{"id":490,"date":"2023-10-19T16:27:46","date_gmt":"2023-10-19T16:27:46","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2023\/10\/19\/gutachter-haben-probleme-menschen-und-chatgpt-artikel-zu-unterscheiden-studie\/"},"modified":"2023-10-19T16:27:46","modified_gmt":"2023-10-19T16:27:46","slug":"gutachter-haben-probleme-menschen-und-chatgpt-artikel-zu-unterscheiden-studie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=490","title":{"rendered":"Gutachter haben Probleme, menschen- und ChatGPT-Artikel zu unterscheiden: Studie"},"content":{"rendered":"<p>Ist es ein Mensch oder ein ChatGPT? Diese Frage besch\u00e4ftigt Gutachterinnen und Gutachter von tiermedizinischen Fachartikeln. Insbesondere f\u00fcr Nicht-Experten wird es schwierig zu erkennen, ob ein wissenschaftlicher Artikel von einem Menschen oder von einem Chatbot erstellt wurde.<\/p>\n<p>Ein Team von Tiermedizinerinnen und Tiermedizinern der Klinik f\u00fcr Kleintiere an der Stiftung Tier\u00e4rztliche Hochschule Hannover hat gemeinsam mit Forschenden aus verschiedenen europ\u00e4ischen Institutionen eine Studie durchgef\u00fchrt, um dieses Problem zu untersuchen. Ihr Fokus lag dabei auf dem Fachgebiet der Neurologie. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden unter dem lustigen Titel &#8222;ChatGPT und wissenschaftliche Artikel in der tier\u00e4rztlichen Neurologie: Ist der Geist aus der Flasche?&#8220; in der Fachzeitschrift &#8222;Frontiers in Veterinary Science&#8220; ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>In der Studie wurde die Leistungsf\u00e4higkeit von ChatGPT bei der Generierung veterin\u00e4rmedizinischer neurologischer Forschungsarbeiten bewertet. Es wurden Abstracts und Einleitungen erstellt und anschlie\u00dfend einer Analyse unterzogen. Dabei wurden drei spezifische Forschungsbereiche ausgew\u00e4hlt: entz\u00fcndliche Erkrankungen des Gehirns, Epilepsie und die Geruchserkennung bei Hunden. Zus\u00e4tzlich wurden die Texte mit KI- und Plagiatserkennungssoftware \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n<p>Dr. Samira Abani, die Erstautorin der Studie und Mitglied der Klinik f\u00fcr Kleintiere, erkl\u00e4rt, dass ihre Untersuchung Licht auf die Vor- und Nachteile von ChatGPT im Bereich der Tiermedizin wirft. Ein negativer Aspekt ist zum Beispiel, dass ChatGPT dazu neigt, Halluzinationen zu haben und Dinge zu erfinden, wenn es ausschlie\u00dflich f\u00fcr das Verfassen wissenschaftlicher Dokumente eingesetzt wird. Aber es gibt auch positive Beispiele, bei denen die Anwendung von ChatGPT dazu genutzt werden kann, Dokumente f\u00fcr Nicht-Muttersprachler des Englischen zu \u00fcberarbeiten und somit die Nachteile nicht englischsprachiger Forschender zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Dr. Jasmin Nessler, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Klinik f\u00fcr Kleintiere, f\u00fcgt hinzu, dass die Ergebnisse \u00e4u\u00dferst aufschlussreich waren. Selbst erfahrene Neurologinnen und Neurologen hatten Schwierigkeiten, zwischen von ChatGPT generierten und von Menschen verfassten Abstracts zu unterscheiden, insbesondere wenn ihre Fachkenntnisse abnahmen. Das zeigt, wie gut ChatGPT menschliche Schreibstile nachahmen und zusammenh\u00e4ngende und plausible Texte generieren kann.<\/p>\n<p>Professor Holger Volk, der Leiter der Klinik f\u00fcr Kleintiere, betont, dass selbst erfahrene Gutachterinnen und Gutachter leicht get\u00e4uscht werden k\u00f6nnen, da Sprachmodelle wie ChatGPT darauf spezialisiert sind, menschliche Schreibstile perfekt zu imitieren. Das hat weitreichende Folgen f\u00fcr die wissenschaftliche Gemeinschaft und erfordert eine \u00dcberpr\u00fcfung der herk\u00f6mmlichen Kriterien zur Bewertung von Fachartikeln.<\/p>\n<p>Die Originalpublikation mit dem Titel &#8222;ChatGPT and Scientific Papers in Veterinary Neurology; Is the Genie Out of the Bottle?&#8220; von Samira Abani, Holger Andreas Volk und vielen anderen ist in der Fachzeitschrift &#8222;Frontiers in Veterinary Science&#8220; erschienen.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Gutachter + ChatGPT + Neurologie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist es ein Mensch oder ein ChatGPT? Diese Frage besch\u00e4ftigt Gutachterinnen und Gutachter von tiermedizinischen Fachartikeln. Insbesondere f\u00fcr Nicht-Experten wird es schwierig zu erkennen, ob ein wissenschaftlicher Artikel von einem Menschen oder von einem Chatbot erstellt wurde. 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