Der Dax-Konzern SAP, Europas größter Softwarehersteller, rechnet trotz des Erfolgs seiner gefragten Cloudsoftware in diesem Jahr mit einem eher moderaten Wachstum. Der Umsatz soll währungsbereinigt voraussichtlich nur ähnlich dem Niveau von 2025 zulegen und erst ab 2027 wieder signifikant stärker steigen. Diese Prognose basiert jedoch auf der Annahme, dass sich die anhaltende politische Instabilität im Nahen Osten in naher Zukunft entschärft. Im ersten Quartal des Jahres präsentierte SAP jedoch ein besseres Bild als erwartet. Der Gesamtumsatz stieg im Jahresvergleich um sechs Prozent auf knapp 9,6 Milliarden Euro. Treibende Kraft hinter dieser Entwicklung waren die Erlöse aus Cloudsoftware, die mit einem kräftigen Plus von 19 Prozent ihren Beitrag leisteten. Parallel dazu erhöhte sich das „current cloud backlog – CCB“, ein Indikator für zukünftige Umsätze aus Cloudverträgen, um 20 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro Ende März. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigt um Sondereffekte) wuchs um 17 Prozent auf fast 2,9 Milliarden Euro, was letztlich zu einem Gewinn von 1,9 Milliarden Euro führte – ein Anstieg von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. CEO Christian Klein betont die Bedeutung der Cloud-Transformation für SAP und sieht trotz des moderaten Wachstums im Gesamtjahr weiterhin ein starkes Potenzial. Die Clouderlöse sollen demnach noch in diesem Jahr um 23 bis 25 Prozent steigen, während der Gesamtumsatz dem Niveau von 2025 entsprechen wird. Die zuvor angekündigte Beschleunigung des Wachstums soll allerdings erst ab 2027 erfolgen. Dennoch rechnet SAP mit einem währungsbereinigten Anstieg des Betriebsergebnisses um 14 bis 18 Prozent im Jahr 2026, wie bereits vorhergesehen. Wichtig ist, dass das erste Quartal von einer besonderen Situation geprägt war: Neben dem positiven Aufschwung in den Cloud-Erlösen wirkte sich ein Rückgang der Kosten für anteilsbasierte Vergütungen positiv auf das operative Ergebnis aus. Andererseits belastete jedoch ein Rechtsstreit mit Teradata in den USA aufgrund der Datenbanktechnologie Hana die Barmittellage; SAP musste mehr als 400 Millionen Euro an Ausgleich zahlen. Diese Faktoren unterstreichen die Komplexität und Dynamik des Geschäftsumfelds, in dem SAP operiert. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass SAP trotz kurzfristiger Herausforderungen und einer Anpassung der Wachstumsprognose weiterhin auf soliden Fundamenten steht. Die Cloud bleibt der zentrale Treiber für zukünftiges Wachstum, was durch die strategische Ausrichtung und Investitionen untermauert wird.
Schlagwörter: SAP + Europas + cloud
Wie bewerten Sie den Schreibstil des Artikels?
