von Gendaten, vorsieht.<\/p>\n<p>Aber wir sollten auch nicht naiv sein. Es ist offensichtlich, dass solche Informationen, insbesondere Gendaten, f\u00fcr Cyberkriminelle und andere sch\u00e4dliche Akteure immer interessanter werden. Also lasst uns aufpassen und unsere genetische Privatsph\u00e4re sch\u00fctzen, w\u00e4hrend wir gleichzeitig die Potenziale der Gendaten erforschen. Es ist ein Balanceakt, aber hey, wir schaffen das schon.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Joseph James DeAngelo + 23andMe + BRCA1 + BRCA2 + State Killers<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verbreitung und Verarbeitung von Gendaten hat in den letzten zwanzig Jahren ordentlich Fahrt aufgenommen. Fr\u00fcher war das Ganze mehr so ein Nischen-Ding f\u00fcr die Forschung, aber mittlerweile sind Gendaten in vielen Bereichen anzutreffen, sei es im Gesundheitswesen, bei der Strafverfolgung oder sogar im Endverbrauchermarkt. Da gibt es Unternehmen wie&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":2689,"comment_status":"","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2690","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2690","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2690"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2690\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2689"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2690"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2690"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2690"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}