{"id":4867,"date":"2024-02-20T11:29:19","date_gmt":"2024-02-20T11:29:19","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2024\/02\/20\/datenschutzexpertinnen-schlagen-anpassung-der-dsgvo-fuer-cybersicherheitsforschung-vor\/"},"modified":"2024-02-20T11:29:19","modified_gmt":"2024-02-20T11:29:19","slug":"datenschutzexpertinnen-schlagen-anpassung-der-dsgvo-fuer-cybersicherheitsforschung-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=4867","title":{"rendered":"Datenschutzexpertinnen schlagen Anpassung der DSGVO f\u00fcr Cybersicherheitsforschung vor"},"content":{"rendered":"<p>Um die Cybersicherheitsforschung rechtlich abzusichern, haben drei Datenschutzexpertinnen des Nationalen Forschungszentrums f\u00fcr angewandte Cybersicherheit ATHENE einen Vorschlag zur Anpassung der Datenschutzregelungen formuliert. In einem Positionspapier pr\u00e4sentieren sie ihre Ideen zur Erg\u00e4nzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Ihr Ziel ist es, die Datenschutz-Vorsorge rechtsverbindlich einzuf\u00fchren, um ungeplante Datenzugriffe angemessen zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Die Cybersicherheitsforschung spielt eine wichtige Rolle f\u00fcr die Sicherheit unserer digitalen Gesellschaft. Die Forschenden entwickeln Sicherheitssoftware, \u00fcberpr\u00fcfen bestehende IT-Systeme auf Schwachstellen und melden diese den Verantwortlichen. Allerdings stehen sie vor einer datenschutzrechtlichen Herausforderung: Das europ\u00e4ische Datenschutzrechtssystem ber\u00fccksichtigt nur vorhersehbare und planbare personenbezogene Datenverarbeitungen. In der Cybersicherheitsforschung sto\u00dfen sie jedoch oft zuf\u00e4llig auf personenbezogene Daten oder erhalten unbeabsichtigt Zugriff darauf.<\/p>\n<p>Dies f\u00fchrt zu einem datenschutzrechtlichen Dilemma, da das Datenschutzrecht nicht darauf ausgelegt ist, nachtr\u00e4glich den Zugriff auf Daten zu regeln. Die Forschenden f\u00fcrchten Strafen und ihre Arbeit wird dadurch gehemmt. Um dieses Problem zu l\u00f6sen, schlagen die Datenschutzexpertinnen Annika Selzer, Alina Boll und Sarah Stummer die Einf\u00fchrung der Datenschutz-Vorsorge vor. Diese soll im Vorfeld eines Forschungsprojekts Vorannahmen dar\u00fcber treffen, welche personenbezogenen Daten voraussichtlich verarbeitet werden. Auf dieser Grundlage k\u00f6nnen die datenschutzrechtlichen Aspekte im Voraus angemessen umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Die Autorinnen betonen, dass eine Neuausrichtung des Datenschutzrechts notwendig ist, um die rechtssichere Durchf\u00fchrung wissenschaftlicher Forschung zu gew\u00e4hrleisten. Der Vorschlag zur Erg\u00e4nzung der DSGVO wurde von den Autorinnen erarbeitet und in Form eines Positionspapiers ver\u00f6ffentlicht. Annika Selzer leitet die Abteilung f\u00fcr IT-Recht &#038; Interdisziplin\u00e4re Datenschutzforschung am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Sichere Informationstechnologie SIT. Sarah Stummer und Alina Boll sind ebenfalls als Juristinnen in dieser Abteilung t\u00e4tig.<\/p>\n<p>ATHENE ist das Nationale Forschungszentrum f\u00fcr angewandte Cybersicherheit und das gr\u00f6\u00dfte europ\u00e4ische Forschungszentrum f\u00fcr Cybersicherheit und den Schutz der Privatsph\u00e4re. Es ist eine gemeinsame Einrichtung der Fraunhofer-Institute SIT und IGD sowie der Universit\u00e4ten TU Darmstadt, Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt und Hochschule Darmstadt.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Annika Selzer + ATHENE + DSGVO<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die Cybersicherheitsforschung rechtlich abzusichern, haben drei Datenschutzexpertinnen des Nationalen Forschungszentrums f\u00fcr angewandte Cybersicherheit ATHENE einen Vorschlag zur Anpassung der Datenschutzregelungen formuliert. In einem Positionspapier pr\u00e4sentieren sie ihre Ideen zur Erg\u00e4nzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). 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