United Internet, das Mutterunternehmen von 1&1, GMX und WEB.DE, hat kürzlich angekündigt, dass es innerhalb der nächsten zwölf Monate seine De-Mail-Dienste einstellen wird. Kunden, die einen De-Mail-Vertrag bei einem der genannten Anbieter haben, erhalten derzeit eine Kündigung per E-Mail. Den Nutzern wird genügend Zeit gegeben, um ihre Daten zu sichern.
Dieser Schritt kommt nicht überraschend, da schon seit geraumer Zeit spekuliert wurde, dass United Internet seine De-Mail-Services einstellen wird. Im vergangenen Sommer hat die Deutsche Telekom den Service für ihre Kunden eingestellt. Daraufhin verkündete die Bundesregierung, dass Bundesbehörden in Zukunft nicht mehr verpflichtet sein sollen, De-Mail-Zugänge anzubieten.
Im Gegensatz zur Telekom, die den Dienst kostenlos zur Verfügung gestellt hat, waren bei United Internet bestimmte Dienste wie die absenderbestätigte Mail mit Kosten verbunden. Die Absenderbestätigung ist beispielsweise notwendig, um die Schriftform in Gerichtsverfahren zu ersetzen. Die Bundesregierung hat jedoch mit dem elektronischen Bürger- und Organisationenpostfach (eBO) sowie dem kostenfreien Justizportal bereits kostenlose Alternativen zur De-Mail für Verwaltungs- und Gerichtsverfahren geschaffen. Dies hat das Geschäft mit De-Mail-Diensten stark beeinträchtigt.
Ein Grund, warum sich der Dienst nicht erfolgreich etablieren konnte, liegt wahrscheinlich hauptsächlich an der Inkonsistenz des Gesetzgebers. Anstatt verschiedene Systeme für Anwälte, Notare, Steuerberater, Behörden und Gerichte zu verwenden, hätte der Gesetzgeber von Anfang an das bereits existierende De-Mail-System vorschreiben können. Dadurch hätte eine marktwirtschaftliche Infrastruktur für Kommunikationsdienste jenseits der herkömmlichen Post geschaffen werden können, die sich technisch nicht wesentlich von den bereits vorhandenen spezialisierten E-Mail-Systemen unterscheidet.
Mit dem Ausstieg von 1&1 bleiben nur noch zwei kleinere Provider übrig, die De-Mail-Services anbieten. Diese sind eher auf gewerbliche Nutzer zugeschnitten und recht kostspielig. Es bleibt abzuwarten, ob diese Anbieter langfristig am Markt bestehen können oder ob die De-Mail letztendlich ganz von der Bildfläche verschwindet.
Schlagwörter: Telekom + GMX + WEB.DE
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