{"id":402,"date":"2023-10-18T09:57:50","date_gmt":"2023-10-18T09:57:50","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2023\/10\/18\/mann-in-den-usa-zu-fuenf-jahren-gefaengnis-verurteilt-der-fall-der-geklauten-ip-adressen\/"},"modified":"2023-10-18T09:57:50","modified_gmt":"2023-10-18T09:57:50","slug":"mann-in-den-usa-zu-fuenf-jahren-gefaengnis-verurteilt-der-fall-der-geklauten-ip-adressen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=402","title":{"rendered":"Mann in den USA zu f\u00fcnf Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt &#8211; Der Fall der geklauten IP-Adressen"},"content":{"rendered":"<p>Man stelle sich vor, man bestellt sich ein Paket im Internet und statt dessen kommt die Polizei vorbei und verhaftet einen. Klingt nach einer schr\u00e4gen Kom\u00f6die, ist aber tats\u00e4chlich einem Mann in den USA passiert. Der 40-j\u00e4hrige Amir Golestan wurde zu einer f\u00fcnfj\u00e4hrigen Gef\u00e4ngnisstrafe verurteilt, weil er hunderttausende IPv4-Adressen von erfundenen Unternehmen erworben und weiterverkauft hat. Von wegen Internetverbrechen sind nicht real!<\/p>\n<p>Die American Registry for Internet Numbers (ARIN), die f\u00fcr die Vergabe von IP-Adressen in Nordamerika zust\u00e4ndig ist, wurde von Golestan ordentlich \u00fcber den Tisch gezogen. Die ARIN betont, dass die Anklage die Ernsthaftigkeit der Vorw\u00fcrfe verdeutlicht hat und eine Gef\u00e4ngnisstrafe als abschreckendes Beispiel f\u00fcr m\u00f6gliche Nachahmer gefordert hat. Da hat wohl jemand gedacht, er k\u00f6nne sich einfach ein paar Adressen schnappen und damit ein fettes Gesch\u00e4ft machen. Leider f\u00fcr ihn wurde sein Betrug aufgedeckt und er muss jetzt seine Zeit im Knast absitzen.<\/p>\n<p>Angeblich hat Golestan \u00fcber drei Millionen US-Dollar Profit gemacht, bevor er erwischt wurde. Der Mann hatte angeblich einen Bestand von \u00fcber 700.000 IPv4-Adressen im Wert von neun bis 14 Millionen US-Dollar angeh\u00e4uft. Das ist ja schon fast so viel wie der Preis f\u00fcr eine durchschnittliche Luxusvilla in Hollywood. Aber statt sich in den Sonnenuntergang zu chillen, landete Golestan hinter Gittern.<\/p>\n<p>Im Gerichtsverfahren wurde ausf\u00fchrlich dargelegt, wie Golestan und seine Firma Micfo betrogen haben. Nachdem Micfo keine IPv4-Adressen mehr beim ARIN bekommen konnte, hat der schlaue Fuchs angeblich nicht existierende Unternehmen angemeldet, um weitere Adressen zu ergattern. Da hat wohl jemand gedacht, er k\u00f6nne einfach ein paar Fantasiefirmen gr\u00fcnden und damit an die begehrten Adressen kommen. Aber der alte Trick mit den falschen Papieren hat nicht funktioniert. Der IT-Sicherheitsexperte Brian Krebs behauptet sogar, dass Golestan eidesstattliche Erkl\u00e4rungen von fiktiven Personen verwendet hat. Da hat wohl jemand gedacht, er w\u00e4re der Schurke in einem schlechten Agentenfilm.<\/p>\n<p>Und wof\u00fcr hat Golestan die IP-Adressen verwendet? Angeblich hat er die Dinger vor allem an VPN-Anbieter weiterverkauft. Er behauptet sogar, dass Micfo 40 Prozent der IPv4-Adressen an die VPN-Branche geliefert hat. Na, da hat wohl jemand gedacht, er k\u00f6nne sich die Taschen mit VPN-Geld vollstopfen. Aber Pustekuchen, die Realit\u00e4t hat ihn eingeholt.<\/p>\n<p>Vor Gericht hat Golestan erstmal alle Vorw\u00fcrfe abgestritten, aber im November 2021 hat er dann doch seine Schuld in allen Anklagepunkten zugegeben. Kluger Schachzug, denn jetzt ist er mit f\u00fcnf Jahren Knast dabei statt mit 20. Das ARIN ist jedenfalls zufrieden mit dem Urteil und nennt den Fall einen ausgekl\u00fcgelten Betrug. Die Internetgemeinschaft wurde nicht nur durch das ARIN, sondern auch durch diese Handlungen zum Opfer gemacht. Da hat wohl jemand gedacht, er k\u00f6nne einfach die ganze Welt zum Narren halten.<\/p>\n<p>Und als w\u00e4re das noch nicht genug, hat das ARIN gleich noch einen weiteren Fall an die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden \u00fcbergeben. Diesmal haben eine Einzelperson und ein Unternehmen versucht, IP-Adressen unrechtm\u00e4\u00dfig zu erwerben. Da scheint wohl ein regelrechter IP-Adressen-Klau-Trend im Gange zu sein. Aber hey, Leute, es gibt doch genug andere Dinge, die man klauen kann. Wie w\u00e4r&#8217;s zum Beispiel mit einem Keks? Die schmecken immer gut und bringen niemanden ins Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>IP-Adressen sind ja bekanntlich die Grundlage des Internets, aber die Vorr\u00e4te an IPv4-Adressen sind knapp. Deshalb gibt es seit einigen Jahren die Umstellung auf IPv6. Aber bis es soweit ist, werden die IPv4-Adressen hei\u00df begehrt sein. Angeblich werden derzeit Preise von 15 bis 25 US-Dollar pro Adresse gezahlt. Golestan hat das wohl gewusst und sich gedacht, er k\u00f6nne sich eine goldene Nase verdienen. Die Rechnung hat er aber ohne das ARIN gemacht.<\/p>\n<p>Die Verurteilung von Golestan soll als abschreckendes Beispiel f\u00fcr potenzielle Nachahmer dienen und den Betrug eind\u00e4mmen. Das ARIN hat sogar fast 80.000 US-Dollar f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Ermittlungen zur\u00fcckerstattet bekommen. Da hat wohl jemand gedacht, er k\u00f6nnte einfach so das ARIN \u00fcber den Tisch ziehen. Aber die haben jetzt die letzte Lacher, denn die Rechte an den zugeteilten IP-Adressen erl\u00f6schen. Tja, Pech gehabt, Golestan. Da kann man nur hoffen, dass er im Knast genug Zeit hat, \u00fcber seine Fehler nachzudenken.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: IPv4Adressen + Betrug + ARIN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man stelle sich vor, man bestellt sich ein Paket im Internet und statt dessen kommt die Polizei vorbei und verhaftet einen. 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