{"id":7599,"date":"2024-05-12T10:54:36","date_gmt":"2024-05-12T10:54:36","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2024\/05\/12\/mammoth-anlage-in-island-in-betrieb-groesste-co2-abscheidungsanlage-weltweit-startet-erfolgreich\/"},"modified":"2024-05-12T10:54:36","modified_gmt":"2024-05-12T10:54:36","slug":"mammoth-anlage-in-island-in-betrieb-groesste-co2-abscheidungsanlage-weltweit-startet-erfolgreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=7599","title":{"rendered":"Mammoth-Anlage in Island in Betrieb: Gr\u00f6\u00dfte CO2-Abscheidungsanlage weltweit startet erfolgreich"},"content":{"rendered":"<p>Island hat die Mammoth-Anlage in Betrieb genommen, die nach eigenen Angaben die gr\u00f6\u00dfte Anlage zur direkten Abscheidung und Speicherung von CO2 weltweit ist. Die zweite kommerzielle Anlage des Schweizer Unternehmens Climeworks in Island, genannt Mammoth, ist etwa zehnmal gr\u00f6\u00dfer als ihre Vorg\u00e4ngerin Orca. Sie befindet sich auf der Hochebene von Hellisheidi und ist f\u00fcr eine Kapazit\u00e4t von bis zu 36.000 Tonnen CO2 pro Jahr ausgelegt.<\/p>\n<p>Das CO2 wird mittels Filter-Kollektoren direkt aus der Luft gesaugt und anschlie\u00dfend dauerhaft unterirdisch gespeichert. Bereits zw\u00f6lf der insgesamt 72 Kollektoren sind in Betrieb und die Anlage hat erfolgreich mit der Abscheidung des ersten CO2 begonnen, wie Mitte dieser Woche bekannt gegeben wurde.<\/p>\n<p>Die Anlage ist Teil des Direct Air Capture and Storage (DACS) Projekts, das aus einem ehemaligen Spin-off der ETH Z\u00fcrich hervorgegangen ist. Bis Ende dieses Jahres soll die modular aufgebaute Anlage fertiggestellt sein und alle 72 Kollektoren vor Ort installiert haben. Climeworks setzt erneuerbare Energien ein, um ihr energieintensives Verfahren zur direkten Abscheidung aus der Luft zu betreiben. Das Verfahren erfordert Niedertemperaturw\u00e4rme, vergleichbar mit kochendem Wasser. Die ben\u00f6tigte Energie wird von ON Power, einem Partnerunternehmen in Island, bereitgestellt. ON Power erzeugt Strom aus Geothermie.<\/p>\n<p>Nachdem das CO2 aus den Filtern freigesetzt wurde, wird es in Meerwasser gel\u00f6st und von Carbfix, dem isl\u00e4ndischen Partner f\u00fcr die CO2-Speicherung, in unterirdische Hohlr\u00e4ume transportiert. Dort findet eine nat\u00fcrliche Reaktion mit Basaltgestein statt, bei der das CO2 in stabile Mineralien umgewandelt wird und somit dauerhaft gespeichert werden kann. Climeworks stellt sicher, dass der gesamte Prozess von unabh\u00e4ngigen Dritten \u00fcberpr\u00fcft und zertifiziert wird. Carbfix wurde im Jahr 2007 als Projekt von Reykjavik Energy, der Universit\u00e4t Island, einem Institut der franz\u00f6sischen Forschungsorganisation CNRS und der Columbia University in New York gegr\u00fcndet und ist mittlerweile eine Tochtergesellschaft von ON Power.<\/p>\n<p>Mammoth stellt einen weiteren Meilenstein in der Projektpipeline von Climeworks dar, die sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 durch eine Vielzahl von DAC-Anlagen weltweit eine Kohlenstoffabscheidungskapazit\u00e4t im Bereich von Millionen Tonnen und bis 2050 im Bereich von Milliarden Tonnen zu erreichen. Das Unternehmen strebt an, einen bedeutenden Beitrag zur Bek\u00e4mpfung der globalen Erw\u00e4rmung zu leisten. Neben Projekten in Island arbeitet Climeworks auch an mehreren Megatonnen-Anlagen in den USA.<\/p>\n<p>Ein weiteres Unternehmen, das sich auf DAC-Technologie spezialisiert hat, ist Carbon Engineering aus Kanada, das auch von Bill Gates unterst\u00fctzt wird. Carbon Engineering plant, mit einer aktuellen Anlage in Texas bereits 500.000 Tonnen CO2 pro Jahr aus der Umgebungsluft zu extrahieren &#8211; fast 14 Mal mehr als Mammoth. Bereits im Jahr 2025 ist geplant, dass das Werk seinen Betrieb aufnimmt. Climeworks erh\u00e4lt auch Unterst\u00fctzung in den USA: Das Schweizer Unternehmen hat k\u00fcrzlich \u00f6ffentliche Gelder in H\u00f6he von 50 Millionen Dollar vom US-Energieministerium erhalten, um das Projekt Cypress zu starten &#8211; eine DAC-Anlage in Louisiana.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Pr\u00e4sentation von Mammoth in dieser Woche gab Climeworks bekannt, dass sie derzeit auch M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Carbon Capture in Kanada, Norwegen, Oman und Kenia untersuchen. Zus\u00e4tzlich bietet Climeworks nun auch Kompensationspakete an, die neben nat\u00fcrlichen Methoden zur CO2-Entfernung wie Aufforstung oder Biokohle umfassen. Climeworks kooperiert international mit verschiedenen gro\u00dfen Organisationen und Unternehmen, darunter Partners Group, UBS, JPMorgan, Swiss Re und Amag. Zu den ersten Firmenkunden der Anlage Orca z\u00e4hlten Unternehmen wie Microsoft und die Bezahlplattform Stripe.<\/p>\n<p>Die Kosten f\u00fcr DAC-Verfahren zur CO2-Abscheidung sind nach wie vor hoch, und um die Technologie in gro\u00dfem Ma\u00dfstab sinnvoll einzusetzen, ist Climeworks daher auf eine Vielzahl von Investoren und Gro\u00dfkunden angewiesen. Im vergangenen Jahr gelang es Climeworks, eine beeindruckende Summe von 650 Millionen Dollar von Investmentfirmen zu erhalten. In Bezug auf die Kosten der DAC-Technologie herrscht Uneinigkeit unter Experten. Die Kosten f\u00fcr die CO2-Entnahme bewegen sich grob zwischen 100 und 1.000 Dollar pro Tonne.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Climeworks + Island + Mammoth<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Island hat die Mammoth-Anlage in Betrieb genommen, die nach eigenen Angaben die gr\u00f6\u00dfte Anlage zur direkten Abscheidung und Speicherung von CO2 weltweit ist. Die zweite kommerzielle Anlage des Schweizer Unternehmens Climeworks in Island, genannt Mammoth, ist etwa zehnmal gr\u00f6\u00dfer als ihre Vorg\u00e4ngerin Orca. 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