{"id":829,"date":"2023-10-27T06:05:58","date_gmt":"2023-10-27T06:05:58","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2023\/10\/27\/software-skript-korrigiert-fehler-bei-schweizer-parlamentswahlen\/"},"modified":"2023-10-27T06:05:58","modified_gmt":"2023-10-27T06:05:58","slug":"software-skript-korrigiert-fehler-bei-schweizer-parlamentswahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=829","title":{"rendered":"Software-Skript korrigiert Fehler bei Schweizer Parlamentswahlen"},"content":{"rendered":"<p>Fehler in Software-Skript: Ergebnis der Schweizer Parlamentswahlen wurde nachtr\u00e4glich korrigiert<\/p>\n<p>Bei den Schweizer Parlamentswahlen am 22. Oktober kam es zu einem Fehler in einem Software-Skript, wodurch bestimmte Teile des Wahlergebnisses nachtr\u00e4glich korrigiert werden mussten. Das Bundesamt f\u00fcr Statistik (BfS) gab am Mittwoch bekannt, dass die Stimmanteile mehrerer Parteien am Wahlsonntag falsch berechnet und ver\u00f6ffentlicht wurden.<\/p>\n<p>Der Fehler wurde bei einer \u00dcberpr\u00fcfung der Wahlstatistik durch das BfS am Dienstagnachmittag entdeckt. Die Zahlen zur St\u00e4rke der Parteien wurden daraufhin mehrfach \u00fcberpr\u00fcft und nachberechnet. Gl\u00fccklicherweise hatte der Fehler keine Auswirkungen auf die kantonalen und kommunalen Wahlergebnisse sowie die Sitzverteilung.<\/p>\n<p>Das BfS dr\u00fcckte sein aufrichtiges Bedauern \u00fcber den Fehler aus und versicherte, dass zuk\u00fcnftig Anpassungen in den Prozessen dieses sensiblen Statistikbereichs vorgenommen werden. Dazu geh\u00f6rt unter anderem eine umfassendere automatisierte Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung der Berechnungen, die Bereitstellung von mehr Kontrollpersonal am Wahltag sowie die umfassende \u00dcberpr\u00fcfung der Abl\u00e4ufe und Kontrollmodalit\u00e4ten insgesamt.<\/p>\n<p>Der Fehler bei der Berechnung der Parteist\u00e4rken wurde durch einen Programmierfehler in einem Datenimportprogramm f\u00fcr die Kantone Glarus, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden verursacht. Diese Kantone liefern ihre Daten in einem abweichenden Format im Vergleich zu den anderen Kantonen.<\/p>\n<p>Laut Recherchen der Z\u00fcrcher Verlagsgruppe Tamedia verwenden alle 26 Kantone die Sedex-Plattform des Bundes f\u00fcr den Datenaustausch. W\u00e4hrend 23 Kantone die Daten\u00fcbertragung automatisiert und standardisiert haben, haben die drei anderen Kantone ihre Ergebnisse in Excel-Dateien an die Plattform \u00fcbermittelt. Sedex importiert die Daten in die Wahldatenbank des Bundes, von wo aus sie dem BfS zur Auswertung zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Bei der Importierung der Excel-Daten mit Hilfe eines Skripts ereignete sich laut den Recherchen der Tamedia ein peinlicher Fehler. Durch einen Programmierfehler wurde bei der Erstellung des Skripts versehentlich ein Multiplikator in einer Schleife hochgez\u00e4hlt, wodurch die Ergebnisse der drei Kantone versehentlich drei-, vier- und f\u00fcnfmal gez\u00e4hlt wurden.<\/p>\n<p>Nachdem das BfS bei der vorherigen Wahl die Ergebnisse der drei kleinen Kantone teilweise manuell eingegeben hatte, entschied es sich, diesen Vorgang zu beschleunigen und entwickelte ein neues Skript. Leider wurde das Programm nicht ausreichend getestet, wie eine Projektleiterin des BfS gegen\u00fcber Tamedia zugab.<\/p>\n<p>Durch das fehlerhafte Skript und die daraus resultierende Mehrfachz\u00e4hlung wurden die W\u00e4hlerstimmenanteile der SVP, der Mitte und der FDP zun\u00e4chst fehlerhaft zu hoch angegeben. Nach der Korrektur stellte sich heraus, dass der Wahlsieger SVP 0,62 Prozentpunkte weniger erreicht hatte als zun\u00e4chst gemeldet. Die Partei Die Mitte, die zun\u00e4chst vor der FDP lag, hat nun doch einen R\u00fcckstand von 0,52 Prozentpunkten und liegt somit hinter der FDP. Das Ergebnis der FDP wurde um 0,13 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Die Stimmanteile der SP wurden geringf\u00fcgig nach oben angepasst, ebenso wie die Anteile der Gr\u00fcnen und Gr\u00fcnliberalen, die am Sonntag erhebliche Verluste hinnehmen mussten.<\/p>\n<p>Abgesehen von den Softwareproblemen beim BfS gab es in der Wahlnacht auch im Kanton Solothurn (SO) Probleme mit der digitalen Technologie. Die offizielle Wahlplattform sostimmt.so.ch funktionierte am Sonntag nicht wie geplant. Das eigens entwickelte Dashboard, das die Wahl- und Abstimmungsergebnisse im F\u00fcnfminutentakt aktualisiert und f\u00fcr alle zug\u00e4nglich ist, war aufgrund einer \u00dcberlastung der Server ausgefallen. Erst gegen Ende des Wahltags wurde alles wieder ordnungsgem\u00e4\u00df funktionsf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Insgesamt zeigen diese Vorf\u00e4lle, dass der Einsatz von digitaler Technologie bei Wahlen und Abstimmungen nicht ohne Risiken ist. Es ist wichtig, dass bei der Entwicklung und Implementierung solcher Systeme ausreichend getestet und \u00fcberpr\u00fcft wird, um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden. Die Transparenz und Verl\u00e4sslichkeit der Wahlergebnisse sind essenziell f\u00fcr das Vertrauen in die Demokratie.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Programmierfehler + Bundesamt f\u00fcr Statistik + Datenimportprogramm<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fehler in Software-Skript: Ergebnis der Schweizer Parlamentswahlen wurde nachtr\u00e4glich korrigiert Bei den Schweizer Parlamentswahlen am 22. Oktober kam es zu einem Fehler in einem Software-Skript, wodurch bestimmte Teile des Wahlergebnisses nachtr\u00e4glich korrigiert werden mussten. 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