{"id":661,"date":"2023-10-24T10:39:22","date_gmt":"2023-10-24T10:39:22","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2023\/10\/24\/modest-nachhaltige-smartphone-revolution-durch-innovative-designs\/"},"modified":"2023-10-24T10:39:22","modified_gmt":"2023-10-24T10:39:22","slug":"modest-nachhaltige-smartphone-revolution-durch-innovative-designs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=661","title":{"rendered":"MoDeSt: Nachhaltige Smartphone-Revolution durch innovative Designs"},"content":{"rendered":"<p>Smartphones geh\u00f6ren heutzutage zu unserem Alltag und sind aus unserem Leben kaum wegzudenken. Sie dienen nicht nur zur Kommunikation, sondern bieten uns auch Zugang zu einer Vielzahl von Informationen und Unterhaltungsm\u00f6glichkeiten. Allerdings tragen die elektronischen Begleiter nicht nur zur Bereicherung unseres Lebens bei, sondern belasten auch die Umwelt in erheblichem Ma\u00dfe. Wie kann man also Umweltschutz und die Produktion und Nutzung von Smartphones in Einklang bringen?<\/p>\n<p>Genau dieser Frage haben sich im Rahmen des vom BMBF gef\u00f6rderten Projekts MoDeSt zwei Industriedesigner vom Fraunhofer IZM gewidmet und die Vereinbarkeit von moderner Technik und Kreislaufwirtschaft untersucht. Als Resultat stellen sie zwei Designs vor, die langlebige und recycelbare Smartphones mit einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Aussehen pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Immer h\u00e4ufiger werden neue Generationen von Smartphones auf den Markt gebracht, die funktionierende Ger\u00e4te ersetzen und somit die Nutzungsdauer verk\u00fcrzen. Trotz Nachweisen aus Studien, dass Europ\u00e4er*innen ihre Mobiltelefone immer l\u00e4nger nutzen*, wird die volle Lebensdauer der Ger\u00e4te noch immer nicht vollst\u00e4ndig ausgesch\u00f6pft. Zus\u00e4tzlich zu dem Druck des Wettbewerbs unter den Herstellern haben die Abfallstr\u00f6me des Elektroschrotts ernsthafte Auswirkungen auf die Umwelt: Allein in Deutschland fallen durch Smartphones j\u00e4hrlich etwa 1,7 Millionen Tonnen Elektroschrott an.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Situation hat die Europ\u00e4ische Union im Jahr 2020 einen Aktionsplan f\u00fcr Kreislaufwirtschaft ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Menge an Elektroschrott zu verringern. Das Forschungsprojekt MoDeSt konzentriert sich auf den Ansatz der Kreislaufwirtschaft, um den Lebenszyklus von Smartphones zu verl\u00e4ngern und die technische sowie wirtschaftliche Umsetzung der Modularit\u00e4t zu erforschen. Dabei steht die Maximierung von Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Recycling-Potenzial im Fokus, ohne die Funktionalit\u00e4t der Ger\u00e4te zu beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Das Projekt basiert auf dem zirkul\u00e4ren Baukasten, der am Fraunhofer IZM entwickelt und der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht wurde. Auf dieser Grundlage haben die beiden Industriedesigner Tapani Jokinen und Robin Hoske das Ziel, das Design von Smartphones radikal zu \u00fcberdenken und zwei wegweisende Konzepte zu entwickeln.<\/p>\n<p>Im ersten Entwurf, dem sogenannten MODEST CUBE, stand die Maximierung der Reparierbarkeit des Ger\u00e4ts im Mittelpunkt. Der MODEST CUBE verdeutlicht, wie der Lebenszyklus eines Produkts durch einen einfachen und schnellen Austausch der Hardware verl\u00e4ngert werden kann. Hier bezieht sich Modularit\u00e4t nicht nur auf die einzelnen Bauteile, sondern auf das gesamte System. Um die funktionalen Anforderungen des CUBES zu bestimmen, wurden Daten zu den individuellen Bed\u00fcrfnissen und dem Nutzungsverhalten der Konsumenten analysiert und anschlie\u00dfend in gezielten Workshops mit Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Umwelt, Konsum und Design weiterentwickelt.<\/p>\n<p>Hoske erl\u00e4utert die entstandene Vision folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<p>Der MODEST CUBE repr\u00e4sentiert ein Smartphone, das nicht altert, da Teile der Hardware, einschlie\u00dflich des Bildschirms, m\u00fchelos ausgetauscht werden k\u00f6nnen, dank des Mix&#038;Match-Prinzips. Das hat nicht nur Vorteile f\u00fcr die Reparierbarkeit, sondern bietet auch die M\u00f6glichkeit, verschiedene Anforderungen der Nutzer zu erf\u00fcllen: Wenn zum Beispiel jemand eine hochwertige Kamera im Smartphone ben\u00f6tigt, kann diese aufger\u00fcstet werden, ohne ein neues Ger\u00e4t kaufen zu m\u00fcssen. Unser Entwurf verdeutlicht, wie Elektroschrott reduziert und gleichzeitig der Wert des Produkts erhalten werden kann.<\/p>\n<p>Mit dem zweiten Entwurf gehen die Designer noch einen Schritt weiter: Die MODEST ARCH erfindet das mobile Telefon mit einer innovativen Optik neu und bezieht zus\u00e4tzlich psychologische Komponenten der Smartphone-Nutzung mit ein. Die Idee besteht darin, die Nutzung im Sinne der digitalen Suffizienz zu moderieren, um das mentale Wohlbefinden zu f\u00f6rdern und potenzielle negative Auswirkungen wie eine verringerte Konzentrationsf\u00e4higkeit zu minimieren. Unter dem Leitsatz &#8222;So viel wie n\u00f6tig, so wenig wie m\u00f6glich&#8220; werden in diesem Zusammenhang Nutzungsmuster hinterfragt, auf das Wesentliche reduziert und dadurch sowohl der Material- als auch der Energieverbrauch verringert.<\/p>\n<p>Das Design der ARCH weist besonders eine kreative L\u00f6sung auf, die auf den Prognosen der Industriedesigner zur zuk\u00fcnftigen Konnektivit\u00e4t basiert:<\/p>\n<p>Wir gehen davon aus, dass in den n\u00e4chsten zehn Jahren viele Anwendungen \u00fcber Virtual Reality und KI-basierte Sprachassistenten funktionieren werden. Aus diesem Grund haben wir uns f\u00fcr ein schlankes und einfaches Design entschieden, bei dem die Hardware auf ein Minimum reduziert und das Betriebssystem in der Cloud umgesetzt wird. Das Grundger\u00fcst des Ger\u00e4ts ist somit praktisch ein pers\u00f6nliches Token in Form eines Web-Browsers, der nur wenige Komponenten ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Jokinen erkl\u00e4rt, dass je nach Bedarf zus\u00e4tzliche Funktionen konfiguriert werden k\u00f6nnen und die ARCH als Schnittstelle f\u00fcr eine vernetzte IoT-Umgebung dienen kann. Die ARCH k\u00f6nnte je nach Bedarf mit anderen Ger\u00e4ten \u00fcber verkn\u00fcpfte Benutzeroberfl\u00e4chen verbunden werden und somit bequemen Zugang zu pers\u00f6nlichen Daten und Diensten erm\u00f6glichen. Durch diesen Ansatz er\u00f6ffnen sich gro\u00dfe gestalterische Freiheiten im Design: Hoske und Jokinen haben sich beispielsweise f\u00fcr ein rundes Interface mit den Ma\u00dfen von 51 x 15 Millimetern aus recyceltem Stahl entschieden. Die ARCH, aufgrund ihrer extrem mobilen Gestaltung, kann wie eine Stoppuhr am Handgelenk, als Halskette oder Brosche getragen und mit einer Hand gehalten werden. Neben den Patches an den Au\u00dfenseiten des Bildschirms nutzt das Ger\u00e4t auch taktil-haptisches Feedback und kann dank der Motion-Sensing-Technologie beispielsweise als PC-Desk oder Air Mouse verwendet werden. Zus\u00e4tzlich sind eine Kamera mit hoher Aufl\u00f6sung und verschiedene Sensoren zur Erfassung von Vitaldaten eingebaut.<\/p>\n<p>Die Entw\u00fcrfe CUBE und ARCH von MODEST sind derzeit noch Zukunftsvisionen auf dem Papier, jedoch haben die Forscher hinter dem Projekt ehrgeizige Pl\u00e4ne. Nach Abschluss des Projekts planen sie die Entwicklung von Prototypen und die Durchf\u00fchrung umfangreicher Tests. Die beiden Hauptans\u00e4tze, n\u00e4mlich die Verl\u00e4ngerung der Produktlebensdauer und das modulare Design, haben das Potenzial, die Elektronikindustrie nachhaltig zu transformieren, das Design von Smartphones in neue Bahnen zu lenken und den Elektroschrott zu verringern. Das BMBF unterst\u00fctzte das Verbundprojekt MoDeSt im Rahmen der Ma\u00dfnahme &#8222;Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft &#8211; Innovative Produktkreisl\u00e4ufe (ReziProK)&#8220; mit der Kennung 033R231. Zu den beteiligten Projektpartnern geh\u00f6rten die TU Berlin (sp\u00e4ter BTU Cottbus-Senftenberg), das Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universit\u00e4t L\u00fcneburg, Integrated Quality Design (IQD) der Johannes Kepler Universit\u00e4t Linz (assoziiert), die SHIFT GmbH und die AfB gGmbH.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: MoDeSt + Langlebige Smartphones + Elektroschrottreduktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Smartphones geh\u00f6ren heutzutage zu unserem Alltag und sind aus unserem Leben kaum wegzudenken. Sie dienen nicht nur zur Kommunikation, sondern bieten uns auch Zugang zu einer Vielzahl von Informationen und Unterhaltungsm\u00f6glichkeiten. 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