Nahezu der gesamte Betrag aus dem Digitalpakt für Schulen in Niedersachsen ist bereits verplant. Das Kultusministerium in Hannover gab auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bekannt, dass fast 99 Prozent der Gelder bereits bewilligt wurden. Es stehen jedoch noch einige Anträge aus, die noch bearbeitet werden müssen.
Für die Modernisierung der digitalen Infrastruktur wurden landesweit rund 470 Millionen Euro über das Programm zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2019 wurde der Digitalpakt für den technischen Ausbau der Schulen ins Leben gerufen. Ursprünglich wurden dafür vom Bund fünf Milliarden Euro bereitgestellt, unter anderem für die Einrichtung von schuleigenem WLAN und den Kauf von interaktiven Tafeln (Smartboards). Aufgrund der Corona-Pandemie wurde das Programm weiter aufgestockt und umfasst nun 6,5 Milliarden Euro. Diese zusätzlichen Gelder werden für die Finanzierung von Tablets, Laptops und Administratoren verwendet.
Die Ampel-Koalition hatte in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, ein Anschlussprogramm namens Digitalpakt 2.0 mit einer Laufzeit bis 2030 in Zusammenarbeit mit den Ländern einzuführen. Seit längerer Zeit werden intensiv Verhandlungen darüber geführt – besonders intensiv, seitdem offensichtlich geworden ist, wie knapp die finanziellen Ressourcen des Bundes mittlerweile sind.
Grundsätzlich obliegt die Zuständigkeit für Schulen den einzelnen Bundesländern und nicht dem Bund. Das Ministerium in Hannover gab bekannt, dass eine weitere Finanzierung für die IT-Infrastruktur erforderlich sei. Die rasante digitale Entwicklung, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen.
Es ist unumstritten, dass die Digitalisierung in Schulen von großer Bedeutung ist. Durch den Einsatz moderner Technologien können Schülerinnen und Schüler besser auf die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt vorbereitet werden. Der Digitalpakt für Schulen ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die digitale Bildung in Deutschland voranzubringen.
Allerdings zeigt die nahezu vollständige Verplanung der Gelder in Niedersachsen auch, dass der Bedarf an finanzieller Unterstützung groß ist. Die Corona-Pandemie hat den Bedarf an digitaler Ausstattung noch einmal deutlich erhöht. Homeschooling und Online-Unterricht sind ohne die entsprechende technische Ausstattung und Infrastruktur nicht möglich. Es ist daher wichtig, dass die Länder und der Bund weiterhin in die digitale Bildung investieren und dafür ausreichend finanzielle Mittel bereitstellen.
Die Verhandlungen über Digitalpakt 2.0 sollten daher zügig abgeschlossen werden, um eine langfristige Planungssicherheit zu gewährleisten. Die Schulen benötigen eine moderne IT-Infrastruktur, um ihren Schülerinnen und Schülern eine zeitgemäße Bildung bieten zu können. Die rasante Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz erfordert zudem eine kontinuierliche Weiterentwicklung der digitalen Bildungskonzepte.
Die Digitalisierung in Schulen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der Bund und Länder eng zusammenarbeiten müssen. Nur so können wir sicherstellen, dass alle Schülerinnen und Schüler gleiche Chancen auf eine gute Bildung haben und für die Herausforderungen der digitalen Zukunft gewappnet sind. Der Digitalpakt für Schulen ist ein erster Schritt, aber es müssen weitere Investitionen und Maßnahmen folgen, um die digitale Bildung nachhaltig zu verbessern.
Schlagwörter: Hannover + Niedersachsens + Tablets
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