{"id":7895,"date":"2024-05-21T21:46:18","date_gmt":"2024-05-21T21:46:18","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2024\/05\/21\/google-nutzt-abwaerme-innovativ-kostenersparnis-und-co2-reduktion-durch-externe-abwaermenutzung\/"},"modified":"2024-05-21T21:46:18","modified_gmt":"2024-05-21T21:46:18","slug":"google-nutzt-abwaerme-innovativ-kostenersparnis-und-co2-reduktion-durch-externe-abwaermenutzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=7895","title":{"rendered":"Google nutzt Abw\u00e4rme innovativ: Kostenersparnis und CO2-Reduktion durch externe Abw\u00e4rmenutzung"},"content":{"rendered":"<p>Google hat angek\u00fcndigt, erstmals \u00fcbersch\u00fcssige W\u00e4rme seines Rechenzentrums an externe Nutzer weiterzugeben, um deren W\u00e4rmebedarf zu decken. Diese innovative Methode, genannt &#8222;offsite heat recovery&#8220;, erm\u00f6glicht langfristig eine Reduzierung der Kosten und des Verbrauchs von Prim\u00e4renergietr\u00e4gern.<\/p>\n<p>Bisher wurde die Abw\u00e4rme der Google-Rechenzentren ausschlie\u00dflich intern genutzt, vor allem zur Beheizung von B\u00fcros. Ab dem n\u00e4chsten Jahr sollen jedoch die rund 20.000 Einwohner der finnischen Kleinstadt Hamina von kostenloser W\u00e4rme profitieren. Hierf\u00fcr wird eine 1,3 Kilometer lange Leitung gebaut, die die \u00fcbersch\u00fcssige W\u00e4rme eines nahegelegenen Google-Rechenzentrums in das Fernw\u00e4rmenetz des st\u00e4dtischen Unternehmens Hamina Energia einspeisen soll.<\/p>\n<p>Um die W\u00e4rme einzuspeisen, wird eine 5-MW-W\u00e4rmepumpenanlage verwendet, da die nat\u00fcrliche Temperatur der Rechenzentrumsabw\u00e4rme deutlich niedriger ist als die Betriebstemperatur des Fernw\u00e4rmenetzes. Mit Hilfe dieser Pumpe k\u00f6nnen j\u00e4hrlich 40 Gigawattstunden Fernw\u00e4rme erzeugt werden, was ausreichend ist, um 80 Prozent des aktuellen Fernw\u00e4rmebedarfs von Hamina zu decken.<\/p>\n<p>Das Unternehmen Hamina Energia plant bereits die Erweiterung des lokalen Fernw\u00e4rmenetzes. Durch die Nutzung der Abw\u00e4rme spart Google Energie, die normalerweise f\u00fcr die K\u00fchlung des Rechenzentrums aufgewendet werden m\u00fcsste. Daher kann die Abw\u00e4rme f\u00fcr einen symbolischen Jahresbetrag von einem Euro verkauft werden. Laut Google wird das Rechenzentrum in Hamina derzeit zu 97 Prozent mit CO2-freier Energie betrieben. Aus diesem Grund wird auch die gespendete Abw\u00e4rme nahezu CO2-neutral sein.<\/p>\n<p>Die vermehrte Anwendung von K\u00fcnstlicher Intelligenz f\u00fchrt zu einem deutlichen Anstieg des Energiebedarfs vieler Rechenzentren. Microsoft hat bereits angek\u00fcndigt, dass der Einsatz von KI zu einer potenziellen Steigerung der Emissionen um bis zu 40 Prozent f\u00fchren kann. Dies stellt eine Herausforderung dar, das selbstgesetzte Ziel der CO2-Neutralit\u00e4t bis 2030 zu erreichen. Auch Google verfolgt dieses Ziel und die Verwendung von Abw\u00e4rme anstelle von K\u00fchlung tr\u00e4gt zur Verbesserung der CO2-Bilanz bei.<\/p>\n<p>Es ist \u00fcberraschend, dass Google bisher ausschlie\u00dflich die eigenen B\u00fcros mit dieser Abw\u00e4rme beheizt hat und keine Abw\u00e4rme an externe Nutzer abgegeben hat. Die Idee ist jedoch nicht neu. Bereits 2008 hat IBM ein Projekt in der schweizerischen Gemeinde Uitikon realisiert, bei dem die Abw\u00e4rme eines Rechenzentrums genutzt wurde, um das Wasser in einem nahegelegenen Hallenbad zu erw\u00e4rmen. Seit 2007 gibt es ein Rechenzentrum in Hannover, bei dem die \u00fcbersch\u00fcssige W\u00e4rme an Gewerbefl\u00e4chen in der Umgebung abgegeben wird. Auch Wohn- und Gesch\u00e4ftsgeb\u00e4ude in den Londoner Docklands profitieren seit 2009 von der Abw\u00e4rme von Telehouse West. Die deutsche Plattform Bytes2Heat hat eine Vielzahl solcher Beispiele zusammengetragen.<\/p>\n<p>Eine Schwierigkeit bei solchen Projekten besteht darin, dass die Abnahme der Abw\u00e4rme zuverl\u00e4ssig sein muss, da sonst das Rechenzentrum in Probleme geraten kann. Der Abnehmer der Abw\u00e4rme muss die M\u00f6glichkeit haben, diese das ganze Jahr \u00fcber zu nutzen, auch wenn er m\u00f6glicherweise gerade keine Wohnungen zu heizen hat. Im Gegensatz zur thermischen Reststoffverwertung, die oft als Euphemismus f\u00fcr M\u00fcllverbrennung verwendet wird, ist die Abw\u00e4rme von Rechenzentren relativ konstant und nicht regulierbar. Au\u00dferdem m\u00fcssen die lokalen Gegebenheiten entsprechend sein. Um die Abw\u00e4rme des Rechenzentrums effektiv zu nutzen, muss sie an einem geeigneten Ort in das bestehende Fernw\u00e4rmenetz eingespeist werden, welches sich idealerweise in angemessener Entfernung zum Rechenzentrum befindet.<\/p>\n<p>Theoretisch ist die Nutzung der Server-Abw\u00e4rme durch Dritte eine gro\u00dfartige L\u00f6sung, aber in der Praxis gestaltet sich dies als herausfordernder als gedacht. Selbst beim zuk\u00fcnftigen Google-Rechenzentrum in Hessen, das im Jahr 2023 er\u00f6ffnet wird, untersucht Google die M\u00f6glichkeit, die Abw\u00e4rme zur Versorgung der umliegenden Geb\u00e4ude zu nutzen. Es bleibt abzuwarten, ob dies erfolgreich umgesetzt werden kann und ob andere Unternehmen dem Beispiel von Google folgen werden.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Google + Hamina Energia + Hamina<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Google hat angek\u00fcndigt, erstmals \u00fcbersch\u00fcssige W\u00e4rme seines Rechenzentrums an externe Nutzer weiterzugeben, um deren W\u00e4rmebedarf zu decken. Diese innovative Methode, genannt &#8222;offsite heat recovery&#8220;, erm\u00f6glicht langfristig eine Reduzierung der Kosten und des Verbrauchs von Prim\u00e4renergietr\u00e4gern. 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