Londoner Cyberangriff legt Gesundheitswesen lahm: Blutknappheit und Home-OPs im Trend?

Cyberangriffe sind ja mittlerweile fast so normal wie der tägliche Kaffeekonsum. Aber wenn so ein Angriff dann auch noch das Gesundheitswesen lahmlegt, hört der Spaß auf. Genau das ist aber in London passiert, als der Pathologiedienstleister Synnovis Ziel eines Cyberangriffs wurde. Und die Auswirkungen sind alles andere als lustig.

Der National Health Service (NHS) gab bekannt, dass die betroffenen Krankenhäuser nicht in der Lage sind, genug Blut für die Patientenversorgung bereitzustellen. Na toll, da macht man sich Sorgen um seine Gesundheit und dann ist nicht mal genug Blut da. Die Mitarbeiter des NHS haben jetzt sogar einen Aufruf gestartet, damit die Leute Blut spenden. Das ist ja fast wie eine kostenlose Eintrittskarte ins Krankenhaus. Vielleicht kann man ja auch eine Runde mit dem Krankenwagen mitfahren, wer weiß?

Aber Spaß beiseite, die Situation ist wirklich ernst. Medizinstudenten müssen jetzt sogar als Boten fungieren, um die Ergebnisse von Blutuntersuchungen zu überbringen. Da fragt man sich doch, ob die ihr Medizinstudium nicht besser nutzen könnten, um selbst Blut abzunehmen. Aber gut, in solchen Zeiten muss man halt mit anpacken.

Besonders tragisch ist es für die Krebspatienten, die unversorgt nach Hause geschickt wurden und keine dringend benötigte Therapie erhalten haben. Da sitzt man dann zu Hause und hofft, dass man nicht die ganze Zeit im Internet nach alternativen Heilmethoden suchen muss. Oder schlimmer noch, dass man bei einer Home-OP landet und der Nachbar mit anpackt. Das wäre ja der Gipfel der Unprofessionalität.

Immerhin haben die Organtransplantationen auch eine Pause eingelegt. Man stelle sich vor, man liegt im OP-Saal, wartet auf sein neues Organ und dann kommt der Arzt rein und sagt: „Sorry, der Cyberangriff hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber keine Sorge, wir haben hier ein paar Ersatzteile aus dem 3D-Drucker, das wird schon klappen.“ Da bleibt einem doch das Herz stehen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Jetzt heißt es erstmal abwarten, wie lange die Störungen noch anhalten werden. Der Medizinische Direktor des NHS England, Professor Stephen Powis, hofft, dass die verschobenen Operationen und Termine in den umliegenden Krankenhäusern durchgeführt werden können. Daumen drücken, dass die Ärzte dort keinen Cyberangriff auf ihre Kaffeemaschine erleben, sonst wird das mit der Versorgung auch nichts.

Dr. Gail Miflin, Chief Medical Officer bei NHS Blood and Transplant, ist auf jeden Fall auf der Suche nach Blutspendern. Besonders die Gruppen 0 Rhesusfaktor positiv und 0 Rhesusfaktor negativ werden dringend gebraucht. Also, wer Blut spenden möchte, ab ins Spenderzentrum. Vielleicht hat man ja Glück und hat einen dieser speziellen Blutgruppentypen, die in Notfällen verwendet werden können. Dann ist man quasi der Held des Tages. Und das ganz ohne Superheldencape.

Schlagwörter: Stephen Powis + NHS England + Gail Miflin

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  • 12. Juni 2024