Der Streit zwischen Apple und Epic Games hat eine neue Runde aufgenommen, als Apple am Montag die Berufung gegen ein jüngstes US-Gerichtsurteil einreichte. Dieses Urteil hatte den Konzern zu Änderungen im App Store auf iPhones gezwungen. Der Konflikt entspringt dem Kartellverfahren, das Epic Games gegen Apple initiierte, und kulminierte in mehreren Instanzen vor Gericht. Obwohl Epic Games das Verfahren sowohl in erster als auch in zweiter Instanz verlor, blieb ein Unterlassungsurteil aus dem Jahr 2019 bestehen. Dieses verpflichtete Apple dazu, Entwicklern die Möglichkeit zu geben, Nutzer über alternative Kaufoptionen für digitale Inhalte zu informieren und diese zu verlinken, um den Wettbewerb im App-Ökosystem zu fördern.
Apple vollzog zwar formal diesen Auftrag, fügte jedoch neue Regeln und Bedingungen hinzu und forderte weiterhin Provisionen für Web-Einkäufe. Die US-Richterin bewertete Apples Vorgehen am 1. Mai als Umgehung des Unterlassungsurteils, da das Unternehmen versucht hatte, seine Einnahmequelle durch Provisionen zu sichern, anstatt dem ursprünglichen Auftrag Folge zu leisten. Sie entschied daher, dass Apple dem ursprünglichen Urteil ohne weitere Verzögerung folgen müsse und insbesondere keine sogenannten „Scare Sheets“ mehr einbinden dürfe, die Nutzer von alternativen Kaufoptionen abschrecken sollten, sowie keine Provisionen für solche Zahlungen erheben dürfe.
Diese Entscheidung hatte unmittelbare Auswirkungen. Unternehmen wie Spotify und Epic Games waren auf diese Entwicklung vorbereitet und boten Entwicklern bereits alternative Zahlungssysteme mit niedrigeren Provisionen an. Indie-Entwickler begrüßten die Änderung als Chance für mehr Unabhängigkeit, während Dienstleister wie Stripe iOS-Entwicklern einfachere Wege zur Verfügung stellten, Zahlungen entgegenzunehmen. Für Apple stellt dies ein potenzielles Umsatzrisiko dar, da das Geschäft mit Diensten und damit verbundene Provisionen in Milliardenhöhe eine zentrale Rolle im Geschäftsmodell spielen.
Die Auswirkungen dieser Entscheidung reichen über die USA hinaus, da auch die EU-Kommission aufgrund vergleichbarer Link-Einschränkungen und Provisionsregelungen kürzlich eine Strafe von 500 Millionen Euro gegen Apple verhängt hat und weitere Regeländerungen verlangt. Apple kündigte an, auch in diesem Fall Berufung einzulegen und den Kampf um die Kontrolle über das App-Ökosystem weiterzuführen. Der Konflikt steht somit beispielhaft für die Auseinandersetzung zwischen technischen Giganten und dem Streben nach fairen Wettbewerbsbedingungen sowie Nutzerautonomie im digitalen Raum.
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(pz)

