{"id":953,"date":"2023-10-30T23:17:53","date_gmt":"2023-10-30T23:17:53","guid":{"rendered":"https:\/\/byte-bucket.com\/2023\/10\/30\/britischer-beauftragter-warnt-vor-umfassender-ueberwachung-in-grossbritannien\/"},"modified":"2023-10-30T23:17:53","modified_gmt":"2023-10-30T23:17:53","slug":"britischer-beauftragter-warnt-vor-umfassender-ueberwachung-in-grossbritannien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/byte-bucket.com\/?p=953","title":{"rendered":"Britischer Beauftragter warnt vor umfassender \u00dcberwachung in Gro\u00dfbritannien"},"content":{"rendered":"<p>Der britische Beauftragte f\u00fcr Video\u00fcberwachung und die Speicherung und Nutzung biometrischer Materialien, Fraser Sampson, erhebt ernsthafte Anschuldigungen gegen den Staat. Kurz vor seinem Abgang aus dem Amt am Dienstag warnt er davor, dass Gro\u00dfbritannien sich zu einer Gesellschaft entwickelt hat, in der eine umfassende \u00dcberwachung (Omni-Surveillance) stattfindet.<\/p>\n<p>Als Beweis daf\u00fcr f\u00fchrt er an, dass die Polizei trotz gerichtlicher Verbote weiterhin eine gro\u00dfe Anzahl von Gesichtsbildern verdachtsunabh\u00e4ngig speichert. Sampson bem\u00e4ngelt, dass das Recht nicht mehr angemessen mit den technologischen Fortschritten, insbesondere im Bereich der biometrischen Gesichtserkennung mit k\u00fcnstlicher Intelligenz, mithalten k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Nach Aussage von Sampson gibt es im Vereinigten K\u00f6nigreich kaum noch Orte, die nicht von irgendjemandem beobachtet werden. Der Rahmen f\u00fcr die Regulierung weist M\u00e4ngel auf, da er inkonsistent, unvollst\u00e4ndig und in einigen Bereichen inkoh\u00e4rent ist.<\/p>\n<p>Dank der Fortschritte in der K\u00fcnstlichen Intelligenz ist es m\u00f6glich, innerhalb k\u00fcrzester Zeit Millionen von Bildern zu durchsuchen. Jedoch existieren bei der Polizei unzureichende \u00dcberwachungsmechanismen f\u00fcr den Einsatz solcher Technologien, w\u00e4hrend f\u00fcr den Privatsektor nahezu keine Regulierungen vorhanden sind. Aufgrund dessen besteht die M\u00f6glichkeit, dass Aufnahmen weit verbreitet werden, zum Beispiel mit Ermittlern, anderen staatlichen Institutionen oder ausl\u00e4ndischen Regierungen.<\/p>\n<p>Der Beauftragte berichtet, dass der High Court im Jahr 2012 den Ermittlern angeordnet hat, Fahndungsfotos von Personen zu l\u00f6schen, die nie wegen einer Straftat angeklagt wurden. Dennoch wurden die gesch\u00e4tzten drei Millionen Gesichtsbilder bislang nicht gel\u00f6scht. Dies stellt eine besorgniserregende Situation dar, da diese Technologien nun dazu verwendet werden k\u00f6nnen, Menschenmengen mithilfe von KI-Systemen zu \u00fcberwachen.<\/p>\n<p>Laut der Polizei werden die Fotos in einer Datenbank gespeichert, die keine M\u00f6glichkeit zur Massenl\u00f6schung bietet. Sampson akzeptierte dies nicht als Entschuldigung, da die Polizei das System selbst entwickelt hat. Die Polizei arbeitet nun daran, die Aufnahmen in eine neue Datenbank zu migrieren, aus der zun\u00e4chst alle Fotos, die weiterhin verwendet werden d\u00fcrfen, in ein anderes System \u00fcberf\u00fchrt werden sollen. Anschlie\u00dfend sollte der verbleibende Teil endlich entfernt werden. Ein derart komplizierter und um elf Jahre verz\u00f6gerter Plan wird wahrscheinlich das Vertrauen der \u00d6ffentlichkeit in die Polizei nicht st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Sampson dr\u00fcckt auch seine Sorge dar\u00fcber aus, dass die britische Regierung plant, Kameras des kontroversen chinesischen Anbieters Hikvision lediglich von sensiblen Orten wie Verteidigung und Geheimdiensten zu verbannen. Urspr\u00fcnglich war ein umfassenderes Verbot im Gespr\u00e4ch. Der ehemalige Polizist Sampson erkl\u00e4rte, dass er pers\u00f6nlich ablehnen w\u00fcrde, eine entsprechende Bodycam zu tragen, und dabei auf seinen Amtseid verweisen w\u00fcrde. Hikvision habe angeblich versucht, Gespr\u00e4che mit ihm unter der Bedingung einer Verschwiegenheitserkl\u00e4rung zu f\u00fchren &#8211; eine Behauptung, die das Unternehmen jedoch bestreitet. Es wurde lediglich darum gebeten, dass Gesch\u00e4ftsgeheimnisse vertraulich behandelt werden, was von allen anderen zugesichert wurde.<\/p>\n<p>Ein Vertreter des britischen Innenministeriums betonte, dass neue Technologien der Schl\u00fcssel zu einer effektiveren und effizienteren Polizeiarbeit seien und dass sie den Polizeikr\u00e4ften dabei helfen w\u00fcrden, Technologien wie Gesichtserkennung auf faire und angemessene Weise einzusetzen. Im Gegensatz dazu setzt sich das EU-Parlament f\u00fcr ein Verbot der massenhaften biometrischen \u00dcberwachung ein.<\/p>\n<p>Gro\u00dfbritannien wird oft als Ursprungsland des geschlossenen Fernseh\u00fcberwachungssystems CCTV und als Nation mit umfassender \u00dcberwachung angesehen. Bereits vor einem Jahrzehnt sch\u00e4tzte ein britischer Industrieverband, dass staatliche Institutionen im gesamten Land etwa 70.000 \u00dcberwachungskameras betrieben. Zu dieser Zeit gab es bereits zwischen vier und sechs Millionen Kameras, sowohl im \u00f6ffentlichen als auch im privaten Sektor. In London wird voraussichtlich im Juli 2022 ein Verh\u00e4ltnis von etwa 13,4 Kameras pro 1000 Einwohner erreicht sein. St\u00e4dte wie Schanghai oder Peking in China f\u00fchren mit \u00fcber sieben Millionen Kameras pro 1000 Einwohner die Liste an.<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter: Video\u00fcberwachung + Gesichtsbilder + \u00dcberwachungssystem<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der britische Beauftragte f\u00fcr Video\u00fcberwachung und die Speicherung und Nutzung biometrischer Materialien, Fraser Sampson, erhebt ernsthafte Anschuldigungen gegen den Staat. Kurz vor seinem Abgang aus dem Amt am Dienstag warnt er davor, dass Gro\u00dfbritannien sich zu einer Gesellschaft entwickelt hat, in der eine umfassende \u00dcberwachung (Omni-Surveillance) stattfindet. 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