Abschied vom Bootloader: NMBL bringt Linux in die Zukunft

Der modulare Grand Unified Bootloader (Grub 2) ist heute der Standard für die Installation vieler Linux-Systeme. Seine Vielseitigkeit, unterstützt durch zahlreiche Dateisysteme, EFI, Secure Boot und Multiboot, macht ihn zu einem flexiblen Alleskönner. Allerdings wächst der Dschungel aus C- und Assembler-Code stetig an, was Wartung und Entwicklung erschwert.

Als schlanke Alternative für EFI-Systeme etabliert sich Systemd-boot, ein minimalistischer Bootloader von Systemd, der über einen EFI-Booteintrag gestartet wird und lediglich ein Menü mit verfügbaren Kernelversionen präsentiert. Doch laut Marta Lewandowska von Red Hat könnte bald sogar der komplette Bootloader wegfallen – dank des Konzepts „No More Boot Loader“ (NMBL).

NMBL fokussiert sich auf Unified Kernel Images (UKIs), die alles enthalten, was für den Start bis zum User Space benötigt wird. Der eigentliche Start erfolgt, wie bei Systemd-boot, durch einen EFI-Booteintrag in der Firmware. Dieser ruft über eine minimale Grub-2-Emulationsschicht ein Image mit Kernel, voreingestellten Bootparametern und einer initialen Ramdisk auf. Diese beinhaltet Treiber für Dateisysteme und Netzwerkschnittstellen. Optional kann das Image auch für Secure Boot signiert werden.

Der Verzicht auf zusätzliche Bootloader-Komponenten soll laut Lewandowska den Administrationsaufwand bei der Erstellung von UKIs und ihren Booteinträgen drastisch reduzieren. Durch die fehlende Notwendigkeit eines ausgewachsenen Loaders startet das System mit dieser Methode besonders schnell. Die Zukunft des Linux-Startprozesses sieht also ohne klassische Bootloader aus, ganz im Zeichen von Effizienz und Geschwindigkeit.

Schlagwörter: Marta Lewandowska + NMBL + UKIs

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  • 2. Februar 2025