{"id":6806,"date":"2024-04-17T12:28:06","date_gmt":"2024-04-17T12:28:06","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2024\/04\/17\/fehlerhafte-studie-patente-belegen-weiterhin-innovationskraft\/"},"modified":"2024-04-17T12:28:06","modified_gmt":"2024-04-17T12:28:06","slug":"fehlerhafte-studie-patente-belegen-weiterhin-innovationskraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=6806","title":{"rendered":"Fehlerhafte Studie: Patente belegen weiterhin Innovationskraft"},"content":{"rendered":"<p>Eine viel zitierte Studie, die behauptete, dass der technische und wissenschaftliche Fortschritt in den letzten Jahren immer weniger disruptive Durchbr\u00fcche erbracht hat, wurde von drei Wissenschaftlern nun aufgrund eines schwerwiegenden Messfehlers korrigiert. Nach der \u00dcberarbeitung kann zumindest f\u00fcr Patente festgehalten werden, dass die Forschung nichts von ihrer Innovationskraft eingeb\u00fc\u00dft hat. Im Gegenteil, die Zahl der disruptiven Patente hat sogar langfristig zugenommen.<\/p>\n<p>Die Forschungsgruppe um Jeffrey Macher von der Universit\u00e4t Georgetown hatte in ihrer urspr\u00fcnglichen Studie untersucht, wie oft in wissenschaftlichen Arbeiten und Patenten auf fr\u00fchere Werke verwiesen wurde. Ein Patent wurde als disruptiv angesehen, wenn es h\u00e4ufiger zitiert wurde als vorherige Patente, aber diese nicht. Allerdings hatte die Forschungsgruppe nur Patente ab dem Jahr 1976 ber\u00fccksichtigt und keine Verweise auf fr\u00fchere Patente einbezogen.<\/p>\n<p>Christian Rutzer von der Universit\u00e4t Basel wies darauf hin, dass viele Patente aus den fr\u00fchen 1980er-Jahren als disruptiv erschienen, wenn jedoch alle Verweise auf Patente aus den Jahren 1975 und davor ignoriert wurden. Dies lag jedoch nicht daran, dass sie tats\u00e4chlich disruptiv waren, sondern weil viele Zitate zu den Vorg\u00e4ngerpatenten unber\u00fccksichtigt blieben. Das Team konnte nun nachweisen, dass diese Beschr\u00e4nkung zu einer erheblichen Verzerrung des Ergebnisses f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Durch die Ber\u00fccksichtigung \u00e4lterer Patente ergab sich ein ganz anderes Bild. Die durchschnittliche Disruptivit\u00e4t von Patenten aus dem Jahr 1980 liegt nicht mehr bei 0,39, wie vor einem Jahr behauptet wurde, sondern nur noch bei 0,09. Bis zum Jahr 2005 ist sie sogar auf 0,04 gesunken. Gleichzeitig ist die Anzahl der stark disruptiven Patente sogar gestiegen.<\/p>\n<p>Es ist wichtig anzumerken, dass das urspr\u00fcngliche Forschungsteam einen anderen Ansatz zur Messung der Innovationskraft wissenschaftlicher Arbeiten gew\u00e4hlt hatte. Die Korrektur bezieht sich jedoch ausschlie\u00dflich auf Patente. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Research Policy ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler betonen, dass ihre Arbeit zeigt, dass die Selbstkontrolle in der Wissenschaft funktioniert. Fehler wie der k\u00fcrzlich entdeckte k\u00f6nnen zwar immer wieder auftreten, jedoch ist der Umgang mit solchen Fehlern entscheidend. Die Korrektur der Studie verdeutlicht, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse sorgf\u00e4ltig zu \u00fcberpr\u00fcfen und zu hinterfragen, um zu validen Ergebnissen zu gelangen.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Selbstkontrolle + Jeffrey + Georgetown<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine viel zitierte Studie, die behauptete, dass der technische und wissenschaftliche Fortschritt in den letzten Jahren immer weniger disruptive Durchbr\u00fcche erbracht hat, wurde von drei Wissenschaftlern nun aufgrund eines schwerwiegenden Messfehlers korrigiert. 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