Wenn Speicherpreise wütend tanzen: Wie Mediatek und Qualcomm im Smartphone-Dschungel der KI neue Wege suchen

Die globale Speicherkrise schlägt mit voller Wucht auf die Branche der Mobilprozessoren ein, und selbst Branchenriesen wie Mediatek und Qualcomm sehen ihre Gewinne schwinden. Es ist fast so, als bewegte sich der Markt in einem synchronisierten Tanz des Rückgangs. Mediatek, bekannt für seine Billigchips, die oft die Einstiegs- und Mittelklasse-Smartphones ausstatten, musste bereits im ersten Quartal 2026 einen schmerzhaften Rückgang von 18 Prozent bei den Smartphone-Prozessoren verkraften. Die hohen Speicherpreise treffen diese Kunden besonders hart, da ihr Fokus auf Kosteneffizienz besonders akut wird. Zuletzt erwirtschaftete das Unternehmen knapp 2,4 Milliarden US-Dollar mit diesen Prozessoren – ein Wert, der zukünftig sinken dürfte. Qualcomm hingegen, dessen Snapdragon-Chips in Premium-Smartphones ihren Platz finden, sieht sich ebenfalls betroffen. Der Umsatz mit diesen wichtigen Komponenten soll im zweiten Quartal 2026 um satte 18 Prozent sinken, und der Jahresvergleich deutet auf einen noch drastischeren Rückgang von 22 Prozent hin. Im ersten Quartal erzielten die Snapdragon-Chips dennoch respektable sechs Milliarden US-Dollar Umsatz, doch im zweiten Quartal wird dieser Wert voraussichtlich auf rund 4,9 Milliarden US-Dollar schrumpfen. Qualcomms Finanzchef Akash Palkhiwala machte in einer Analystenkonferenz deutlich, dass die OEMs (Original Equipment Manufacturers) aufgrund der schwierigen Speicherlage Zurückhaltung bei Bestellungen zeigen. Es ist ein Dominoeffekt: Die Speicherknappheit bremst das Smartphone-Geschäft und damit auch den Umsatz mit den Prozessoren, die dessen Motoren sind. Trotz dieser düsteren Aussichten zeichnen sich neue Hoffnungsperspektiven am Horizont ab. Qualcomm setzt voll auf Künstliche Intelligenz (KI) und hat angekündigt, im Dezember erste Custom-Chips an einen großen Hyperscaler auszuliefern. Details bleiben unter Verschluss, aber der Fokus liegt klar auf KI-Beschleunigern. CEO Cristiano Amon betont zudem den Fortschritt bei hochleistungsfähigen KI-Inferenzbeschleunigern für Rechenzentren, was Qualcomm neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnet. Mediatek, zwar im Hintergrund aktiv bei KI-Projekten wie Googles TPU-Generation, sieht hingegen primär Wachstumspotenzial durch Designhilfe und Lizenzierung von KI-Beschleunigern. Beide Unternehmen versuchen, den Schwachpunkt des Smartphone-Marktes mit dem dynamischen Feld der Künstlichen Intelligenz auszugleichen und ihre Zukunft neu zu definieren. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese strategischen Verschiebungen zum Erfolg führen und den Kurs beider Firmen wieder in positive Gewässer lenken können. Insgesamt steht die Industrie vor einer spannenden Zeitenwende: Die Speicherkrise stellt eine Herausforderung dar, bietet gleichzeitig aber die Chance, sich neu zu orientieren und Lösungen wie KI-Beschleuniger ins Zentrum des Geschäftsmodells zu stellen.

Schlagwörter: Qualcomm + Mediatek + Qualcomms

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  • 30. April 2026