Die Bundespolizeibehörde FBI hat in einem Ermittlungsverfahren gegen mutmaßliche „Antifa“-Gruppen eine bemerkenswerte Technik zum Aufspüren von gelöschten Daten angewendet. Im Fokus stand ein Angriff auf ein Gefängnis der US-Grenzschutzbehörde ICE in Texas im vergangenen Sommer, bei dem das Gebäude mit Feuerwerkskörpern beschossen und beschädigt wurde. Mindestens ein Polizist wurde dabei verletzt.
In diesem Zusammenhang gelang es den FBI-Forensikern, gelöschte Daten eines iPhones wiederherzustellen, obwohl Signal, die verwendete Messenger-App, auf dem Gerät bereits entfernt worden war. Dieses Erfolgserlebnis berichtete das Magazin 404 Media und beleuchtete ein schillerndes Verfahren, in dessen Verlauf die Ermittler einen Trick nutzten, um an verlorene Nachrichten zu gelangen.
Die Analyse des iPhones zeigte, dass trotz der Signal-Deinstallation noch eingehende Nachrichten im internen Benachrichtigungsspeicher des Geräts gespeichert waren. Dieser Speicher dient der Darstellung von Vorschauen und Kurzfassungen in den Benachrichtigungen, selbst wenn die App selbst nicht mehr installiert ist. Die FBI-Analysten konnten diese Daten auslesen und so an wertvolle Beweise gelangen. Interessanterweise hatte die betroffene Person Signal so konfiguriert, dass eingehende Nachrichten automatisch nach kurzer Zeit verschwinden sollten. Doch dieser lokale Löschmechanismus schien sich nicht auf den internen Benachrichtigungsspeicher auszuwirken.
404 Media vermutet, dass dieses Phänomen möglicherweise auch für andere Anwendungen gilt, die Benachrichtigungen nutzen und Daten im Hintergrund speichern. In diesem konkreten Fall waren nur lokale Daten zugänglich, doch in früheren Fällen hatten Apple und andere Anbieter von Smartphone-Diensten Informationen von ihren Push-Servern mit Behörden geteilt. Auf eine Anfrage von 404 Media reagierte Apple jedoch nicht.
Das Verfahren endete schließlich mit einer Verurteilung, wobei eine der beteiligten Personen wegen versuchten Mordes schuldig gesprochen wurde. Signal reagierte zunächst auf eine Nachfrage, verweigerte jedoch danach weitere Stellungnahmen, wie es dem Magazin berichtet wurde. In der Signal-App haben Nutzer die Möglichkeit, die Anzeige von Vorschauen in den Benachrichtigungen zu unterbinden. Dadurch wären diese Daten möglicherweise auch nicht im internen Speicher gelandet. Alternativ könnten Nutzer alle Benachrichtigungen komplett deaktivieren, um ein solches Datenspeichern vollständig zu verhindern.
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