{"id":5001,"date":"2024-02-24T17:17:21","date_gmt":"2024-02-24T17:17:21","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2024\/02\/24\/verkaufsautomaten-mit-gesichtserkennung-universitaet-waterloo-reagiert-auf-privatsphaere-bedenken\/"},"modified":"2024-02-24T17:17:21","modified_gmt":"2024-02-24T17:17:21","slug":"verkaufsautomaten-mit-gesichtserkennung-universitaet-waterloo-reagiert-auf-privatsphaere-bedenken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=5001","title":{"rendered":"Verkaufsautomaten mit Gesichtserkennung: Universit\u00e4t Waterloo reagiert auf Privatsph\u00e4re-Bedenken"},"content":{"rendered":"<p>Die Zeiten von Big Brother sind vorbei, denn heute werden Kunden von Verkaufsautomaten \u00fcberwacht. Ein Nutzer mit dem Pseudonym SquidKid47 hat vor kurzem auf Reddit gepostet, dass an der Universit\u00e4t Waterloo in Kanada ein Smart Kiosk mit der Marke M&#038;M vom S\u00fc\u00dfigkeitenriesen Mars Wrigley steht. Dort erschien eine Windows-Fehlermeldung mit dem Text &#8222;Invenda.Vending.FacialRecognitionApp.exe \u2013 Application Error&#8220;. Er fragte: &#8222;Warum haben diese M&#038;M-Maschinen eine Gesichtserkennung?&#8220;<\/p>\n<p>Ein anderer Nutzer kl\u00e4rte ihn auf und zitierte Ausz\u00fcge aus einer Marketingbrosch\u00fcre des Schweizer Automatenherstellers Invenda. Dort hie\u00df es, dass die Gesichtserkennungskamera und die Videoanzeige auf der Vorderseite des Verkaufsautomaten Daten \u00fcber das Alter und Geschlecht des Kunden sammeln k\u00f6nnen. Gem\u00e4\u00df dem Kommentar auf der Social-Media-Plattform k\u00f6nnten die gesammelten Daten, sobald sie an die Steuereinheit \u00fcbermittelt wurden, mit anderen Informationen wie den \u00f6rtlichen Wetterbedingungen und der Tageszeit kombiniert werden. Anschlie\u00dfend kann die Plattform eine Nachricht an die Videoanzeige senden, um gezielte Werbeaktionen zu aktivieren und zus\u00e4tzliche Verk\u00e4ufe in einer einzigen Transaktion zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Nachdem der Reddit-Beitrag ver\u00f6ffentlicht wurde, f\u00fchrte der Student River Stanley umfangreiche Recherchen durch und ver\u00f6ffentlichte seine Ergebnisse nun in der Universit\u00e4tszeitung &#8222;MathNews&#8220;. Stanley \u00e4u\u00dferte sich besorgt und warnte davor, dass die Verwendung personenbezogener biometrischer Daten ohne klare und aussagekr\u00e4ftige Einwilligung oft eine Verletzung der Privatsph\u00e4re darstellt. Als Beispiel verwies er auf einen fr\u00fcheren Fall, in dem die kanadische Datenschutzbeh\u00f6rde gegen den Betreiber eines Einkaufszentrums namens Cadillac Fairview ermittelt hatte. Es wurde entdeckt, dass einige der Informationskioske in der Einkaufsmall heimlich Gesichtserkennungssoftware bei unwissenden Kunden verwendet haben. Der emp\u00f6rte Student berichtete, dass erst durch diese offizielle Untersuchung ans Licht kam, dass \u00fcber f\u00fcnf Millionen Kanadier ohne ihre Zustimmung in die Datenbank von Cadillac Fairview aufgenommen wurden. Dem Betreiber wurde die Verpflichtung auferlegt, das komplette Verzeichnis zu entfernen.<\/p>\n<p>Es scheint jedoch unklar zu sein, welche Konsequenzen die Erhebung \u00e4hnlich sensibler Gesichtserkennungsdaten ohne Einwilligung f\u00fcr Kunden von Invenda wie Mars haben k\u00f6nnte. Stanley schloss seinen Bericht mit der Bitte an die Universit\u00e4t, die Verkaufsautomaten mit Gesichtserkennung vom Campus zu entfernen. Der Reporter der Universit\u00e4t kontaktierte auch das Unternehmen Adaria Vending Services, das mit Invenda zusammenarbeitet und die Kioske betreibt. Die Verkaufsleitung teilte ihm beschwichtigend mit, dass es am wichtigsten sei zu verstehen, dass die Maschinen keine Fotos oder Bilder aufnehmen oder speichern. Durch die Technologie in den Automaten ist es nicht m\u00f6glich, eine einzelne Person zu identifizieren. Die Gesichtserkennungsfunktion des Verkaufsautomaten dient als Bewegungssensor, um Gesichter zu erkennen und die Einkaufsschnittstelle entsprechend zu aktivieren. In Zusammenarbeit mit Mars und Invenda sind diese Kioske vollst\u00e4ndig mit den Datenschutzrichtlinien der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) konform. Sie werden in zahlreichen Einrichtungen in Nordamerika eingesetzt.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df der DSGVO ist es erforderlich, dass eine Einwilligung freiwillig, informiert und nachweisbar erfolgt, insbesondere bei der Verarbeitung besonders sensibler Daten wie biometrischer Merkmale. Stanley zweifelt nicht nur daran, ob die Gesichtserkennungs-App von Invenda diese Vorgaben einh\u00e4lt. Kurz vor Redaktionsschluss versicherte der Schweizer Hersteller dem Studenten, dass die demografische Erkennungssoftware, die in den intelligenten Verkaufsautomaten integriert ist, vollst\u00e4ndig lokal arbeitet. Es werden weder Bilder noch personenbezogene Daten gespeichert, kommuniziert oder \u00fcbertragen. Die Software verarbeitet die digitalen Bildkarten, die vom optischen USB-Sensor abgeleitet werden, in Echtzeit lokal. Keine Daten werden \u00fcber das Internet in die Cloud \u00fcbertragen. Das Unternehmen betonte weiterhin, dass die Invenda-Software nicht in der Lage sei, die Identit\u00e4t einer Person oder andere pers\u00f6nliche Informationen zu erkennen. Alle Bestandteile entsprechen den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Auf einem beigef\u00fcgten FAQ-Blatt wurde au\u00dferdem erkl\u00e4rt, dass nur die endg\u00fcltigen Daten wie die Anwesenheit der Person, das gesch\u00e4tzte Alter und das gesch\u00e4tzte Geschlecht erfasst werden, ohne dass diese Daten einer bestimmten Person zugeordnet werden. Den Kunden wurden ausschlie\u00dflich anonymisierte Datenanalysen zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang gibt es Unstimmigkeiten zu den Aussagen von Adaria, die besagen, dass die Maschinen keine Bilder von Kunden aufnehmen und \u00fcber keine Funktion zur demografischen Bildbeschreibung verf\u00fcgen. Der Hauptsitz von Invenda befindet sich in Alpnach, in der N\u00e4he von Luzern. Im Jahr 2022 er\u00f6ffnete das international t\u00e4tige Unternehmen seine Niederlassung in Berlin und bildete ein Verkaufsteam f\u00fcr den deutschen Markt. Laut Firmengr\u00fcnder Jon Brezinski habe das Interesse von Gro\u00dfkonzernen wie Mars und anderen Konsumg\u00fcterunternehmen sowie von Betreibern wie Tankstellenketten, Hotels und Einzelhandelsfirmen gezeigt, dass es jetzt der richtige Zeitpunkt sei, um Deutschland zu erobern. Im Jahr 2021 geh\u00f6rten zu den bedeutenden Kunden f\u00fcr die White-Label-L\u00f6sungen unter anderem Coca-Cola und Lindt &#038; Spr\u00fcngli.<\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t Waterloo hat mittlerweile best\u00e4tigt, dass sie Adaria dazu aufgefordert hat, die Gesichtserkennungssoftware zu deaktivieren und die Automaten zu entfernen, wie eine Sprecherin der Hochschule gegen\u00fcber CTV News best\u00e4tigte.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Invenda + River Stanley + Adaria Vending<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeiten von Big Brother sind vorbei, denn heute werden Kunden von Verkaufsautomaten \u00fcberwacht. Ein Nutzer mit dem Pseudonym SquidKid47 hat vor kurzem auf Reddit gepostet, dass an der Universit\u00e4t Waterloo in Kanada ein Smart Kiosk mit der Marke M&#038;M vom S\u00fc\u00dfigkeitenriesen Mars Wrigley steht. Dort erschien eine Windows-Fehlermeldung mit&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":5000,"comment_status":"","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5001","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5001","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5001"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5001\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5000"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5001"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5001"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/byte-bucket.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5001"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}