{"id":8437,"date":"2024-06-07T14:05:31","date_gmt":"2024-06-07T14:05:31","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2024\/06\/07\/nvidia-vom-grafikkartenhersteller-zum-ki-spezialisten\/"},"modified":"2024-06-07T14:05:31","modified_gmt":"2024-06-07T14:05:31","slug":"nvidia-vom-grafikkartenhersteller-zum-ki-spezialisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=8437","title":{"rendered":"Nvidia: Vom Grafikkartenhersteller zum KI-Spezialisten"},"content":{"rendered":"<p>Jensen Huang, CEO von Nvidia, betrachtet sein Unternehmen nicht mehr ausschlie\u00dflich als Hersteller von Grafikkarten, sondern vielmehr als ein Unternehmen, das sich auf k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) spezialisiert hat. Dies wurde besonders deutlich bei seiner Pr\u00e4sentation auf der Computex, einer IT-Messe, die k\u00fcrzlich stattfand. Huang betonte nicht nur, dass sich Nvidia zu einem KI-Unternehmen entwickelt hat, sondern die Gesch\u00e4ftsleitung hat auch die Priorisierung von KI-Beschleunigern stark vorangetrieben, was zur Vernachl\u00e4ssigung der Gamer gef\u00fchrt hat. Die Aussicht auf aufregende neue Grafikkarten f\u00fcr Spieler wird immer weiter in die Zukunft verschoben.<\/p>\n<p>Ein Beispiel daf\u00fcr ist der Hopper-Beschleuniger H100, der immer noch auf dem Markt ist und einen Preis von \u00fcber 20.000 Euro hat. Dieser hat Nvidias Nettomarge auf fast 80 Prozent gesteigert. Der Nachfolger B100 wird voraussichtlich zu Preisen ab 60.000 Euro erh\u00e4ltlich sein. Im Gegensatz dazu verkauft Nvidia die GeForce-Grafikkarten, von denen sie mit gro\u00dfer Anstrengung die schnellsten Versionen f\u00fcr einen Preis von 2000 Euro verkaufen. Die Produktionskapazit\u00e4t des Zulieferers TSMC ist jedoch limitiert.<\/p>\n<p>Entsprechend der eigenwilligen Logik von Jensen Huang k\u00f6nnte man sagen: Je mehr Grafikkarten Nvidia verkauft, desto gr\u00f6\u00dfer wird der Verlust. Jede GeForce-GPU, die Nvidia verkauft, anstatt sie als KI-Beschleuniger f\u00fcr Rechenzentren zu nutzen, bringt weniger Gewinn ein. Investoren sind von dieser Entwicklung nicht begeistert.<\/p>\n<p>Die Data-Center-Division von Nvidia verzeichnet ein Wachstum im Milliardenbereich pro Quartal. Zuletzt betrug ihr Anteil am Gesamtumsatz des Unternehmens 87 Prozent. Die Nachfrage von Unternehmen wie Microsoft, Google und anderen ist so hoch, dass Nvidia und ihr Chipauftragsfertiger TSMC mit der Produktion nicht Schritt halten k\u00f6nnen. Dies sorgt bei den Spielern f\u00fcr Unmut, da Nvidia nicht zumindest beim n\u00e4chsten profitablen KI-Beschleuniger, dem Blackwell B100, auf einen 3-Nanometer-Prozess umsteigt. Die Abteilungen f\u00fcr GeForce-Grafikkarten und Beschleuniger konkurrieren vorl\u00e4ufig um die gleichen Produktionskapazit\u00e4ten innerhalb der N4-Generation von TSMC.<\/p>\n<p>Noch bedenklicher ist, dass laut fr\u00fcheren Spekulationen die GeForce RTX 5090 angeblich aus zwei kombinierten GB203-Chips auf einem Silizium-Interposer besteht. Daher w\u00fcrde Nvidia erstmals f\u00fcr eine GeForce-Grafikkarte eine 3D-Packaging-Kapazit\u00e4t ben\u00f6tigen, von der TSMC jedoch nur begrenzt verf\u00fcgbar ist. Nvidia k\u00f6nnte einfach nicht genug Gewinn aus Gamern ziehen, um eine bedeutende Produktionskapazit\u00e4t f\u00fcr eine GeForce RTX 5090 mit Multi-Chip-GPU rentabel zu machen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Notebook-Prozessoren scheint Nvidia bereits einen Ausweg aus dieser Situation gefunden zu haben: Sie arbeiten mit Intel als Auftragsfertiger zusammen (Intel Foundry). Es w\u00e4re nicht \u00fcberraschend, wenn sich die widerspr\u00fcchlichen Ger\u00fcchte \u00fcber GPUs als wahr erweisen w\u00fcrden. Anfangs hie\u00df es, dass die GeForce RTX 5090 eine 600-Watt-GPU mit einem riesigen K\u00fchler sein k\u00f6nnte. Anschlie\u00dfend wurde \u00fcber eine deutlich kompaktere Grafikkarte mit zwei Steckpl\u00e4tzen gesprochen. M\u00f6glicherweise verschiebt Nvidia den Multi-GPU-Ansatz f\u00fcr eine Ti-Version oder Titan vorerst.<\/p>\n<p>Bedauerlicherweise muss man auch zugeben, dass Nvidia keinen Anreiz hat, sich bei Grafikkarten anzustrengen. AMD stellt keine ernsthafte Gefahr dar, da es innerhalb der Radeon-Serie RX 8000 keine weiteren High-End-Modelle geben wird. Bereits jetzt h\u00e4lt Nvidia einen Marktanteil von 88 Prozent bei Desktop-Grafikkarten. Im Bereich eigenst\u00e4ndiger Grafikchips f\u00fcr Notebooks sind Radeons eher selten anzutreffen. Bislang spielt Intels Arc noch keine bedeutende Rolle.<\/p>\n<p>Auf der Computex, bei der normalerweise die Hardware f\u00fcr Privatpersonen im Vordergrund steht, wurde vermutet, dass AMD eine betr\u00e4chtliche Summe investiert hat, um die renommierte Er\u00f6ffnungs-Keynote zu halten. Nvidia scherte sich wenig darum und dr\u00e4ngte sich vor, indem sie am Vorabend der Computex mit einer inoffiziellen Pr\u00e4sentation auftraten.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Nvidias Nettomarge + TSMC + GeForce RTX<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jensen Huang, CEO von Nvidia, betrachtet sein Unternehmen nicht mehr ausschlie\u00dflich als Hersteller von Grafikkarten, sondern vielmehr als ein Unternehmen, das sich auf k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) spezialisiert hat. Dies wurde besonders deutlich bei seiner Pr\u00e4sentation auf der Computex, einer IT-Messe, die k\u00fcrzlich stattfand. 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