Die deutsche Wirtschaft hat sich fest mit künstlicher Intelligenz verabredet – zumindest theoretisch. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands zeigt, dass ganze 56 Prozent der Unternehmen generative KI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Copilot bereits in ihrem Arbeitsalltag einsetzen. Die Zukunft scheint also rosig für die Entwickler dieser Dienste, denn scheinbar sind sie schon jetzt allgegenwärtig im deutschen Büro. Doch während die KI fröhlich ihre Workflows revolutioniert, fehlt es an einem entscheidenden Faktor: der Schulung der Mitarbeiter.
Die Studie offenbart ein interessantes Paradoxon: 50 Prozent der Befragten sehen einen hohen oder sehr hohen Weiterbildungsbedarf in Bezug auf KI, doch nur magere 27 Prozent berichten von bereits stattgefundenen Schulungen für ihre Angestellten. Als wäre es eine geheime Gesellschaft, die ohne Einladung an ihrem Wissensgenuss teilnimmt, fühlen sich viele Unternehmen wohlbehalten damit, ihren Mitarbeitern in den tiefen Rechenmeistern der KI allein zu vertrauen. Ein beachtlicher Teil (45 Prozent) sieht sogar keinen Bedarf an Schulungen – ein Szenario, das man mit einem Stück Kreide geschriebener Weisheit auf einer Tafel inmitten eines Fachkonvents vergleichen könnte, dessen Bedeutung niemand versteht, aber alle respektvoll betrachten. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, betont die Dringlichkeit: „Künstliche Intelligenz ist in vielen Unternehmen längst im Arbeitsalltag angekommen, aber der Kompetenzaufbau hält mit der Nutzung nicht Schritt. Wer KI produktiv und sicher einsetzen will, muss gezielt in die Qualifizierung der Beschäftigten investieren.“
Die Zahlen offenbaren zudem interessante Tendenzen nach Unternehmensgröße. Großkonzerne sind vorneweg: 68 Prozent setzen bereits generative KI ein, gefolgt von mittelständischen Unternehmen mit 60 Prozent und kleinen Betrieben mit 53 Prozent. Ob das eine Frage der Ressourcen oder eines Überlegenheitsgefühls ist, bleibt offen – aber klar ist: Die Kluft zwischen KI-Einsatz und -Kompetenz wird weiter wachsen, wenn nicht schnellstens Brücken gebaut werden. Es ist an der Zeit, die einst sorgenvoll prophezeiten Roboteraufstände beiseite zu schieben und sich mit dem aktuellen Problem auseinanderzusetzen: den Menschen, der allein vor einer gigantischen Maschine aus Daten steht und nur ungenügend weiß, was er damit anfangen soll.
Schlagwörter: KI + ChatGPT + Gemini
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