Broadcom reagiert auf Kritik: Änderungen bei Lizenzbedingungen für VMware-Kunden

Broadcom, der US-Chiphersteller mit einer Vorliebe für lange Lizenzbedingungen, hat derzeit Ärger mit den EU-Kartellbehörden. Der Grund dafür sind die Lizenzbedingungen des vor kurzem übernommenen Cloud-Computing-Unternehmens VMware, die von einigen gewerblichen Nutzern in der EU kritisiert wurden. Die EU-Wettbewerbsbehörde hat daher ein Auskunftsersuchen an Broadcom geschickt. So viel zum Vorgeplänkel.

Verschiedene Geschäftsanwenderverbände, darunter auch der deutsche Verband VOICE, haben sich über die plötzlichen Veränderungen im Geschäftsverhalten von Broadcom beschwert. Da wurden Preise erhöht, Lizenzen gebündelt, der Weiterverkauf von Lizenzen verboten und Sicherheitsbedingungen für unbefristete Lizenzen nicht mehr eingehalten. Das ist eine Menge Ärger für die Unternehmen, die auf Broadcoms Technologie angewiesen sind.

Auch der Branchenverband CISPE hat sich beschwert, dass Broadcom einseitig die Lizenzbedingungen für wichtige Virtualisierungssoftware gekündigt hat. Das klingt nach einem klassischen Fall von „My way or the highway“. Aber Broadcom wäre nicht Broadcom, wenn sie nicht versuchen würden, die Kritik zu entschärfen.

Der CEO von Broadcom, Hock Tan, hat angekündigt, Änderungen für VMware-Kunden vorzunehmen. Er betonte, dass Broadcom seine Ressourcen auf Forschung und Entwicklung konzentrieren möchte, um eine nahtlose Private Cloud zu entwickeln, die mit der Public Cloud konkurrieren kann. Na, wenn das mal nicht nach einer großen Herausforderung klingt.

Um das Ganze zu erreichen, hat Broadcom Preisanpassungen für das Produkt VCF vorgenommen und ein vereinfachtes Portfolio mit den Lösungen VCF und VMware vSphere Foundation (VVF) eingeführt. Klingt kompliziert, aber es soll wohl helfen. Broadcom plant außerdem, die Preisgestaltung für alle Cloud-Anbieter zu standardisieren, indem eine Lizenzierung pro Kern eingeführt wird. Das soll sicherstellen, dass Kunden beim Wechsel des Anbieters nicht mit unterschiedlichen Lizenzierungen und zusätzlichen Kosten konfrontiert werden. Klingt vernünftig, oder?

Auch VMware selbst bleibt von den Änderungen nicht verschont. Das Unternehmen wird seine Umstellung auf ein Abonnementmodell abschließen, das den Zugriff auf die aktuellste Version sowie Support für einen definierten Zeitraum beinhaltet. Das klingt nach einem fairen Deal für die Kunden. Und keine Sorge, die Nutzung bestehender unbefristeter Lizenzen bleibt unverändert möglich. Da können die Unternehmen also aufatmen.

Alles in allem scheint Broadcom ernsthaft daran interessiert zu sein, den Ärger der Kunden zu besänftigen und sich auf die Entwicklung einer konkurrenzfähigen Private Cloud zu konzentrieren. Ob sie es schaffen, bleibt abzuwarten. Aber zumindest haben sie erkannt, dass zufriedene Kunden der Schlüssel zum Erfolg sind. Und wer weiß, vielleicht wird das Ganze ja sogar ein Happy End haben. Wir werden es sehen.

Schlagwörter: Broadcom-CEO Hock Tan + Broadcom + VCF

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  • 16. April 2024