Chinesische Betrügerbande mit über 76.000 Online-Shops enttarnt: BogusBazaar stiehlt Kreditkartendaten!
Vorsicht vor der chinesischen Betrügerbande! Sie haben es geschafft, über 76.000 Online-Shops auf die Beine zu stellen, die nichts anderes als Betrug waren. Ihr Ziel? Kreditkartendaten von ahnungslosen Internetnutzern zu stehlen. Klingt nach einem echten Albtraum, oder?
Laut den Recherchen der deutschen Cybersicherheitsfirma SR Labs und der Zeitung Die Zeit trägt diese Organisation den Namen BogusBazaar. Klingt fast schon wie ein Superheldenname, oder? Aber hier geht es nicht um heldenhafte Taten, sondern um kriminelle Machenschaften. BogusBazaar hat eine Software entwickelt, mit der sie diese betrügerischen Online-Shops halbautomatisch erstellen können. Und das läuft wie geschmiert, denn immerhin waren im April noch 23.000 dieser Schurken-Shops aktiv.
Wie funktioniert der Betrug? Ganz einfach: Die Bande erstellt die Shops unter abgelaufenen Domains. Dort werden dann hochwertige Produkte zu unschlagbar niedrigen Preisen angeboten. Wer könnte da widerstehen? Das Hauptteam entwickelt die Software, während andere Personen die Shops betreiben. Das Ganze ähnelt also einem Franchise-System, nur eben in der Welt des Online-Betrugs.
Besonders Frankreich und die USA sind von dieser Betrugsbande betroffen. Aber auch Deutschland, Italien, Großbritannien und Spanien sind nicht verschont geblieben. Allein aus Deutschland gab es über 100.000 Bestellversuche auf den betrügerischen Seiten. Die Bande nutzt abgelaufene Domains mit hoher Reputation bei Google, um ihre Shops einzurichten. Die Seiten werden in verschiedenen Sprachen gehalten und basieren auf WordPress.
Und jetzt kommt der fiese Teil: Wenn du deine Kreditkartendaten eingibst, gehen sie direkt an die Kriminellen. Du bekommst höchstens eine nette Fehlermeldung als Dankeschön zurück. In einigen Fällen wirst du jedoch auf eine weitere Seite weitergeleitet und kannst scheinbar doch Waren bestellen. Aber lass dich nicht täuschen! Die bestellten Artikel werden entweder gar nicht geliefert oder du bekommst völlig unpassende Produkte. Stell dir vor, du bestellst einen schicken Blazer und bekommst stattdessen eine billig aussehende Sonnenbrille. Das nenne ich mal eine modische Überraschung!
Die Experten von SR Labs haben eine Datenbank mit sage und schreibe 476.000 Kreditkartennummern entdeckt. Und nicht nur das, sie hatten auch Zugriff auf die Namen, Adressen und sogar die dreistelligen Sicherheitsnummern. Die Bande tarnt sich in China als seriöses Außenhandelsunternehmen. Sie suchen nach Programmierern und Datenerfassern, die ihnen bei ihrem kriminellen Treiben helfen. Die Angestellten verdienen dabei zwischen 350 und 700 Euro im Monat, während die Manager mit Boni in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro belohnt werden. Tja, Verbrechen zahlt sich manchmal doch aus. Zumindest für die Bosse.
Leider können westliche Strafverfolgungsbehörden wenig gegen diese chinesische Betrügerbande ausrichten. Sie operieren außerhalb ihrer Reichweite und es ist unklar, ob die chinesische Regierung Maßnahmen ergreift. Was können wir also tun, um uns zu schützen? Seid wachsam, liebe Internetnutzer! Wenn ein Angebot zu gut erscheint, um wahr zu sein, dann ist es meistens auch so. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Nutzt den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale, um die Vertrauenswürdigkeit von Online-Shops zu überprüfen. Und natürlich sollte jeder Verdacht von Betrug den Behörden gemeldet werden.
SR Labs hat übrigens die Daten an die Behörden weitergegeben und einige der betrügerischen Online-Shops wurden bereits abgeschaltet. Ein kleiner Sieg gegen die Betrügerbande aus China. Aber wir sollten unsere Wachsamkeit nicht vernachlässigen. Denn solche Banden gibt es überall und sie scheuen keine Mühe, um an unsere Daten zu kommen. Also Augen auf und immer schön skeptisch bleiben!
Schlagwörter: China + SR Labs + USA
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