{"id":3307,"date":"2024-01-18T15:05:11","date_gmt":"2024-01-18T15:05:11","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2024\/01\/18\/fujitsu-gibt-zu-ueber-900-britische-postmitarbeiter-zu-unrecht-beschuldigt-fehlerhaftes-it-system-verantwortlich\/"},"modified":"2024-01-18T15:05:11","modified_gmt":"2024-01-18T15:05:11","slug":"fujitsu-gibt-zu-ueber-900-britische-postmitarbeiter-zu-unrecht-beschuldigt-fehlerhaftes-it-system-verantwortlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=3307","title":{"rendered":"Fujitsu gibt zu: \u00dcber 900 britische Postmitarbeiter zu Unrecht beschuldigt &#8211; Fehlerhaftes IT-System verantwortlich"},"content":{"rendered":"<p>Fujitsu, ein japanisches Unternehmen, hat zugegeben, dass in den Jahren 1999 bis 2015 \u00fcber 900 Mitarbeiter der britischen Post zu Unrecht beschuldigt wurden, schlechte Arbeit geleistet oder gestohlen zu haben. Grund daf\u00fcr war ein fehlerhaftes IT-System, das von Fujitsu entwickelt wurde. Dies berichtet der britische Sender BBC.<\/p>\n<p>Fujitsu-CEO Takahito Tokita betont in einer Stellungnahme, dass es sich um ein bedeutendes Thema handele, dem das Unternehmen gro\u00dfe Bedeutung beimesse. Fujitsu entschuldigt sich f\u00fcr die negativen Auswirkungen, die das fehlerhafte IT-System auf das Leben der Postmitarbeiter und ihrer Familien hatte.<\/p>\n<p>Die Royal Mail Group in Gro\u00dfbritannien umfasst verschiedene Dienstleistungen, darunter den Brief- und Paket-Zustelldienst Royal Mail, den internationalen Zustelldienst Parcelforce Worldwide sowie die Post Office Ltd., die Schalter- und Zahlungsdienste anbietet. In den sp\u00e4ten 1990er Jahren begann die Post Office Ltd. mit der Implementierung des Buchhaltungssystems Horizon von Fujitsu. Neben erheblichen Sicherheitsrisiken wies das System auch schwerwiegende Fehler auf, die bewusst verschwiegen wurden. Die betroffenen Filialen hatten infolgedessen Fehlbetr\u00e4ge auf ihren Konten. Die Post forderte daraufhin die verantwortlichen Mitarbeiter auf, die fehlenden Betr\u00e4ge auszugleichen. Sp\u00e4ter gab die britische Regierung zu, dass in den Jahren 1999 bis 2015 viele Postmitarbeiter zu Unrecht wegen fehlerhafter Buchhaltung oder Diebstahls verfolgt wurden.<\/p>\n<p>Laut einem Bericht der BBC gab Paul Patterson, Direktor von Fujitsu Services, in einem Untersuchungsausschuss des britischen Parlaments zum Post-Skandal bekannt, dass Mitarbeiter seines Unternehmens seit 2010 von Problemen mit dem Horizon-System wussten. Patterson dr\u00fcckte sein Bedauern \u00fcber den schrecklichen Justizfehler aus. Fujitsu habe dabei geholfen, die verd\u00e4chtigten Mitarbeiter der Post zu identifizieren und zu verfolgen. Auf die Frage, warum das Unternehmen trotz seines Wissens nichts unternommen habe, um die St\u00f6rungen im IT-System Horizon zu beheben, konnte Patterson keine Antwort geben.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr k\u00fcndigte die britische Regierung an, jedem betroffenen Postmaster eine Entsch\u00e4digung in H\u00f6he von 600.000 Pfund (knapp 700.000 Euro) zu gew\u00e4hren. Ein Teil dieses Betrags, einschlie\u00dflich der bereits im Jahr 2021 an die Justizirrtumsopfer ausgezahlten 100.000 Pfund, wird abgezogen. Insgesamt wurden die Urteile von 86 Postmeistern, die f\u00e4lschlicherweise von Gerichten bestraft wurden, aufgehoben. Als Entsch\u00e4digung erhielten sie zusammen eine Summe von 21 Millionen Pfund.<\/p>\n<p>Am 10. Januar 2024 gab der Premierminister Gro\u00dfbritanniens, Rishi Sunak, eine Erkl\u00e4rung zu diesem Thema ab. Im Jahr 1996 vergab die britische Post den Auftrag f\u00fcr ein IT-System an Fujitsu, was f\u00fcr das japanische Unternehmen den gr\u00f6\u00dften nichtmilit\u00e4rischen IT-Vertrag in Europa darstellte. Fujitsu war dabei gem\u00e4\u00df den Anforderungen von Post Office Ltd. f\u00fcr das Design und die Installation von Systemen verantwortlich, die alle wesentlichen Gesch\u00e4ftsprozesse unterst\u00fctzen sollten. Diese konnten auf einer Flotte von \u00fcber 38.000 PCs genutzt werden. Der Vertrag wurde im Jahr 2003 zwischen Post Office Ltd. und Fujitsu Services bis 2010 verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p>Laut dem britischen Journalisten Nick Wallis, der die Website Post Office Scandal betreibt, hatte die britische Post w\u00e4hrend der Strafverfolgung der verd\u00e4chtigten Mitarbeiter keine effektive Kontrolle \u00fcber das System Horizon. Wallis konnte nicht direkt feststellen, wohin die fehlenden Betr\u00e4ge verschwunden waren, vermutet jedoch, dass sie der Post Office Ltd. zugutegekommen sind. Gelder, die nicht zugeordnet oder beansprucht werden k\u00f6nnen, werden auf ein separates Konto transferiert und nach Ablauf von drei Jahren der Post gutgeschrieben. Laut den Informationen der Post Office Ltd. waren von den fehlerhaften Buchungen lediglich die Buchhaltungen der Filialen betroffen, nicht jedoch die Kunden.<\/p>\n<p>Obwohl immer noch ein IT-System namens Horizon verwendet wird, das in einer Version von 2017 eingef\u00fchrt wurde und als stabil bewertet wurde, arbeiten die Postmastern und die britische Post weiterhin daran, die Situation zu verbessern. Die britische Post beabsichtigt, auf ein modernes System umzusteigen, das auf Cloud-Technologie basiert. Ziel ist es, die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern und die Anpassung an neue Produkte und Dienstleistungen zu erleichtern.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Fujitsu-CEO Takahito Tokita + Office Ltd + Horizon<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fujitsu, ein japanisches Unternehmen, hat zugegeben, dass in den Jahren 1999 bis 2015 \u00fcber 900 Mitarbeiter der britischen Post zu Unrecht beschuldigt wurden, schlechte Arbeit geleistet oder gestohlen zu haben. Grund daf\u00fcr war ein fehlerhaftes IT-System, das von Fujitsu entwickelt wurde. Dies berichtet der britische Sender BBC. 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