{"id":4410,"date":"2024-02-06T05:11:48","date_gmt":"2024-02-06T05:11:48","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2024\/02\/06\/millionenraub-bei-kryptoboerse-sim-swap-bande-schlaegt-zu\/"},"modified":"2024-02-06T05:11:48","modified_gmt":"2024-02-06T05:11:48","slug":"millionenraub-bei-kryptoboerse-sim-swap-bande-schlaegt-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=4410","title":{"rendered":"Millionenraub bei Kryptob\u00f6rse: SIM-Swap-Bande schl\u00e4gt zu!"},"content":{"rendered":"<p>Kryptob\u00f6rsen sind wie der D\u00f6nerladen um die Ecke f\u00fcr Kriminelle &#8211; ein beliebtes Ziel. Sie haben es auf Kryptow\u00e4hrungen abgesehen und lassen sich so manch ausgekl\u00fcgelten Plan einfallen, um an das digitale Geld zu gelangen. Ein aktueller Fall in den USA zeigt, wie erfolgreich eine Bande von SIM-Swap-Betr\u00fcgern dabei sein kann.<\/p>\n<p>Die Geschichte beginnt mit der Kryptob\u00f6rse FTX, die zu diesem Zeitpunkt nicht gerade auf Rosen gebettet war. Schulden hatten sich angesammelt, aber es waren noch finanzielle Mittel vorhanden. Doch dann passierte es &#8211; im November 2022 wurde FTX Opfer eines spektakul\u00e4ren Diebstahls von Kryptow\u00e4hrungen im Wert von \u00fcber 400 Millionen US-Dollar. Das ist mal eine ordentliche Summe, da w\u00fcrde selbst Dagobert Duck neidisch werden.<\/p>\n<p>Drei Personen stehen derzeit vor Gericht und m\u00fcssen sich f\u00fcr diese und \u00e4hnliche strafrechtliche Vergehen verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, Teil einer SIM-Swap-Bande gewesen zu sein, die \u00fcber mehrere Jahre hinweg aktiv war. Aber was ist eigentlich SIM-Swapping? Ganz einfach: Die Bande hat sich zun\u00e4chst personenbezogene Daten ihrer Opfer besorgt und dann gef\u00e4lschte Ausweise angefertigt. Diese haben sie in zahlreichen Filialen von Mobilfunknetzbetreibern und Apple-Stores pr\u00e4sentiert. Mit Hilfe der gestohlenen Identit\u00e4ten haben sie dann neue SIM-Karten beantragt und damit Zugriff auf die Konten ihrer Opfer erhalten. Klingt nach einem cleveren Plan, oder?<\/p>\n<p>Aber das war noch nicht alles. Mit den gestohlenen SIM-Karten und den dazugeh\u00f6rigen Mobilfunkrufnummern konnten die T\u00e4ter die Zwei-Faktor-Authentifizierung f\u00fcr E-Mails, soziale Netzwerke, Kryptow\u00e4hrungsb\u00f6rsen und andere Konten umgehen. Das ist schon eine krasse Sache. Man stelle sich vor, man hat sein ganzes Hab und Gut in Kryptow\u00e4hrungen angelegt und dann kommt so eine Bande daher und schwuppdiwupp ist alles weg.<\/p>\n<p>Die Anklage nennt sechs Personen mit Initialen, von denen die Bande angeblich Betr\u00e4ge von 15.000 bis \u00fcber eine Million Dollar erbeutet haben soll. Ein Unternehmen, das h\u00f6chstwahrscheinlich FTX ist, wird ebenfalls genannt, jedoch nicht namentlich. Der Diebstahl von \u00fcber 400 Millionen US-Dollar ist auf jeden Fall ein krasser Einzelfall.<\/p>\n<p>Die Bande war nat\u00fcrlich nicht doof und hat ihre Beute \u00fcber verschiedene Kryptow\u00e4hrungsb\u00f6rsen, Online-Kryptow\u00e4hrungs-Casinos und andere Finanzkonten weitergeleitet. Dabei haben sie verschiedene Taktiken angewendet, um ihre Identit\u00e4t zu verschleiern und die Herkunft der gestohlenen Gelder zu verbergen. Da waren echte Profis am Werk.<\/p>\n<p>Die Anklage f\u00fchrt auch mehr als zwei Dutzend Personen an, bei denen die T\u00e4ter SIM-Swap-Angriffe vorbereitet oder durchgef\u00fchrt haben. Wie viel Schaden dabei entstanden ist, wird jedoch nicht genau angegeben. Die strafrechtlichen Anklagen beinhalten den Vorwurf der Betrugsverschw\u00f6rung unter Verwendung von Telekommunikation sowie der Verschw\u00f6rung zur schweren Identit\u00e4tsanma\u00dfung und unbefugten Ger\u00e4tezugriff. Klingt nach einer Menge \u00c4rger f\u00fcr die Angeklagten.<\/p>\n<p>Der Anf\u00fchrer der Bande soll Robert P. gewesen sein, auch bekannt als ElSwapo1. Sowohl er als auch Emily H., die dritte Angeklagte, wurden verhaftet und wieder freigelassen. \u00dcber den Aufenthaltsort des zweiten Angeklagten, Carter R., ist nichts bekannt. Da hat er wohl ein bisschen zu viel GTA gespielt und ist jetzt untergetaucht.<\/p>\n<p>Das Trio k\u00f6nnte mit einer Haftstrafe von 25 Jahren bedroht sein, ebenso wie mit der M\u00f6glichkeit, ihre erlangten Gewinne einzuziehen. Das laufende Verfahren tr\u00e4gt den klangvollen Namen &#8222;USA v Powell et al&#8220; und wird vor dem US-Bundesbezirksgericht f\u00fcr den Hauptstadtbezirk District of Columbia verhandelt.<\/p>\n<p>SIM-Swapping ist \u00fcbrigens in Nordamerika eine bedeutende Herausforderung. In Deutschland haben die Mobilfunkanbieter ihre Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung dieser Art von Kriminalit\u00e4t verst\u00e4rkt, sodass SIM-Swapping hier kaum Raum hat. Das ist nat\u00fcrlich gut f\u00fcr uns, denn wer will schon Opfer eines SIM-Swap-Betrugs werden? Auch wenn es f\u00fcr authentische Kunden, die tats\u00e4chlich eine neue SIM-Karte ben\u00f6tigen, mit mehr Aufwand und Wartezeit verbunden sein kann, erh\u00f6ht es den Schutz vor SIM-Swapping f\u00fcr alle. Also liebe Kriminelle, sucht euch lieber ein anderes Opfer aus!<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: FTX + USA + Powell<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kryptob\u00f6rsen sind wie der D\u00f6nerladen um die Ecke f\u00fcr Kriminelle &#8211; ein beliebtes Ziel. Sie haben es auf Kryptow\u00e4hrungen abgesehen und lassen sich so manch ausgekl\u00fcgelten Plan einfallen, um an das digitale Geld zu gelangen. 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