{"id":516,"date":"2023-10-20T07:58:47","date_gmt":"2023-10-20T07:58:47","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2023\/10\/20\/clearview-ai-die-hohe-kunst-des-geldstrafen-umgehens\/"},"modified":"2023-10-20T07:58:47","modified_gmt":"2023-10-20T07:58:47","slug":"clearview-ai-die-hohe-kunst-des-geldstrafen-umgehens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=516","title":{"rendered":"Clearview AI: Die hohe Kunst des Geldstrafen-Umgehens"},"content":{"rendered":"<p>London &#8211; Die umstrittene US-Firma Clearview AI ist erneut in den Schlagzeilen: Wie die BBC berichtet, hat das Unternehmen erfolgreich eine hohe Geldstrafe umgangen, indem es unerlaubterweise Fotos von Menschen in Gro\u00dfbritannien gesammelt hat. Doch wie konnte das passieren?<\/p>\n<p>Clearview AI, das sich auf Gesichtserkennungsdienste spezialisiert hat, konnte geschickt argumentieren, dass ihre Dienste ausschlie\u00dflich staatlichen Stellen angeboten wurden. Und da ausl\u00e4ndische Regierungen nicht den britischen Datenschutzgesetzen unterliegen, war das Information Commissioner&#8217;s Office (ICO) machtlos und konnte keine Strafe verh\u00e4ngen. Da kann man sich ja nur die Frage stellen: Wer braucht schon Privatsph\u00e4re?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wird das ICO das Urteil \u00fcberpr\u00fcfen und entscheiden, ob weitere Ma\u00dfnahmen ergriffen werden sollen. Schlie\u00dflich soll hier keiner denken, dass man einfach so mit illegal gesammelten Daten davonkommt. Das ICO betonte zudem, dass es auch f\u00fcr ausl\u00e4ndische Unternehmen zust\u00e4ndig ist und durchaus berechtigt ist, Strafen zu verh\u00e4ngen. Das ist doch beruhigend, oder?<\/p>\n<p>Im Mai 2022 wurde Clearview AI \u00fcbrigens schon einmal eine Geldstrafe von \u00fcber 7,5 Millionen Pfund aufgebrummt. Damals wurde dem Unternehmen vorgeworfen, gegen die Datenschutzbestimmungen in Gro\u00dfbritannien versto\u00dfen zu haben. Die hatten n\u00e4mlich Bilder von Menschen aus dem Vereinigten K\u00f6nigreich und anderen L\u00e4ndern gesammelt, um eine weltweite Online-Datenbank aufzubauen. Damit konnte man dann Gesichtserkennung betreiben, wie es im Buche steht. Allerdings hat das ICO damals auch angeordnet, dass Clearview AI die Nutzung und Beschaffung personenbezogener Daten britischer B\u00fcrger einstellen und bereits gesammelte Daten l\u00f6schen muss. Aber wer wei\u00df, ob sich da alle dran gehalten haben.<\/p>\n<p>Laut der BBC bietet Clearview AI eine Suchmaschine f\u00fcr Personen an, die auf den gesammelten Daten basiert. Mit dieser Suchmaschine kann man dann Treffer von gesuchten Personen in mehr als 30 Milliarden Fotos aus dem Internet anzeigen lassen. Ein wahrer Traum f\u00fcr alle Privatsph\u00e4re-Fans, nicht wahr?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hat Clearview AI den Dienst seit 2020 nur noch staatlichen Kunden wie der Polizei in den USA angeboten. Damit ist doch alles in Ordnung, oder? Na ja, nicht ganz. Im Zuge des Verfahrens wurden n\u00e4mlich auch andere Kunden identifiziert, zum Beispiel in Panama, Brasilien, Mexiko und der Dominikanischen Republik. Aber hey, wer braucht schon Privatsph\u00e4re, wenn man daf\u00fcr Menschen online aufsp\u00fcren kann?<\/p>\n<p>Alles in allem bleibt festzuhalten, dass Clearview AI ein wahrer Meister darin ist, Geldstrafen zu umgehen. Man k\u00f6nnte fast meinen, sie h\u00e4tten ein spezielles Seminar besucht: &#8222;Wie man mit illegalen Daten Geld verdient, ohne erwischt zu werden&#8220;. Das Ganze ist nat\u00fcrlich sehr bedenklich und zeigt, wie dringend wir bessere Datenschutzgesetze und -durchsetzung ben\u00f6tigen. Aber solange es Unternehmen wie Clearview AI gibt, m\u00fcssen wir wohl damit leben, dass unsere Privatsph\u00e4re immer weiter ausgeh\u00f6hlt wird. Aber hey, wer braucht schon Privatsph\u00e4re, wenn man daf\u00fcr ein paar schicke Gesichtserkennungsdienste bekommt?<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Clearview AI + Gesichtserkennungsdienste + Datenschutzgesetze<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>London &#8211; Die umstrittene US-Firma Clearview AI ist erneut in den Schlagzeilen: Wie die BBC berichtet, hat das Unternehmen erfolgreich eine hohe Geldstrafe umgangen, indem es unerlaubterweise Fotos von Menschen in Gro\u00dfbritannien gesammelt hat. Doch wie konnte das passieren? 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