{"id":7397,"date":"2024-05-04T13:29:58","date_gmt":"2024-05-04T13:29:58","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2024\/05\/04\/historischer-supercomputer-cheyenne-wird-versteigert-ein-blick-in-die-welt-der-supercomputer\/"},"modified":"2024-05-04T13:29:58","modified_gmt":"2024-05-04T13:29:58","slug":"historischer-supercomputer-cheyenne-wird-versteigert-ein-blick-in-die-welt-der-supercomputer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=7397","title":{"rendered":"Historischer Supercomputer Cheyenne wird versteigert: Ein Blick in die Welt der Supercomputer"},"content":{"rendered":"<p>Der historische Supercomputer Cheyenne, der jahrelang im Rechenzentrum NWSC in Cheyenne, Wyoming, sein Unwesen getrieben hat, wird nun versteigert. Die US-Regierung hat das gute St\u00fcck f\u00fcr schlappe 480.000 US-Dollar an einen anonymen K\u00e4ufer verkauft. Dieser darf nun pers\u00f6nlich vorbeikommen und das System abholen &#8211; wahrscheinlich mit einem LKW voller Nerven und Schwei\u00dfperlen auf der Stirn.<\/p>\n<p>Normalerweise landen Supercomputer nach ihrer Inaktivit\u00e4t entweder auf dem Schrottplatz oder werden verkauft. Cheyenne hat es jedoch geschafft, satte sieben Jahre lang aktiv zu sein, obwohl eigentlich nur f\u00fcnf Jahre geplant waren. Das ist schon eine beeindruckende Leistung, bedenkt man, dass Supercomputer heutzutage oft nicht l\u00e4nger als zwei bis vier Jahre genutzt werden, bevor sie durch leistungsf\u00e4higere Modelle ersetzt werden.<\/p>\n<p>Cheyenne hatte eine Rechenleistung von 5,4 Petaflops (Rmax) und einen Energieverbrauch von 1,7 Megawatt. Im Vergleich dazu schafft der deutsche Supercomputer Juwels rund 71 Petaflops bei \u00e4hnlichem Energieverbrauch. Juwels setzt haupts\u00e4chlich auf Nvidia-GPUs, w\u00e4hrend Cheyenne noch auf x86-CPUs mit vielen Kernen basiert. Das ist so \u00e4hnlich wie der Unterschied zwischen einem alten VW K\u00e4fer und einem schnittigen Tesla &#8211; beide bringen dich von A nach B, aber der eine ist doch etwas flotter unterwegs.<\/p>\n<p>Cheyenne ist mit 8064 Xeon-CPUs vom Typ E5-2697v4 ausgestattet, die jeweils \u00fcber 18 Broadwell-Kerne verf\u00fcgen. Diese Prozessoren hatten im Jahr 2016 einen Wert von \u00fcber 21 Millionen US-Dollar. Aber aufgrund der technischen Veraltetheit ist es einfach nicht mehr wirtschaftlich, sie f\u00fcr Dauerrechnen zu verwenden. Da hat sich die Technik halt weiterentwickelt, so wie dein altes Nokia-Handy nicht mehr mit den heutigen Smartphones mithalten kann.<\/p>\n<p>Der hohe Preis von Cheyenne liegt wahrscheinlich \u00fcber dem Wert der Einzelteile, da die K\u00fchlung und einige Wasserleitungen undicht sind. Das ist nat\u00fcrlich etwas \u00e4rgerlich, aber hey, so ist das manchmal im Leben. Der Verkauf erfolgt \u00fcbrigens nur an Fachleute, da der Abtransport aufgrund des Gewichts der Racks und Blades eine echte Herausforderung darstellt. Da braucht man definitiv ein paar starke H\u00e4nde und einen guten Plan, um das Ding sicher nach Hause zu bringen.<\/p>\n<p>Aber keine Sorge, Cheyenne hat schon einen Nachfolger bekommen. Der Supercomputer Derecho ist bereits in Betrieb und bietet eine Leistung von 19,9 Petaflops. Derecho setzt auf AMDs Epyc-CPUs und wird von Nvidia-GPUs unterst\u00fctzt. Da hat jemand wohl ein Upgrade gemacht, um mit der Zeit zu gehen.<\/p>\n<p>Insgesamt gibt uns der Verkauf von Cheyenne einen spannenden Einblick in die Welt der Supercomputer und wie sie sich im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert haben. Die Chipentwicklung hat es erm\u00f6glicht, immer leistungsf\u00e4higere Supercomputer zu bauen, w\u00e4hrend der Energieverbrauch reduziert wurde. Das ist doch mal eine gute Nachricht f\u00fcr unseren Planeten und f\u00fcr all diejenigen, die gerne flotte Berechnungen machen wollen.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Cheyenne + Nvidia + Derecho<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der historische Supercomputer Cheyenne, der jahrelang im Rechenzentrum NWSC in Cheyenne, Wyoming, sein Unwesen getrieben hat, wird nun versteigert. Die US-Regierung hat das gute St\u00fcck f\u00fcr schlappe 480.000 US-Dollar an einen anonymen K\u00e4ufer verkauft. 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