{"id":3478,"date":"2024-01-24T12:23:54","date_gmt":"2024-01-24T12:23:54","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2024\/01\/24\/manipulation-im-wahlkampf-neue-studie-zeigt-einsatz-von-technologien-und-daten-in-deutschland-im-vergleich-zu-den-usa\/"},"modified":"2024-01-24T12:23:54","modified_gmt":"2024-01-24T12:23:54","slug":"manipulation-im-wahlkampf-neue-studie-zeigt-einsatz-von-technologien-und-daten-in-deutschland-im-vergleich-zu-den-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=3478","title":{"rendered":"Manipulation im Wahlkampf: Neue Studie zeigt Einsatz von Technologien und Daten in Deutschland im Vergleich zu den USA"},"content":{"rendered":"<p>Manipulation im Wahlkampf ist ein Thema, das in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus ger\u00fcckt ist. Durch den Einsatz neuer Technologien wie Social Media, Big Data und k\u00fcnstlicher Intelligenz haben politische Parteien mehr M\u00f6glichkeiten als je zuvor, Einfluss auf die W\u00e4hlerschaft auszu\u00fcben. Eine aktuelle Studie eines Kommunikationswissenschaftlers der Universit\u00e4t Mainz hat sich nun mit dieser Thematik in Deutschland auseinandergesetzt.<\/p>\n<p>Im Vergleich mit den USA zeigt die Studie, dass Deutschland in Bezug auf den Einsatz dieser Technologien im Wahlkampf nicht mit den dortigen Verh\u00e4ltnissen vergleichbar ist. Dennoch nutzen auch deutsche Parteien sowohl W\u00e4hlerdaten als auch moderne Technologien, um ihre \u00dcberzeugungsstrategien auf spezifische W\u00e4hlergruppen zu fokussieren.<\/p>\n<p>Das Superwahljahr 2019 bringt nicht nur Wahlen im Osten Deutschlands und der Europawahl, sondern auch Wahlen in \u00fcber 50 L\u00e4ndern weltweit mit sich. Dieser Umstand hat dazu gef\u00fchrt, dass die Diskussion \u00fcber die Manipulation von W\u00e4hlern und die Bedrohung demokratischer Systeme weltweit gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Dr. Simon Kruschinski vom Institut f\u00fcr Publizistik der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz hat in seinem neuen Buch &#8222;Data-Driven Campaigning and Political Parties&#8220; bahnbrechende Erkenntnisse vorgestellt. Gemeinsam mit der Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Katharine Dommett von der University of Sheffield in Gro\u00dfbritannien und dem australischen Kampagnenexperten Dr. Glenn Kefford hat er Interviews mit \u00fcber 300 Kampagnenstrategen in Australien, Kanada, Deutschland, Gro\u00dfbritannien und den USA gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Studie zeigt, dass Parteien gezielt Daten und Technologien einsetzen, um ihre \u00dcberzeugungsstrategien auf spezifische W\u00e4hlergruppen zu fokussieren. Dabei werden bewusst W\u00e4hler ausgeschlossen, die f\u00fcr die Parteien weniger interessant sind. Die Auswirkungen dieser Praxis auf die politische Beteiligung und Repr\u00e4sentation der B\u00fcrger in Demokratien h\u00e4ngen von der Art und Weise ab, wie Daten und Technologien eingesetzt werden.<\/p>\n<p>In Deutschland sind die M\u00f6glichkeiten der ausgekl\u00fcgelten Nutzung von Daten und Technologien im Vergleich zu den USA aufgrund strenger Datenschutzgesetze, begrenzter Wahlkampfbudgets und einem Mangel an technischem Know-how eingeschr\u00e4nkt. Dadurch wird das Risiko einer Manipulation von W\u00e4hlern und einer Unterwanderung demokratischer Prozesse verringert, jedoch nicht vollst\u00e4ndig verhindert.<\/p>\n<p>Die Studie zeigt weiterhin, dass deutschen Parteien aussagekr\u00e4ftige W\u00e4hlerdaten fehlen, sie haupts\u00e4chlich oberfl\u00e4chliche W\u00e4hlergruppen ansprechen, nur selten ma\u00dfgeschneiderte Botschaften verwenden und auf fehleranf\u00e4llige Technologien setzen. Dennoch machen alle Parteien von den raffinierten Optionen zur W\u00e4hleransprache auf Facebook und Instagram Gebrauch.<\/p>\n<p>Simon Kruschinski kritisiert, dass Parteien durch gezielte Ansprache von W\u00e4hlern auf Facebook und Instagram eine Grauzone hinsichtlich des Datenschutzes betreten. Dabei \u00fcberlassen sie undurchsichtigen Algorithmen der Plattformen wichtige Funktionen, von denen das Funktionieren der deutschen Demokratie wesentlich abh\u00e4ngt. Eine Regulierung ist daher notwendig, um Missbrauch zu verhindern.<\/p>\n<p>Das Buch von Simon Kruschinski mit dem Titel &#8222;Data Driven Campaigning and Political Parties: Five Advanced Democracies Compared&#8220; wurde bei Oxford University Press ver\u00f6ffentlicht. Es widmet sich der Diskussion wichtiger Fragen zur Regulierung des Einsatzes von Social Media, Big Data und k\u00fcnstlicher Intelligenz in politischen Kampagnen. Laut Kruschinski besteht kein grunds\u00e4tzliches Problem mit dem Einsatz dieser Technologien, jedoch besteht die M\u00f6glichkeit, dass politische Parteien diese Entwicklungen missbrauchen k\u00f6nnten. Daher sollte eine effektive und auf Beweisen basierende Regulierung eingef\u00fchrt werden, um das Potenzial f\u00fcr Missbrauch einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Deutschland + Simon Kruschinski + USA<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manipulation im Wahlkampf ist ein Thema, das in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus ger\u00fcckt ist. Durch den Einsatz neuer Technologien wie Social Media, Big Data und k\u00fcnstlicher Intelligenz haben politische Parteien mehr M\u00f6glichkeiten als je zuvor, Einfluss auf die W\u00e4hlerschaft auszu\u00fcben. 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