{"id":7077,"date":"2024-04-25T10:22:31","date_gmt":"2024-04-25T10:22:31","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2024\/04\/25\/neuer-meinungsmacht-monitor-fordert-reform-des-medienkonzentrationsrechts-im-digitalen-zeitalter\/"},"modified":"2024-04-25T10:22:31","modified_gmt":"2024-04-25T10:22:31","slug":"neuer-meinungsmacht-monitor-fordert-reform-des-medienkonzentrationsrechts-im-digitalen-zeitalter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=7077","title":{"rendered":"Neuer Meinungsmacht-Monitor fordert Reform des Medienkonzentrationsrechts im digitalen Zeitalter"},"content":{"rendered":"<p>Im Zeitalter der Plattformen wie YouTube, Facebook und Co. hat sich ein Paradigmenwechsel vollzogen, der einen neuen Ansatz zur Messung von Meinungsmacht erfordert. Es stellt sich die Frage, welche Medienmarken besonders starken Einfluss auf die \u00f6ffentliche Meinung haben und wie in unserer demokratischen Gesellschaft die Meinungsvielfalt gew\u00e4hrleistet werden kann.<\/p>\n<p>Die Annahme, dass die Meinungsmacht ausschlie\u00dflich dem Fernsehen zuzuschreiben ist, wie es im geltenden Medienkonzentrationsrecht festgelegt ist, greift in Zeiten der Digitalisierung nicht mehr. Das Forschungsprojekt &#8222;Messung von Meinungsmacht und Vielfalt im Internet&#8220; kommt zu dem Schluss, dass eine Reform der Vielfaltssicherung und Meinungsmachtkontrolle dringend erforderlich ist. Die Forschenden fordern einen medienpolitischen Paradigmenwechsel und pr\u00e4sentieren ihren neuen &#8222;Meinungsmacht-Monitor&#8220;.<\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt erhielt finanzielle Unterst\u00fctzung vom Bayerischen Forschungsinstitut f\u00fcr Digitale Transformation (bidt) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Bayerischen Landeszentrale f\u00fcr neue Medien (BLM). Die Frage, wie Meinungsmacht im digitalen Plattformzeitalter gemessen werden kann, wurde vom Forschungsteam der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz und der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen untersucht. Sie schlagen vor, die fernsehzentrierte und reformbed\u00fcrftige Konzentrationskontrolle durch ein modulares Meinungsmacht-Monitoring zu ersetzen.<\/p>\n<p>Obwohl es bereits Bestrebungen f\u00fcr ein zukunftsf\u00e4higes Medienkonzentrationsrecht gibt, wie in der Protokollerkl\u00e4rung zum Medienstaatsvertrag 2020 erw\u00e4hnt, steht eine konkrete Reform bisher aus. Das Monitoring soll dazu beitragen, Meinungsmacht in komplexen Medienumgebungen besser zu erfassen. In der neuesten Ausgabe des &#8222;bidt Impuls&#8220;, der Abschlusspublikation des Forschungsprojekts &#8222;Messung von Meinungsmacht und Vielfalt im Internet&#8220;, beschreiben die Autorinnen und Autoren &#8211; Prof. Dr. Birgit Stark, Prof. Dr. Carsten Reinemann, Lisa Zieringer M.A. und Daniel Stegmann M.A. &#8211; den dringenden Bedarf an medienpolitischem Handeln.<\/p>\n<p>Laut Prof. Dr. Birgit Stark, einer Kommunikationswissenschaftlerin, ist es notwendig, innovative L\u00f6sungen zu finden, um die Grundprinzipien der demokratischen Meinungsbildung angesichts der digitalen Transformation zu bewahren. In der \u00c4ra von Google, Facebook und Co. sind die bisherigen Instrumente zur Messung von Meinungsmacht l\u00e4ngst nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Unser Ziel mit dem &#8222;Meinungsmacht-Monitoring&#8220; ist es, einen Beitrag zur nachhaltigen Gestaltung der Medienlandschaft zu leisten.<\/p>\n<p>Dr. Thorsten Schmiege, Pr\u00e4sident der BLM, hebt hervor, dass die Studie einen bedeutenden Beitrag zur Diskussion \u00fcber die notwendige Reform des Medienkonzentrationsrechts liefert. Dr. Christoph Egle, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des bidt, f\u00fcgt hinzu: Es ist erfreulich, dass das Forschungsprojekt, das in Zusammenarbeit mit der BLM gef\u00f6rdert wurde, mit klaren medienpolitischen Handlungsempfehlungen abgeschlossen wird.<\/p>\n<p>Das Monitoring umfasst alle Arten von Medien und Medienvermittler und untersucht die Nutzung, Inhalte und Auswirkungen von Medienmarken. Um m\u00f6gliche Gef\u00e4hrdungen zu identifizieren, nutzt das System eine Kombination aus verschiedenen Analysebereichen und Methoden, die modular aufgebaut sind. Das Ziel besteht darin, Informationen \u00fcber die Nutzung von aktuellen Ereignissen zu erhalten, insbesondere um festzustellen, inwieweit sich die Zugangswege voneinander unterscheiden. Auf der anderen Seite verbindet es das Angebot mit der Nutzerseite. Durch diese Methode kann beispielsweise ermittelt werden, welche Medienangebote tats\u00e4chlich von verschiedenen Bev\u00f6lkerungsgruppen genutzt werden. Das System hat die F\u00e4higkeit, auf potenzielle Bedrohungen der freien Meinungsbildung hinzuweisen und das Bewusstsein f\u00fcr die Qualit\u00e4t der Medien zu st\u00e4rken. Auf Grundlage dessen k\u00f6nnen auch konkrete Ma\u00dfnahmen zur Regulierung abgeleitet werden.<\/p>\n<p>Das \u00fcbergeordnete Ziel besteht darin, eine transparente Grundlage f\u00fcr medienpolitische Entscheidungen zu schaffen und somit die Vielfalt als essentielle Voraussetzung f\u00fcr die freie Meinungsbildung in einer dynamischen Medienlandschaft zu gew\u00e4hrleisten. Im Hinblick auf eine zeitgem\u00e4\u00dfe Vielfaltssicherung werden drei medienpolitische Handlungsempfehlungen im Rahmen des geforderten Paradigmenwechsels der Forschenden formuliert.<\/p>\n<p>Das erste Kernanliegen besteht darin, sich von der fernsehzentrierten Konzentrationskontrolle abzuwenden und stattdessen eine Gef\u00e4hrdungskontrolle durch kontinuierliche Beobachtung und Evaluation einzuf\u00fchren. Als zweiten Punkt wird der Ausbau der Forschungsinfrastrukturen f\u00fcr evidenzbasierte Handlungsempfehlungen genannt. Hierbei soll ein langfristig angelegter Meinungsmacht-Monitor etabliert werden, der in Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschungseinrichtungen relevantes Wissen f\u00fcr medienpolitische Entscheidungen liefert. Als dritten Punkt schlagen wir die Einf\u00fchrung eines umfassenden Ansatzes zur Sicherung von Vielfalt vor. Im digitalen Plattformzeitalter sollte die Vielfaltssicherung \u00fcber die reine Kontrolle der Anbieter hinausgehen und sowohl inhaltliche als auch genutzte Vielfalt ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Presseanfragen zum bidt steht Ihnen Leonie Liebich als Referentin f\u00fcr Redaktion und Presse zur Verf\u00fcgung. Sie erreichen sie unter der Telefonnummer 49 89 540 235 631 oder per E-Mail. Bei Fragen rund um die Pressearbeit der BLM k\u00f6nnen Sie sich an Stefanie Reger wenden, die als Pressesprecherin t\u00e4tig ist. Sie erreichen sie unter der Telefonnummer 49 89 638 08 315 oder per E-Mail.<\/p>\n<p>Das Bayerische Forschungsinstitut f\u00fcr Digitale Transformation (bidt) ist ein Institut der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Es hilft dabei, ein besseres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Ver\u00e4nderungen und Schwierigkeiten im Zuge der digitalen Transformation zu gewinnen. Dadurch werden die Grundlagen geschaffen, um die digitale Zukunft im Austausch mit der Gesellschaft verantwortungsbewusst und zum Wohl aller zu gestalten. Das Bayerische Forschungsinstitut f\u00fcr Digitale Transformation (bidt) unterst\u00fctzt exzellente interdisziplin\u00e4re Forschung und stellt als Think Tank Entscheidungstr\u00e4gern in Politik und Wirtschaft fundierte Empfehlungen bereit, die auf Evidenz basieren. Am Institut wird Forschung in einem offenen Dialog zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft betrieben.<\/p>\n<p>Die Bayerische Landeszentrale f\u00fcr neue Medien (BLM), eine unabh\u00e4ngige Institution, ist verantwortlich f\u00fcr die Aufsicht \u00fcber private Radio- und Fernsehprogramme sowie Plattformen und Intermedi\u00e4re in Bayern. Zu den Zust\u00e4ndigkeiten geh\u00f6ren die Sicherstellung von Vielfalt, der Schutz von Jugendlichen vor Medieninhalten, die Vermittlung von Medienkompetenz und die F\u00f6rderung von Ausbildungsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: BLM + bidt + Birgit Stark<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zeitalter der Plattformen wie YouTube, Facebook und Co. hat sich ein Paradigmenwechsel vollzogen, der einen neuen Ansatz zur Messung von Meinungsmacht erfordert. Es stellt sich die Frage, welche Medienmarken besonders starken Einfluss auf die \u00f6ffentliche Meinung haben und wie in unserer demokratischen Gesellschaft die Meinungsvielfalt gew\u00e4hrleistet werden kann. 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