{"id":8125,"date":"2024-05-29T05:21:34","date_gmt":"2024-05-29T05:21:34","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2024\/05\/29\/kuenstliche-intelligenz-und-neurodiversitaet-eine-kunterbunte-verbindung-mit-grossem-potenzial\/"},"modified":"2024-05-29T05:21:34","modified_gmt":"2024-05-29T05:21:34","slug":"kuenstliche-intelligenz-und-neurodiversitaet-eine-kunterbunte-verbindung-mit-grossem-potenzial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=8125","title":{"rendered":"K\u00fcnstliche Intelligenz und Neurodiversit\u00e4t: Eine kunterbunte Verbindung mit gro\u00dfem Potenzial"},"content":{"rendered":"<p>Stellen wir uns vor, Andr Frank Zimpel, ein Syn\u00e4sthetiker und Psychologe, trifft auf eine graue 60, die er durch 4 teilen m\u00f6chte. Dabei entstehen eine hellgr\u00fcne 40 und eine goldene 20. Die 40 zerf\u00e4llt in eine nahezu durchsichtige 10, w\u00e4hrend die goldene 20 zu einer blauen 5 wird. Das Ergebnis? Eine hellblaue 15. Klingt nach einem ziemlich kunterbunten Matheproblem, oder? Aber was hat das mit K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) und Neurodiversit\u00e4t zu tun?<\/p>\n<p>Nun, auf der diesj\u00e4hrigen re:publica Konferenz hielt Zimpel einen Vortrag \u00fcber genau dieses Thema. Er beleuchtete zwei wichtige Aspekte: Zum einen die Chance, die KI neurodivergenten Menschen bietet, und zum anderen die unverzichtbare Rolle neurodivergenter Menschen bei der Entwicklung von KI.<\/p>\n<p>In unserer Gesellschaft wird Intelligenz oft hoch gesch\u00e4tzt. In anderen Kulturen spielen jedoch andere Werte eine gro\u00dfe Rolle, wie zum Beispiel Ehre. Wenn man jemanden beleidigen m\u00f6chte, verunglimpft man dort oft dessen Mutter. In unserer Kultur w\u00fcrde man diese Person vielleicht einfach einen Dummkopf nennen. In solchen Situationen kann KI ein gewisses Unbehagen hervorrufen, da man sich leicht gekr\u00e4nkt f\u00fchlen kann, wenn sie kl\u00fcger ist als man selbst. Aber vielleicht sollten wir unsere Sichtweise \u00e4ndern und uns fragen, ob wir von KI beleidigt werden sollten oder von ihr lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr KI, das uns zum Schmunzeln bringt, ist ChatGPT, ein KI-Modell, das bei einem IQ-Test besser abgeschnitten hat als 99,9% der menschlichen Teilnehmer. Aber es gab auch einige am\u00fcsante Fehler und das logische Denken funktionierte nicht immer reibungslos. Ein klinischer Psychologe berichtete von einer \u00e4hnlichen Erfahrung, als er versuchte, einen Rap zu schreiben. Es dauerte Monate, bis er damit zufrieden war. Doch dann zeigte ihm seine Tochter eine App, mit der er das in k\u00fcrzester Zeit h\u00e4tte erledigen k\u00f6nnen. Ein wenig beleidigend, aber dennoch erkannte er den Nutzen von KI.<\/p>\n<p>Die Neurodiversit\u00e4t umfasst verschiedene Bedingungen wie Autismus-Spektrum-St\u00f6rung, AD(H)S, Dyskalkulie, Legasthenie, Dyspraxie, Epilepsie und das Tourette-Syndrom. Menschen mit Neurodivergenz denken, f\u00fchlen und handeln anders als die gesellschaftliche Norm. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie geistig nicht gesund sind. Im Gegenteil, einige ihrer F\u00e4higkeiten k\u00f6nnen im Alltag sogar entscheidend sein. Hier kann KI unterst\u00fctzend wirken.<\/p>\n<p>Zimpel pr\u00e4sentierte zahlreiche Beispiele, die diese Unterst\u00fctzung verdeutlichen. Zum Beispiel gibt es Rechtschreibkorrektur-Tools, die speziell f\u00fcr Menschen mit Legasthenie entwickelt wurden. Auch Menschen im Autismus-Spektrum k\u00f6nnen von KI profitieren. Ihre Wahrnehmung ist oft so umfangreich, dass sie nicht bemerken, dass Worte, die f\u00fcr uns gleich klingen, bei zweifacher Aussprache leicht unterschiedlich sind. F\u00fcr die meisten Menschen stellt dies keine Schwierigkeit dar, aber f\u00fcr autistische Kinder kann dies eine gro\u00dfe Herausforderung sein. Durch den Einsatz von Technologien, bei denen ein Computer das Wort stets gleich ausspricht, k\u00f6nnte dieses Problem gel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Aber KI verwendet bei der Verarbeitung von Informationen oft einen Durchschnitt. Und das Durchschnittliche kann ein erhebliches Problem darstellen, wie Zimpel erkl\u00e4rt. Hier kommen neurodivergente Menschen ins Spiel. Sie k\u00f6nnen sich von der Norm distanzieren und neue Perspektiven und L\u00f6sungen bieten. Sie sind unverzichtbar f\u00fcr die Weiterentwicklung von KI.<\/p>\n<p>Es wurde beobachtet, dass die KI-Entwicklung in den USA ohne die Beteiligung von neurodivergenten Personen nicht vorankommt. \u00c4hnliches wurde auch in Europa festgestellt, insbesondere in St\u00e4dten mit einer starken IT-Branche. Hier finden sich doppelt so viele Kinder im Autismus-Spektrum im Vergleich zu anderen Gebieten. Vermutlich gilt dies auch f\u00fcr ihre Eltern, die in der IT-Branche t\u00e4tig sind.<\/p>\n<p>Die Neurodiversit\u00e4tsbewegung hat sich seit 2011 an der Syracuse University formiert. Hier kommen Menschen mit verschiedenen Formen von Neurodivergenz zusammen. Zimpel hofft, dass diese Bewegung eine \u00e4hnliche Wirkung erzielen kann wie die Slogans &#8222;Black is beautiful&#8220;, &#8222;Gay is good&#8220; und &#8222;Sisterhood is powerful&#8220; in den 1960er- und 70er-Jahren. Ihr Beitrag k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass sich unsere Gesellschaft verbessert und mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Neurodiversit\u00e4t entwickelt.<\/p>\n<p>Also, lasst uns die Chance nutzen, die KI uns bietet, um neurodivergenten Menschen zu helfen und von ihnen zu lernen. Die Zukunft der KI liegt auch in den H\u00e4nden derjenigen, die anders denken und f\u00fchlen. Zusammen k\u00f6nnen wir eine buntere und vielf\u00e4ltigere Welt schaffen.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Andr\u00e9 Frank Zimpel + KI + Hamburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellen wir uns vor, Andr Frank Zimpel, ein Syn\u00e4sthetiker und Psychologe, trifft auf eine graue 60, die er durch 4 teilen m\u00f6chte. Dabei entstehen eine hellgr\u00fcne 40 und eine goldene 20. Die 40 zerf\u00e4llt in eine nahezu durchsichtige 10, w\u00e4hrend die goldene 20 zu einer blauen 5 wird. 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