{"id":7389,"date":"2024-05-03T16:08:53","date_gmt":"2024-05-03T16:08:53","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2024\/05\/03\/avast-erhaelt-rekordstrafe-von-139-millionen-euro-wegen-datenschutzverstoss\/"},"modified":"2024-05-03T16:08:53","modified_gmt":"2024-05-03T16:08:53","slug":"avast-erhaelt-rekordstrafe-von-139-millionen-euro-wegen-datenschutzverstoss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=7389","title":{"rendered":"Avast erh\u00e4lt Rekordstrafe von 13,9 Millionen Euro wegen Datenschutzversto\u00df"},"content":{"rendered":"<p>Avast, der renommierte Hersteller von Antivirensoftware, hat nach einem langwierigen Streit nun endlich eine endg\u00fcltige Strafe von rund 13,9 Millionen Euro (351 Millionen Tschechische Kronen) aufgrund eines Versto\u00dfes gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erhalten. Da Avast seinen Hauptsitz in Prag hat, wurde die Geldstrafe von der tschechischen Datenschutzbeh\u00f6rde verh\u00e4ngt. Bereits im Jahr 2020 wurden erhebliche Verst\u00f6\u00dfe gegen die DSGVO festgestellt, als Avast Nutzerdaten aus seinem Hauptprodukt und den dazugeh\u00f6rigen Browser-Erweiterungen in gro\u00dfem Umfang an seine Tochterfirma Jumpshot weiterleitete. Dies geschah ohne die erforderliche rechtliche Grundlage. Der Europ\u00e4ische Datenausschuss (EDSA) best\u00e4tigte in seinem endg\u00fcltigen Beschluss vom 10. April 2024, dass etwa 100 Millionen Nutzer von dieser Daten\u00fcbertragung betroffen waren. Die \u00fcbertragenen Daten enthielten pseudonymisierte Internetbrowser-Verl\u00e4ufe, die mit einer eindeutigen Kennung verkn\u00fcpft waren. Avast informierte seine Kunden fehlerhaft \u00fcber diese Daten\u00fcbermittlungen und behauptete f\u00e4lschlicherweise, dass die Daten anonymisiert waren und ausschlie\u00dflich f\u00fcr statistische Trendanalysen genutzt wurden. Die tschechischen Pr\u00fcfer stellten fest, dass der Internet-Browserverlauf, auch wenn er nicht vollst\u00e4ndig ist, als personenbezogene Daten angesehen werden kann, da es m\u00f6glich ist, zumindest einige der betroffenen Personen erneut zu identifizieren. Der Versto\u00df von Avast wiegt besonders schwer, da das Unternehmen als renommierter Experte f\u00fcr Cybersicherheit bekannt ist und \u00f6ffentlich Tools zum Schutz von Daten und der Privatsph\u00e4re der Nutzer anbietet. Die Datenschutzbeh\u00f6rde stellte vor allem einen Versto\u00df gegen die Artikel 6 und 13 der DSGVO fest, die die Erfordernis einer informierten Einwilligung und die Informationspflicht beim Erheben personenbezogener Daten von betroffenen Personen regeln. Avast beteuerte im Jahr 2020, dass sie die Bedenken der Nutzer hinsichtlich ihrer Privatsph\u00e4re sehr ernst nehmen und deshalb Jumpshot geschlossen haben. Trotz der Tatsache, dass das Unternehmen mittlerweile seine Vorgehensweise als unangemessen ansieht, behauptet es vehement, dass alle Handlungen im Einklang mit der DSGVO absolut legal waren. Das Verfahren wurde aufgrund von Berichten in den Medien Ende 2019 und Anfang 2020 sowie anonymen Tipps eingeleitet. Die kontroversen Daten\u00fcbertragungen ereigneten sich im Zeitraum von April bis Juli 2019. Am 14. M\u00e4rz 2022 traf die Aufsichtsbeh\u00f6rde ihre erste Entscheidung. Avast legte hingegen eine Beschwerde nach dem Verwaltungsrecht ein, die nun von der Aufsichtsbeh\u00f6rde abgelehnt wurde. Nachdem alle rechtlichen M\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft wurden, kann der Beschluss nun vollstreckt werden. Zus\u00e4tzlich zu der Geldstrafe von 13,9 Millionen Euro wurde Avast auch von der US-Handelsbeh\u00f6rde Federal Trade Commission (FTC) mit einer hohen Geldstrafe in H\u00f6he von 16,5 Millionen US-Dollar belegt. Auch in diesem Fall handelt es sich um das Fehlverhalten der Browser-Erweiterung und die \u00dcbertragung von Daten an Jumpshot.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Avast + DSGVO + Prag<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Avast, der renommierte Hersteller von Antivirensoftware, hat nach einem langwierigen Streit nun endlich eine endg\u00fcltige Strafe von rund 13,9 Millionen Euro (351 Millionen Tschechische Kronen) aufgrund eines Versto\u00dfes gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erhalten. Da Avast seinen Hauptsitz in Prag hat, wurde die Geldstrafe von der tschechischen Datenschutzbeh\u00f6rde verh\u00e4ngt. 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